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„Hamburger Dschungelbuch“ uraufgeführt: Tränen im Gedenken an Christian Berg

Schauspielerin Silvia Hofmann als Mowgli während einer Probe zum Musical „Das Hamburger Dschungelbuch".

Hamburg. Im Foyer des Hamburger First Stage Theaters erinnert ein Bild an den kürzlich gestorbenen Musical-Autor Christian Berg, daneben brennt eine Kerze. Bevor die erste Szene seines Stücks „Das Hamburger Dschungelbuch“ Uraufführung feiert, ertönt eine Stimme: „Diese Premiere ist für Dich.“ Es sei Bergs Wunsch gewesen, dass das Ensemble die Produktion trotzdem aufführt. „Mit uns wirst Du weiterleben.“ Der Künstler wollte Kinder mit seinen Geschichten verzaubern und sie zum Lachen bringen - und das gelang nun auch am Freitag mit seinem jüngsten Werk. Fetzige Musik, viele Gags und schöne Gedanken begeisterten das Publikum.

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Gespannt verfolgten die Zuschauer die Geschichte der kleinen Mowgli (Silvia Hofmann), die sich als Flüchtlingsmädchen im Großstadt-Dschungel Hamburg behaupten muss. Die Inszenierung war eigentlich schon vor knapp zwei Jahren geplant, musste aber wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Die fünf Schauspieler schlüpften in unterschiedliche Rollen - unter anderem auch in die beiden, die eigentlich Berg hätte übernehmen sollen.

Der verstorbene Kindermusical-Autor Christian Berg.

Der verstorbene Kindermusical-Autor Christian Berg.

In der Geschichte für Kinder ab vier Jahren wächst Mowgli bei Straßenhunden unweit einer Müllkippe auf. Auch der fiese Tiger Shir Khan (Torben Padanayi) mit den langen, schwarzen Krallen ist in die Stadt an der Elbe zurückgekehrt, lebt im Untergrund und führt eine gemeine Diebesbande an. Weil das Mädchen dort nicht mitmachen will, verfolgt er es. Für Mowgli gibt es jetzt nur noch einen Weg: Sie muss ein Leben unter Menschen wagen, um in Sicherheit zu sein. Dabei bekommt das Kind viele Tipps von neuen Freunden, die es auf seinem Weg durch die Hansestadt trifft.

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„Wir als Team werden die Arbeit von Christian Berg weiterführen“

Garance Schlüter-Bazile überzeugte dabei in der Rolle der Kapitänin Balou, die an den Landungsbrücken arbeitet. Es gab Szenenapplaus, als die Bärin in blauer Latzhose gemütlich über die Bühne schlenderte - ihre weiße Barkasse trug sie dabei mit einem Schultergurt bei sich. „Moin ist das Zauberwort“, lautete ihr Tipp an Mowgli, um mit den Menschen gut auszukommen. Für großes Gelächter sorgten auch der coole Auftritt der Affenbande und die lustigen Möwen-Puppen, die sich selbst als Könige der Lüfte bezeichneten. Vor allem die fantasievollen Kostüme und das schöne Bühnenbild bleiben in Erinnerung (Ausstattung: Ulrike Engelbrecht).

Bergs langjährige Kollegin Alexandra Kurzeja hatte die Regiearbeit vollendet. Als die Geschichte nach mehr als eineinhalb Stunden ein glückliches Ende fand und das Publikum applaudierte, erinnerte sie mit Tränen in den Augen an Christian Berg. Er war am 17. Januar im Alter von 55 Jahren in Cuxhaven gestorben. Berg wurde nach Musicals wie „Oh wie schön ist Panama“ oder „Jim Knopf“ als König des Kindermusicals gefeiert. Ob als Zirkusclown, als Märchenerzähler, Schriftsteller oder Autor - der gebürtige Nordrhein-Westfale begeisterte und unterhielt mit seiner Arbeit viele Jahre unzählige Kinder und Erwachsene.

„Wir als Team werden die Arbeit von Christian Berg weiterführen“, hatte Produktionsleiterin Leonie Fuchs kurz vor der Uraufführung berichtet. Leseförderung, Sprachförderung und die Unterstützung von Menschen in schwierigen Situationen hätten ihm immer sehr am Herzen gelegen. Man wolle sein künstlerisches Erbe und seine Werte aus tiefer Überzeugung weiter in die Welt tragen. „Unsere Köpfe sind schon voller Ideen.“

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RND/dpa

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