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Geschenke zu Weihnachten: Welches Sachbuch soll ich schenken?

  • Haben Sie immer noch nicht alle Weihnachtsgeschenke zusammen?
  • Fehlt noch die zündende Idee?
  • Was immer geht, sind Bücher. Hier lesen Sie, wer sich über welche Sachbücher freut.
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Für Wien-Fans: Mit dem wunderbar selbstironischen Titel „Ein Bauch lustwandelt durch Wien“ (Ullstein, 384 Seiten, 24 Euro) erzählt Starkoch Vincent Klink von seiner Wien-Erkundung. Er liebt das genießerische Wesen der österreichischen Hauptstädter. Aber was ist nun mit seinem Bauch? Ihn braucht er, denn er ist, so schreibt Klink, ein „fein justierter Kompass durch die Kaffeehäuser, Beisln, Luxusrestaurants und all das Wohlleben, das der Puritaner weltweit für überflüssig hält“. Ein Genuss.

Für Berlin-Fans: Jens Bisky hat eine kluge Biografie der größten deutschen Stadt geschrieben. In „Berlin“ (Rowohlt Berlin, 976 Seiten, 38 Euro) blickt der Journalist, der seit 1981 an der Spree lebt, auf die wechselhafte Geschichte, verliert aber auch die chaotisch-geniale Gegenwart nicht aus den Augen. Das Buch zeigt, dass über Berlin doch noch nicht alles gesagt ist.

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Für Tierfreunde: Millionen Jahre hat es gedauert, bis sich die riesige Artenvielfalt auf dieser Erde entwickelt hat. Doch die ist in Gefahr. Der renommierte Evolutionsbiologe Matthias Glaubrecht spricht in seinem Buch „Das Ende der Evolution. Der Mensch und die Vernichtung der Arten“ (C. Bertelsmann, 1072 Seiten, 38 Euro) vom größten Artenschwund seit dem Verschwinden der Dinosaurier. Den Klimawandel sieht Glaubrecht im Angesicht dieses Massenaussterbens lediglich als Nebenschauplatz.

Für Rabenfreunde: Es ist eine alte Geschichte. Sie sagt, dass das englische Königreich fällt, wenn einer der Raben der Majestät den Tower verlässt. Deswegen kümmert sich Chris Skaife als Ravenmaster um die Tiere und passt auf sie auf. Er kennt sie so gut wie kein Zweiter. Was das alles heißt, zeigt das Buch „Der Herr der Raben“ (Piper, 256 Seiten, 22 Euro).

Für Politikinteressierte: Der Ökonom Daron Acemoglu und der Harvard-Politologe James A. Robinson sind mit ihrem Buch „Warum Nationen scheitern“ berühmt geworden. Nun fragen sie sich, wie viel Staat sein muss. In „Gleichgewicht der Macht“ (S. Fischer, 784 Seiten, 28 Euro) unterfüttern die beiden ihre These, dass es sehr wohl auf den Staat ankommt, wenn die richtigen Rahmenbedingungen für Wohlstand und Freiheit geschaffen werden sollen.

Für Atomkraftgegner: Keine Serie hat die Zuschauer in diesem Jahr so sehr begeistert wie „Chernobyl“. Wer noch nicht genug hat, kann in Adam Higginbothams minutiöser Dokumentation „Mitternacht in Tschernobyl“ (S. Fischer, 640 Seiten, 25 Euro) den Ablauf der Atomkatastrophe haargenau verfolgen. Higginbotham schreibt dabei enorm anschaulich.

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Große Biografie über einen großartigen Tennisspieler

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Für Tennisfans: Es ist eine großartige Karriere: Der Schweizer Roger Federer spielt auch mit 38 Jahren noch erfolgreich in der Weltspitze. Sein Landsmann René Stauffer hat nun mit „Roger Federer“ (Piper, 352 Seiten, 25 Euro) bereits seine zweite Biografie über den sympathischen Superstar geschrieben. Er setzt dabei 2012 an, als die Karriere des 20-fachen Grand-Slam-Siegers kurz vor dem Ende stand. Federer spielt noch heute – und es ist kein Ende in Sicht.

Für Freunde des klugen Fußballs: Es verwundert nicht, dass ein intelligenter Mensch wie Ewald Lienen auch eine kluge Autobiografie schreibt. Gerade bei Lebensgeschichten von Fußballern ist – um es vorsichtig auszudrücken – nicht immer Lesenswertes dabei. Aber das Buch „Ich war schon immer ein Rebell“ (Piper, 432 Seiten, 22 Euro) erzählt nicht nur von Lienens Karriere als Spieler und Trainer, es ist auch ein kritisches Sittengemälde des Profifußballs der vergangenen 40 Jahre.

