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Interview mit dem Deep Purple-Schlagzeuger

Ian Paice über „Smoke on the Water“-Aufnahme: „Plötzlich klopfte die Polizei an die Tür“

Ian Paice ist Schlagzeuger bei der britischen Band Deep Purple.

„Highway Star“, „Woman from Tokyo“, „Black Night“ – Deep Purple sind eine der großen Legenden der Rockmusik. Mit Led Zeppelin und Black Sabbath bildeten sie Anfang der Siebzigerjahre die britische Dreifaltigkeit des Hardrock. Am 25. März 1972, vor genau 50 Jahren, erschien ihr Album „Machine Head“, das bis heute als Deep Purples Meisterwerk gilt. Der Song „Smoke on the Water“ schaffte es allerdings nur als Notnagel in letzter Sekunde auf die Platte. Weil man schnell fertig werden musste und „Machine Head“ noch nicht den Umfang hatte, den Fans erwarteten, erbarmte man sich des markanten Gitarrenriffs von Ritchie Blackmore. Schlagzeuger und Gründungsmitglied Ian Paice erinnert sich im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland an die Wintersessions in Montreux.

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Mr. Paice, Deep Purple wird demnächst auf „Woosh!“-Tour durch Europa gehen. Das war der Name des Albums von 2020. Warum ist es nicht die „Turning to Crime“-Tour, wie das brandneue Album mit Coverversionen heißt.

Ich weiß nicht, ob wir mit diesem Coveralbum je auf Tour gehen werden. Vielleicht spielen wir ein paar Songs davon gegen Ende der Show. „Woosh!“ war das letzte Studioalbum mit neuer Musik. Es ist also wahrscheinlicher, dass wir drei oder vier Songs davon spielen, wenn wir nächstes Jahr auf Tour gehen. Halt, es ist dieses Jahr (lacht) – man verliert glatt den Überblick. Auf der einen Seite ist es schön und auch wichtig, neue Songs aufzunehmen. Auf der anderen Seite wissen wir, dass die Leute, die ein Ticket fürs Konzert kaufen, viele der alten Sachen hören wollen. Wir müssen also dieses empfindliche Gleichgewicht herstellen. Man darf nicht zu viel Neues spielen. Die Leute würden es zwar annehmen, aber sie sind dann nicht so glücklich, wie wenn man die richtige Mischung findet. Das ist die Gratwanderung, die wir jedes Mal machen müssen, wenn wir auf Tour gehen.

Man könnte einfach die Show verlängern.

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Wir sind keine großen Fans von dreistündigen Rock‘n‘Roll-Shows. Selbst zwei Stunden sind, wenn es sich um Hardrock handelt, der ja sehr laut ist, für das Publikum eine Menge Holz. Du musst das Timing exakt hinbekommen: Wenn du mit deiner Show fertig bist, hat das glückliche Publikum genug und will nicht mehr. Das ist der Idealzustand.

Manche Coverversion von „Turning to Crime“ würde man schon gerne mal live hören. Nie hätte jemand geglaubt, Johnny Hortons Countryklassiker „The Battle of New Orleans“ mal in einer Deep-Purple-Version zu hören. Wessen Idee war das?

Nun, es war gewiss nicht meine (schmunzelt). Wär‘s nach mir gegangen, wäre das Ding nicht auf der Platte. Aber die anderen Jungs mochten es – und wir pflegen eine Banddemokratie. Wie auch immer – es war ein Jux und ein Novum war es auch. Es gab Roger (Glover, der Bassist von Deep Purple, Anmerkung der Redaktion) und Steve (Morse, der Gitarrist der Band) eine Chance, es runterzusingen – wahrscheinlich werden sie nie wieder auf einem Purple-Album singen.

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Von „Machine Head“, dem Album, das an diesem Freitag (25. März) 50 Jahre alt wird, waren auf den US-Konzerten im Februar fünf der sieben Songs zu hören. Es war das Rockalbum des Jahres 1972. Was hat das dritte Hardrockalbum für Deep Purple geändert?

