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Mangelnde Diversität, Sexismus, Preisrückgabe: die Golden Globes in der Kritik

  • Die Golden Globe Awards stehen derzeit heftig in der Kritik.
  • Von fehlender Diversität in der Jury bis hin zu sexistischen Äußerungen von Verbandsmitgliedern ist dort die Rede.
  • Die fünf wichtigsten Fragen zu den Geschehnissen rund um die Verleihung.
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Die Verleihung der Golden Globe Awards wird derzeit heftig diskutiert. Auch viele Prominente äußern sich zu dem Skandal rund um die eigentlich so prestigeträchtige Auszeichnung. Die Kritik richtet sich hauptsächlich an den Verband hinter den Golden Globes: die Hollywood Foreign Press Association (HFPA).

Was war der Auslöser für die heftige Kritik?

Die „Los Angeles Times“ hatte im Februar dieses Jahres den Verband der HFPA genauer untersucht und die Jury für die Golden Globe Awards in den Fokus genommen. In einem Bericht legte die Zeitung offen, dass sich unter den stimmgebenden Mitgliedern, damals insgesamt 87 ausländische Journalisten und Journalistinnen, keine einzige schwarze Person befindet. Auch die journalistischen Tätigkeiten der einzelnen Mitglieder stellte die Zeitung infrage, ebenso wie deren Beeinflussung durch großzügige Einladungen. Den Erkenntnissen der „LA Times“ zufolge gebe es aber auch innerhalb des Verbands Unstimmigkeiten: So habe es beispielsweise umfangreiche Zahlungen an einzelne Verbandsmitglieder für die Mitarbeit in Komitees gegeben. Auch habe die Vereinigung Mitglieder mit der Teilnahme an subventionierten Werbesendungen beauftragt.

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Wie reagierte die HFPA?

Der Bericht der „LA Times“ sorgte für Aufruhr in den sozialen Netzwerken. Als Reaktion auf die Kritik, gab der Verband der Auslandspresse umfassende Reformen bekannt. So sollen künftig Experten für Gleichstellung und Diversität eingesetzt werden, um sowohl mehr schwarze Journalisten und Journalistinnen als auch andere Mitglieder mit unterrepräsentierten kulturellen Hintergründen zu gewinnen. Außerdem betonten Sprecher und Sprecherinnen der Vereinigung, in Zukunft mehr Transparenz schaffen zu wollen.

Wie lief die diesjährige Verleihung vor dem Hintergrund der Kritik ab?

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Die 78. Verleihung der goldenen Kugel konnte aufgrund der Corona-Pandemie nur in kleinem Rahmen stattfinden. Im Publikum saßen keine prominenten Gäste, sondern Personen aus systemrelevanten Berufen wie etwa Pflegepersonal. Die Moderatorinnen Amy Poehler und Tina Fey eröffneten die Liveveranstaltung mit einem Seitenhieb auf die Diskussion rund um die Auslandspresse. „Einige der Mitglieder könnten Gespenster sein“, wurde gescherzt. Im Verlauf der Verleihung gelobten einige HFPA-Mitglieder Reformwillen, andere, wie Schauspielerin Jane Fonda und Regisseur Sacha Baron Cohen, sprachen sich offen für mehr Inklusion in der Filmbranche aus.

Was sagen Prominente dazu?

Auch nach Bekanntgabe der Reformen hagelt es weiterhin Kritik für den Verband der Auslandspresse. So zeigte sich Schauspieler Mark Ruffalo in einem Twitter-Post frustriert über die marginalen Reformen innerhalb des Verbandes. „Es ist enttäuschend zu sehen, dass sich die HFPA, die durch ihre Verflechtungen mit Filmemachern und Schauspielern Berühmtheit erlangte und erheblich von ihnen profitierte, den Veränderungen, die man von ihr fordert, verweigert.“

Schauspieler Tom Cruise soll sich sogar in einer Protestaktion gegen die Golden Globes gewendet haben. Der „Mission Impossible“-Darsteller habe mehreren Medienberichten zufolge seine drei Globe-Trophäen an die Organisation zurückgegeben.

Hollywood-Star Scarlett Johansson wandte sich außerdem in einem offiziellen Statement gegen die HFPA. Sie wirft dem Verband vor, sie bei Pressekonferenzen wiederholt mit „sexistischen Fragen und Bemerkungen“ konfrontiert zu haben, „die an sexuelle Belästigung grenzen“. Die 36-Jährige sei aus diesem Grund jeglichen Konferenzen des Verbands in den vergangenen Jahren fern geblieben.

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Und auch Starregisseurin Shonda Rhimes äußerte heftige Kritik an der HFPA, die schwarze Produktionen in der Vergangenheit des Öfteren missachtet oder nicht gewürdigt haben soll. So habe die Vereinigung etwa offizielle Pressekonferenzen für Serien wie „Grey’s Anatomy“, „Scandal“ oder „How to Get Away With Murder“ abgelehnt, bis die Produktionen erfolgreich geworden waren, berichtete Rhimes auf Twitter.

Wie geht es jetzt für die Golden Globes weiter?

Da die angekündigten Reformen lange Zeit nicht vom Verband konkretisiert wurden, übten mehrere PR-Firmen Mitte März Druck auf die Hollywood Foreign Press Association aus. Die Vereinigung gab daraufhin bekannt, bis zur nächsten Verleihung mindesten 13 Schwarze aufnehmen zu wollen, da dies dem Anteil von 13 Prozent innerhalb der amerikanischen Bevölkerung entspräche. Vielen Stars und Streamingdiensten gingen diese Änderungen jedoch nicht weit genug. Wie die „Los Angeles Times“ berichtete, habe der Verband mittlerweile die Aufnahme von über 200 neuen Mitgliedern bekannt gegeben – bis nächstes Jahr sollen es mindestens 20 mehr sein.

Trotz der Reformen ziehen sich immer mehr große Firmen von den Golden Globe Awards zurück. Der amerikanische Sender NBC, der jährlich die Ausstrahlung der Awards übernimmt, kündigte bereits an, die Globes im kommenden Jahr nicht ausstrahlen zu wollen. Regisseurin Ava DuVernay lobte den Schritt des Senders und alle „Aktivisten, Künstler, Publizisten und Führungskräfte, die in diesem Fall Stellung beziehen“ bei Twitter.

Auch große Studios wie Warner Bros. und der Streaminganbieter Netflix kündigten vorerst die Zusammenarbeit mit der Vereinigung. Wie die Verleihung im kommenden Jahr also aussieht, bleibt abzuwarten.

RND/al

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