Für Literaturliebhaber: Als vor wenigen Jahren der Roman „Stoner“ und mit ihm dessen Autor John Williams wiederentdeckt wurde, war der amerikanische Schriftsteller schon lange tot. Den Ruhm, der ihm seitdem zuteilwird, hat er nicht mehr miterlebt. Charles Shields ehrt ihn nun mit einer Biografie. In „Der Mann, der den perfekten Roman schrieb“ (DTV, 384 Seiten, 26 Euro) erfahren wir, wie Williams sein Leben als Hochschullehrer lebte, wie er mit seiner Unbekanntheit umging und dass er schließlich im Alkohol endete. Eine liebevoll geschriebene Lebenserzählung.

Für Theatergänger: Bertolt Brecht schrieb mit der „Dreigroschenoper“ das erfolgreichste Theaterstück der Weimarer Republik. Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, musste er ins Exil gehen, nach Kriegsende verschlug es ihn in die junge DDR. Der Filmemacher Heinrich Breloer hat einen Zweiteiler über den Zigarre rauchenden Dichter gedreht, der in diesem Jahr zu sehen war. Parallel veröffentlichte er ein Buch zum Film, das er „Brecht. Roman seines Lebens“ (Kiepenheuer & Witsch, 528 Seiten, 26 Euro) nannte. Das Buch reicht nicht an die großen Biografien von Stephen Parker und Jan Knopf heran, dient aber als gut lesbarer Erstkontakt mit Brecht.

Immer noch ein viel gespielter Theaterautor: Bert Brecht.

Was hält unser Körper alles aus?

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Für Gesundheitsbewusste: Der Mensch lebt zumeist unter Bedingungen, die nicht optimal für ihn sind. Welche Folgen das haben kann, erklärt Hanns-Christian Gunga in „Am Tag zu heiß und nachts zu hell. Was unser Körper kann – und warum er heute überfordert ist“ (Rowohlt, 224 Seiten, 24 Euro). Dass Langstreckenflüge und Schichtarbeit nicht gerade das Gesündeste sind, kann man sich vielleicht denken. Nach Gungas Lektüre weiß man es.

Für Winterkinder: Anfang der Dreißigerjahre verbringt der niederländische Forscher Nikolaas Tinbergen ein Jahr bei den Inuit in Ostgrönland. Er lernt schnell von den fremden Menschen und passt sich an. Seine Aufzeichnungen aus der Zeit sind nun unter dem Titel „Eskimoland“ erschienen (C.H. Beck, 240 Seiten, 22 Euro). Das Buch ist ein Porträt einer schon damals gefährdeten Art zu leben und der Appell, sich anderen Lebensweisen vorurteilsfrei zu nähern.

Für Freunde von Außenseitern: In Literatenkreisen ist die Außenseiterdichte ein wenig höher als in den meisten anderen Berufen. Der Österreicher Werner Morlang hatte ein Herz für solche Outsider. In seinem Buch „Ladies in Shorts“ (Nagel & Kimche, 260 Seiten, 24 Euro) schreibt er in ausgeruhten Texten über Dorothy Parker und Katherine Mansfield, über Maeve Brennan und Tania Blixen, über Egon Friedell und Alfred Polgar. Eine vorzügliche Darstellung verschrobener Denker.

Für Redebedürftige: Die Kunst der freien Rede haben schon die Römer erlernt. Mit besonderen Erinnerungstechniken haben sie sich durch ihre gesprochenen Texte gehangelt. Johan Schloemann bleibt aber nicht in der Antike stehen. In seiner Geschichte der freien Rede „I have a Dream“ (C.H. Beck, 288 Seiten, 24 Euro) landet er auch bei Kleist, Martin Luther King und sogar Donald Trump. Darüber kann man reden.

Für Langstreckenleser: Für den australischen Paläobiologe Tim Flannery hat in Europa viel Wichtiges seinen Anfang genommen – der aufrechte Gang etwa. Flannery schreibt mit „Europa. Die ersten 100 Millionen Jahre“ (Suhrkamp, 380 Seiten, 28 Euro) eine faszinierende Natur- und Kulturgeschichte des Kontinents. Er schaut aber auch nach vorn und fordert einen breiten Lebensraum für Bären, Wölfe und, ja, auch Mammuts, die durch Rückkreuzungen wieder entstehen sollen.

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Wer hat welche Getränke gesoffen – und wenn ja, wie viele?

Für Büchersäufer: Die Wikinger hatten Met, die Azteken Pulque und selbst Sokrates soll gern und viel Alkohol getrunken haben. Im 17. Jahrhundert kamen dann in Europa die modernen Spirituosen auf. Mark Forsyth hat in seinem Buch „Eine kurze Geschichte der Trunkenheit“ (Klett-Cotta, 272 Seiten, 20 Euro) Geschichten rund ums Trinken gesammelt. Ganz und gar keine trockene Lektüre.

Licht ins Dunkel bringen – das ist nicht immer gut

Für Philosophen: Der populäre Philosoph Richard David Precht schreibt zurzeit an einer vierbändigen Philosophiegeschichte. Nun ist „Sei du selbst“, Band 3 (Goldmann, 608 Seiten, 24 Euro), erschienen. Darin geht es um die Hochzeit der Philosophie, das 19. Jahrhundert. Wie kann man eine sinnvolle Geschichte ohne Gott erkennen? Was kann die Philosophie den aufstrebenden Naturwissenschaften entgegnen? Solche und andere Fragen haben die Denker dieser Zeit bewegt. Richard David Precht schreibt alles wie immer so auf, dass es auch Nichtphilosophen verstehen.