Das Wichtigste, was „Machine Head“ geschafft hat, war, dass es Deep Purple wieder mit den USA verbandelt hat. Der Rest der Welt hatte uns die ganze Zeit über seit 1968 auf dem Schirm, in Europa, Japan, dem Rest der Welt liefen wir gut. In den USA hatten wir eine große Präsenzlücke. Unser erstes Rockalbum „In Rock“ wurde in Amerika nie veröffentlicht, weil wir 1970 dort keinen Plattenvertrag hatten. Was sie dort von uns kannten, waren die frühen Alben aus den Sechzigerjahren, sie hatten auch unser Orchesterding. Als dann „Machine Head“ herauskam und dort supererfolgreich war, schloss sich der Kreis der Welt für Deep Purple wieder.

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War der Band klar, dass mit „Machine Head“ ein Siegerpferd an den Start ging?

Nun ja, jedes Mal, wenn du eine Platte machst, gibst du dein Bestes. Aber ich glaube, niemand hätte gedacht, dass es so ein wichtiges Album werden würde. Wir hatten schon irgendwie ein gutes Gefühl – aber bis man die Musik den Leuten auf der Straße weitergibt, weiß man es nie sicher. Man denkt, man hätte die beste Platte der Welt gemacht, und niemand steht drauf. Oder man macht eine durchschnittliche Platte – und alle lieben sie.

Herzlichen Glückwunsch auch zum 50. „Geburtstag“ des Songs „Smoke on The Water“. Eine der ikonischen Rocknummern und der Deep-Purple-Übersong, der davon erzählt, unter welchen widrigen Bedingungen das Album „Machine Head“ entstand. Wie sind ihre Erinnerungen an die Tage in Montreux und an die Entstehung des Songs?

Das war alles ziemlich abenteuerlich. Wir hatten die mobile Aufnahmeeinheit der Rolling Stones gebucht, wollten das Album im Casino von Montreux einspielen, das dann ja bekanntlich am Tag vor den Sessions ausbrannte. Und so hatte unser guter Freund Claude Knobs diesen großen Ballsaal gefunden. Montreux lebt von der Sommersaison, im Winter ist alles geschlossen, dieser Ballsaal war es auch. Es war ein schöner Sound, aber Rock‘n‘Roll-Bands sind ziemlich laut und in Montreux ist es im Winter sonst sehr still. Wir beschlossen, einen Soundcheck für Toningenieur Martin Birch im Rolling-Stones-Mobile zu machen. Jemand sagte, lass uns den „Da, da daaa“-Song ausprobieren, der bis dahin ja nur ein Riff von Ritchie Blackmore war. Wir schafften es, das Ding ein- oder zweimal zu spielen, dann sahen wir auch schon das Blaulicht draußen blitzen. Die Polizei klopfte an die Tür und versuchte hereinzukommen. Soweit ich mich erinnere, schaffte es unser Road Manager, die Tür geschlossen zu halten, bis wir das Stück auf Band hatten. Dann kam die Polizei herein und machte alles dicht.

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Dritter Aufnahmeort gesucht.

Knobs fand das Grand Hotel, das auch geschlossen hatte. Das war ein großes Bettengeschiebe, aber es funktionierte. Als wir mit den Sessions fertig waren, fehlte noch ein Song. Das Album war zu kurz, unsere Zeit in Montreux vorbei. Und da erinnerten wir uns an das Stück aus dem Ballsaal. Ian (Gillan, der Sänger) und Roger kümmerten sich damals um die Texte und versuchten, aus der Aufnahme einen Song zu machen. Sie erinnerten sich, dass sie am Tag des Kasinobrandes von der Hotelbar aus den Qualm über dem Genfersee gesehen hatten. Roger meinte das erst als Scherz, als er „Smoke on the Water“ einwarf, aber dieser Witz trat etwas los. Wir sagten uns: Warum erzählen wir im „Da da daaa“-Song nicht einfach, wie wir versuchten, dieses Album aufzunehmen.

