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Geplanter Film über Christchurch-Terroranschläge sorgt für Kritik

  • Die Anschläge auf Moscheen in Christchurch sorgten weltweit für Entsetzen, nun soll ein Spielfilm über den Terror und dessen Folgen gedreht werden.
  • Details über die Handlung sorgen aber bereits für Unmut.
  • Hintergrund ist, dass Ministerpräsidentin Jacinda Ardern im Mittelpunkt stehen soll, nicht die Opfer der Bluttat.
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Wellington. Ein geplanter Spielfilm über die Terroranschläge auf zwei Moscheen in Neuseeland stößt auf Kritik. Unmut regte sich nach Bekanntwerden des Vorhabens vor allem über den Umstand, dass sich die Handlung um die Reaktion von Ministerpräsidentin Jacinda Ardern und nicht um die Opfer der Bluttaten drehen soll. „Yeah nah“, schrieb Aya Al-Umari, deren älterer Bruder Hussein bei den Anschlägen ermordet wurde, etwa mit Blick auf die Filmpläne lapidar auf Twitter. In Neuseeland ist dies ein umgangssprachlicher Ausdruck für „Nein.“

Abdigani Ali, Sprecher des muslimischen Verbands der Region Canterbury, sagte, die Gemeinde sehe zwar ein, dass die Geschichte über die Anschläge erzählt werden müsse. Doch solle man sichergehen, dass dies auf eine „angemessene, authentische und sensible Weise getan“ werde.

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Mitte März 2019 attackierte ein rechtsextremistischer Schütze zwei Moscheen in Christchurch und tötete 51 Menschen. Der Täter stammt aus Australien.

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Rolle der Regierungschefin soll Rose Byrne übernehmen

„They Are Us“ heißt nach Angaben des Hollywood-Magazins „Deadline“ der Film, der die Geschichte über Arderns Krisenmanagement nach den Bluttaten nachzeichnet. Es gehe darum, wie die Menschen sich unter dem Eindruck des Terrors hinter ihrer Botschaft der Barmherzigkeit und Eintracht geschart hätten. Thema werde in dem Film auch Arderns erfolgreicher Vorstoß für ein Verbot der tödlichsten Modelle von halbautomatischen Waffen sein. Die Rolle der Regierungschefin soll die australische Schauspielerin Rose Byrne übernehmen.

Besonders heftige Kritk an dem Filmvorhaben übte die Autorin und Aktivistin Tina Ngata. Das Massaker an Muslimen sollte nicht die Kulisse für einen Film über die „Stärke einer weißen Frau“ abgeben. Das Büro Arderns teilte knapp mit, dass die Ministerpräsidentin und ihre Regierung nichts mit dem Film zu tun hätten. Andrew Niccol, Autor und Regisseur des Projekts, betonte, dass das Drehbuch in Absprache mit Mitgliedern der betroffenen Moscheen konzipiert worden sei.

RND/AP

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