Für Lichtgestalten: Lichtverschmutzung ist schon seit Längerem in den Städten ein Problem. Nicht nur fürs Wohlergehen, sondern auch für die Gesundheit. In „Licht aus!?“ (Rororo, 256 Seiten, 12 Euro) warnt die Biologin Annette Krop-Benesch vor den Gefahren von zu viel Licht. Das kann man sich in diesen Tagen der lang anhaltenden Dunkelheit nur schwer vorstellen. Aber sie führt verschiedene Beispiele auf und plädiert für ein Zurückfahren des künstlichen Lichts.

Steht am Anfang der #MeToo-Debatte: Harvey Weinstein, ehemaliger Filmproduzent aus den USA. © Quelle: Steven Hirsch/POOL New York Post

Für Wahrheitssucher: Ronan Farrow ist der Journalist, der mit seinen Recherchen die Affäre um den Filmproduzenten Harvey Weinstein ins Rollen gebracht hat – und damit auch die #MeToo-Debatte. In „Durchbruch“ (Rowohlt, 528 Seiten, 24 Euro) beschreibt der Sohn von Mia Farrow und Woody Allen, wie er den Skandal aufdeckte, aber auch, wie viel Energie in Form von Trollen und Detektiven gegen ihn eingesetzt wurde, um die Veröffentlichung seiner Recherche zu verhindern. Es ist damit auch ein Lehrstück über den Umgang mit Nachrichten in unserer Zeit.

Für Wandersleute: Florian Werner hat im vergangenen Jahr mit „Der Weg des geringsten Widerstands“ ein tolles Wanderbuch geschrieben. Jetzt widmet er sich noch einmal diesem Thema. „Auf der Wanderschaft“ (Duden-Verlag, 160 Seiten, 15 Euro) versammelt 30 Essays zum Unterwegssein zu Fuß. So erfährt der Leser, was Wandern mit Freiheit zu tun hat und wie sich das Wandern in Dichtung, Philosophie und Musik widerspiegelt.

Für Zweifelnde: Religion stirbt aus? In Mitteleuropa geht die Zahl der Gläubigen sicherlich zurück. Aber weltweit gehören sechs Milliarden der rund 7,16 Milliarden Menschen einer Religion an. Tim Crane schlägt in „Die Bedeutung des Glaubens. Religion aus der Sicht eines Atheisten“ (Suhrkamp, 188 Seiten, 20 Euro) nun eine Brücke zum Glauben, ausgerechnet ein Atheist möchte man sagen. Crane sieht die Gefahren, die etwa in Glaubenskriegen von Religion ausgehen, wehrt sich aber gegen eine Pauschalverurteilung. Eine passende Lektüre zum Fest.

Die Steuergeschäfte von CSU und FC Bayern München

Für Fußballfans: Gerd Müller ist bis heute der gefährlichste und erfolgreichste Torjäger, den das Land hatte. Der Historiker Hans Woller erzählt in „Gerd Müller oder Wie das große Geld in den Fußball kam“ (C.H. Beck, 352 Seiten, 22,95 Euro) mehr als eine Standard-Fußballerbiografie. Bei seinen Recherchen ist Woller auf ein System schwarzer Kassen gestoßen und hat entdeckt, wie die CSU den FC Bayern in Steuerfragen protegierte und so sicherstellte, dass sich der Verein die teuren Spieler Sepp Maier, Franz Beckenbauer und eben Gerd Müller leisten konnte. Viel mehr als ein Fußball(er)buch.

Für Wasserratten: Teile der Tiefsee sind noch immer unbekannter für uns Menschen als der Mond. Der Meeresforscher Alex Rogers hat die Ozeane dieser Welt erforscht und unter anderem nachgewiesen, dass auch in 6000 Metern Tiefe noch Lebewesen existieren. Seine Erlebnisse und seine wissenschaftlichen Entdeckungen beschreibt Rogers packend in seinem Buch „Das große tiefe Blau. Von Yeti-Krabben, leuchtenden Medusen und anderen Geheimnissen des Meeres“ (DTV, 368 Seiten, 22 Euro).

Für Gesangsfreunde: Brigitte Fassbaender gehörte zu den faszinierendsten Sängerinnen des Landes. 1961 begann sie ihre Karriere am Münchner Nationaltheater und wurde im Laufe der Jahre eine weltweit gefeierte Mezzosopranistin. Nun hat sie im Alter von 80 Jahren mit „Komm’ aus dem Staunen nicht heraus“ (C.H. Beck, 381 Seiten, 26,95 Euro) geschrieben. Ein gutes Buch für alle, die sich für Kunst, Musik oder Künstlerpersönlichkeiten interessieren.

“Staat, Sex, Amen”
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