Ein Zufallshit.

Es war buchstäblich ein Last-Minute-Ding. Wir hatten in dem Track ja nie etwas Besonderes gesehen. Natürlich wussten wir, dass es ein tolles Riff war. Aber wenn du keinen Song um ein Riff herum hast, funktioniert es nicht. Wenn die Leute heute auf „Smoke on the Water“ abgehen, singen sie die Titelzeile – das ist die Hookline. Und so kam alles zusammen. Erst war „Smoke“ ein Albumtrack, zu lang für eine Single. Ein amerikanischer DJ mochte es, und ohne unser Wissen entstand eine Drei-Minuten-Singleversion. Die war erfolgreich und befeuerte wiederum das Album. Alles fügte sich – der Zufall ist alles. Zufall! Zufall! Zufall!

Gab‘s je ein Deep-Purple-Konzert, auf dem „Smoke“ nicht gespielt wurde?

Ich kann mich nicht an viele Male erinnern, an denen es nicht gespielt wurde. Außer, wenn Ritchie mal beschloss, es nicht zu spielen. Manchmal haben wir es uns für die Zugaben aufgehoben. Sagen wir so, wir haben es so oft wie möglich gespielt. Am Ende des Tages verdienen wir unser Geld damit, auf der Bühne Spaß zu haben. Aber die Leute vor der Bühne haben Geld für die Eintrittskarte bezahlt, und man sollte zusehen, dass sie auch Spaß haben. Es ist keine gute Idee, sie zu enttäuschen, denn sie werden dir wahrscheinlich nicht verzeihen.

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Waren Sie des Songs jemals müde?

Nein. Wenn du etwas geschaffen hast, das Millionen Menschen auf der ganzen Welt etwas bedeutet, ziehst du daraus jedes Mal Befriedigung. „Smoke on the Water“ ist darüber hinaus zwar ein simpler Song, aber du kannst ihn in jeder Show anders spielen. Ich mache ein anderes Drumfill, wir ändern das Tempo ein bisschen – der Eindruck beim Publikum aber bleibt derselbe. Das ist der Kniff.

Ihr Freund und Ex-Bandkollege, der vor zehn Jahren gestorbene Deep-Purple-Keyboarder Jon Lord, gestand mir in einem Interview, dass er 2002 aus der Band ausstieg, weil er Angst hatte, dass sich die Legende Deep Purple durch ewige Wiederholung in Nostalgie auflösen würde. Er hatte gespürt, dass ihn die Leidenschaft verließ. Kennen Sie solche Ängste auch?

Nein, mir ist das fremd. Jon verlor langsam die Liebe dazu, „on the road“ zu sein. Wenn du mit deiner Musik sechs Monate pro Jahr durch die Welt reist, dann darfst du nicht nur die zwei Stunden schön finden, die du auf der Bühne stehst. Du musst auch mit den anderen 22 Stunden klarkommen. Jon wollte andere Dinge machen, nicht mehr vier Stunden im Flieger sitzen, nicht mehr zehn Stunden im Hotel sein und nichts tun. Aber wir machen unsere jüngeren Alben gewiss nicht aus Nostalgie. Zwar erwartet keiner von uns ein neues „Machine Head“, aber wenn du darauf brennst, gute, interessante Musik zu erschaffen, hält das die Nostalgie fern. Damals, als Jon ausstieg, mochten wir den Prozess des Plattenaufnehmens allerdings alle nicht mehr so.

Und das änderte sich?

Ja. Als Bob Ezrin 2013 „Now What?!“ produzierte. Er machte zum einen erstaunlich gut klingende Platten. Und er nahm unglaublich schnell auf. Das ist das andere Geheimnis: Verbringe keine vier Monate mit einer Platte im Studio, wenn du sie in zwei Wochen aufnehmen kannst. So wurde das Studio wieder zum Vergnügen.

