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  • „Ghostbusters: Legacy“ – die Kritik zum Film: Das Sequel macht Spaß

Alle Geister sind schon da – das Sequel „Ghostbusters: Legacy“ macht Spaß

  • Zuletzt waren – mit nicht allzu großem Erfolg an den Kassen – weibliche Ghostbusters im Kino unterwegs.
  • Jetzt legen in Jason Reitmans „Ghostbusters: Legacy“ drei junge Kämpfer wider das Paranormale los.
  • Der neueste Film des Spukkomödien-Franchise setzt auf Charaktere statt Effekte – was für ein Glück!
Martin Schwickert
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Im Sommer 1984 war da ein Ohrwurm, vor dem es kein Entrinnen gab: „Who you gonna call? Ghostbusters!“ lautete der Refrain, der aus den Rundfunkgeräten tönte und auch heute noch bei jedem aufrechten Babyboomer unbeherrschbare Mitsingreflexe auslöst. In den Charts bewarb der Song Ivan Reitmans Geisterkomödie „Ghostbusters“, die in den Kinos weltweit unglaubliche 291 Millionen Dollar einspielte. Bill Murray, Dan Aykroyd und Harold Ramis zogen hier als „Trio infernale“ mit okkulten, analogen Gerätschaften gegen übernatürliche Phantome ins Feld.

Fünf Jahre später floppte ein Sequel an den Kinokassen dramatisch. Und so wurden die Geister und ihre Jäger in den Ruhestand geschickt, bis der Rechteinhaber Sony auf der Suche nach vermarktbaren Retrostoffen an der dicken Staubschicht kratzte. Paul Feigs Remake schickte 2016 mit Melissa McCartey, Kirsten Wiig und Kate McKinnon ein weibliches Team auf Geisterjagd und nun folgt mit „Ghostbusters: Legacy“ eine weitere Wiederbelebung. Regie führt hier Jason Reitman, der das Franchise als Familienunternehmen weiterführt.

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Der drohende Ruin treibt die junge Callie auf die „Drecksfarm“ ihres Vaters

Als Callie (Carrie Coon) vom Tod ihres Vaters erfährt, hält sich die Trauer in Grenzen. Schließlich hatte der Mann vor langer Zeit Frau und Kind verlassen, um sich irgendwo im Nirgendwo ungestört seinen wissenschaftlichen Experimenten zu widmen. Aber die alleinerziehende Mutter zweier Kinder ist pleite und so geht es auf nach Summerville in Oklahoma, wo sie Haus und Hof des Vaters als Erbe übernimmt.

„Drecksfarm“ nennen die Einwohner das Gehöft am Rande der altmodischen Kleinstadt. Der Burgerladen, in dem Sohnemann Trevor (Finn Wolfhard) einen Ferienjob antritt, hat schon bessere Zeiten gesehen. In den Sommerkursen, welche die zwölfjährige Phoebe (Mckenna Grace) an der örtlichen Schule belegt, werden noch VHS-Videokassetten verwendet. Das Mädchen ist ein echter Wissenschaftsnerd und freundet sich mit dem gleichaltrigen Podcast (Logan Kim) an, der Reportagen zu den vermeintlich übernatürlichen Ereignissen im Ort verfasst. Es dauert nicht lange, bis beide im Keller die Geisterjägerausrüstung des Opas finden. Der Verstorbene gehörte nämlich zum legendären Ghostbusters-Team in New York, und entdeckte im nahe gelegenen, stillgelegten Bergwerk eine Geisterverschwörung von apokalyptischen Ausmaßen.

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Mit der richtigen Mischung aus nostalgischer Hommage und inszenatorischer Frische gehen Reitman („Juno“) und Co-Drehbuchautor Gil Kenan („Monster House“) die Reanimation des Retrostoffes an. Die digitalen Effekte bleiben zurückgenommen und bis zum Dienstfahrzeug des 1959er-Cadillac Miller-Meteor Sentinel wird die kultige Ausrüstung wieder in Gebrauch genommen. Das Herz des Filmes sind jedoch die Kinderfiguren, die hier als differenzierte Charaktere angelegt sind und von den jungen Talenten mit treffsicherem Humor und viel Herzblut gespielt werden.

„Ghostbusters: Legacy“, Regie: Jason Reitman mit Mckenna Grace, Finn Wolfhard, Carrie Coon, 124 Minuten, FSK 12

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