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Jon Lord erzählte damals auch, Ian Gillan würde bis 85 weiter machen wollen. Das wären noch acht Jahre …

(lacht) Wir alle wissen, dass mit jedem Jahr, das vergeht, der Zeitpunkt näher rückt, an dem man es nicht mehr schaffen wird. Solange wir Spaß haben und solange wir das, was wir tun, sehr gut können und die Leute uns dazu auch noch sehen und hören wollen, machen wir einfach weiter. Wenn aber zum Beispiel Ian Gillans Stimme schwinden würde, dann wäre das das Ende. Wenn ich meinen Händen sage, sie sollen etwas mit den Trommelstöcken tun, und sie gehorchen nicht mehr richtig, dann kann ich mit Freunden vielleicht noch in einer Kneipe spielen, sollte aber nicht mehr versuchen, 20.000 Leute zu unterhalten. Dieser Punkt, an dem wir körperlich die Fähigkeit verlieren werden, das zu tun, was wir tun müssen, ist nicht mehr in ferner Zukunft. Aber wir haben jetzt keinen Plan für das Ende der Band und wir werden nie ein allerletztes Konzert anberaumen, auch wenn man damit viel Geld machen könnte. Wie traurig wäre eine geplante allerletzte Show.

Die geplanten Konzerte der „Whoosh!“-Tour in Moskau und Kiew haben Deep Purple abgesagt.

Als Rechtfertigung: Man kann sich nicht in Todesgefahr begeben, man kann nicht im Kriegsgebiet Konzerte geben, und man muss als Band auf der anderen Seite einen persönlichen Standpunkt einnehmen und zeigen, dass wir nicht einverstanden sind mit dem, was passiert. Wir haben viele Fans in beiden Ländern, in denen wir die Shows cancelten. Und diese Fans haben nichts mit diesem Krieg zu tun. Dies ist das Treiben eines einzigen Mannes, der im letzten Jahrhundert lebt. Und ich glaube, dass die Menschen in der Ukraine jetzt ganz andere Sorgen haben als eine Rock‘n‘Roll-Show.

Theoretisch wäre das Konzert in Kiew, das auf manchen Ticketwebseiten noch nicht mit dem „abgesagt“-Button versehen ist, ein starkes Friedenszeichen gewesen.

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Aber ist unmöglich. Aus Sicherheitsgründen für Publikum, Crew und Band. Und – keine Versicherung würde uns versichern. Es gibt viele andere Arten, jetzt zu helfen, mit Worten und mit Spenden.

So ist der Text von Deep Purples Kalter-Krieg-Ballade „Child in Time“ wahr geworden – vom Blinden, der auf die ganze Welt schießt. Der letzte Angriffskrieg in Europa fand statt, bevor wir geboren wurden, bevor Elvis, Chuck Berry und Little Richard den Rock‘n‘Roll in die Welt trugen. Wie fühlen Sie sich in einer Welt, in der ein Diktator mit dem roten Knopf droht?

Das Lied „Child in Time“ war tatsächlich über West gegen Ost. Ich dachte auch, wir hätten das hinter uns. Es gab seit dem Zweiten Weltkrieg immer Kriege, kleinere, begrenzte, auch wenn diese Kriege sich für die von ihnen Betroffenen natürlich nicht klein anfühlten. Aber es gab keinen Weltkrieg mehr. Es gibt auch keinen Grund, weshalb so etwas je wieder geschehen sollte, und dennoch sind wir so nahe dran wie nie zuvor. Etwas ist allerdings klar: Wie immer Putin das auch weiter eskalieren lassen wird – er wird verlieren. Weil nicht ein Land gegen ihn steht, sondern die ganze Welt. Russland mag das größte Land der Welt sein, aber das meiste davon ist nur Landschaft. Und Politiker regieren die Welt nicht mehr, das macht die Ökonomie. Nimmst du den Leuten die Dinge weg, die sie gewohnt waren – moderne Technologie, Reisefreiheit, Geld, all die Dinge, die selbstverständlich für sie waren – dann besteht durchaus die Möglichkeit, dass es zu einem Umsturz kommt.

Haben Sie Angst um ihre Familie, ihre Kinder und Enkel?

Nein. Ich glaube immer noch fest daran, dass sich alles in Grenzen halten wird. Es wird ja auch viel geblufft. Und man muss darauf vertrauen, dass irgendwo im Kreml jemand sitzt, der ein Gehirn zwischen den Ohren hat und sich sagt: „Moment mal, wir müssen das beenden!“ Einen muss es dort geben. (lacht)

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Was sagen Sie ihren russischen Fans, die Deep Purple vielleicht nie wieder sehen, wenn Putin einen neuen Eisernen Vorhang in Europa herunterlässt?

(seufzt) In meinem Hinterkopf glaube ich, dass dies bald enden wird. Und ich denke, es wird schlecht für Putin ausgehen. Russland ist dann in einer Welt des Wiedergutmachens. Sie können alles reparieren, was sie kaputt gemacht haben. Sie können Gebäude reparieren, sie können die Infrastruktur reparieren – aber sie können nicht die Verbindung zu ihren Nachbarn reparieren. Dabei hatte all das nie etwas mit den einfachen Leuten in Russland und der Ukraine zu tun. Ein vernünftiger Russe würde einen vernünftigen Ukrainer in einer Kneipe treffen, sie würden sich hinsetzen, ein Bier trinken und reden. Sie würden sich nicht gegenseitig den Krieg erklären.

Wann wird man Deep Purple in der Ukraine wiedersehen?

Ich weiß dass wir Hunderttausende Fans sowohl in Russland als auch in der Ukraine haben. Das was jetzt in der Ukraine passiert, wurde grundlos begonnen und die Menschen dort müssen darunter leiden. Ich hoffe, dass wir eines Tages wieder in beiden Ländern spielen können. Ich glaube, dass die Chancen dabei in näherer Zukunft viel besser für die Ukraine stehen als für Russland. Das russische Volk wird in den nächsten zehn, 20 Jahren unter den Konsequenzen des Krieges zu leiden haben. Denn was geschehen ist, ist unverzeihlich. Und niemand hat dieses Unverzeihliche verhindert.

Deep Purple beenden die Zugaben traditionell mit dem Song „Hush“. Man könnte ja auf der anstehenden Tour als Statement auf die „Battle of New Orleans“ umschwenken. Es ist ein Lied über eine zahlenmäßig weit unterlegene amerikanische Armee, die 1814 eine überwältigende englische Armee besiegt, ein Lied über David gegen Goliath.

Schau an. Immerhin haben wir inzwischen aus unseren Fehlern gelernt. (lacht) Ich meine, was für eine Logik, Tausende Kilometer von zu Hause militärisch irgendetwas erreichen zu wollen. Du kannst da nichts werden, wenn die Leute dich dort nicht haben möchten. Diesbezüglich gibt es schon Ähnlichkeiten.

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Deep Purple – Deutschlandtermine der „Whoosh!“-Tour: 23. Juni: Hamburg, Stadtpark; 5. Juli Bonn, kunstRasen; 15. Juli: Halle, Freilichtbühne Peißnitz; 16. Juli: Spalt-Enderdorf, Lieder am See; 19. Juli: Mainz, Volkspark; 21. Juli: Rosenheim, Mangfallpark Süd; 24. Juli: Lörrach, Marktplatz; 14. Oktober: Stuttgart, Hanns-Martin-Schleyer-Halle, 31. Oktober: Berlin, Max-Schmeling-Halle; 2. November: Oberhausen, Rudolf Weber Arena.

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