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Gekränkte Männlichkeit: Detlev Bucks schwarze Komödie „Wir können nicht anders“

  • Detlev Buck kehrt nach bald 30 Jahren zurück nach Ostdeutschland.
  • Mit „Wir können nicht anders“ (ab 3. Dezember bei Netflix) liefert der Regisseur eine düster-blutige Komödie.
  • Der Film bietet hellsichtige Einblicke in die Befindlichkeit der abgehängten Provinz.
Martin Schwickert
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Vier Jahre nach der Wende schickte Detlev Buck in „Wir können auch anders“ Joachim Król und Horst Krause als westdeutsche Analphabeten auf Abenteuerreise in die ehemalige DDR, wo die von Helmut Kohl versprochenen „blühenden Landschaften“ auf sich warten ließen. Fast 30 Jahre später wartet in Bucks Film „Wir können nicht anders“ keiner mehr. Die meisten sind abgehauen. Vor allem die Frauen. So wie Edda (Alli Neumann), die aus Berlin mit frisch rekrutiertem Lover Samuel (Kostja Ullmann) zum Geburtstag ihres Vaters zurückkehrt.

Und schon beginnt eine wilde Jagd durch die desolate Provinz. „Auf vier Männer kommt hier eine Frau“, sagt Polizist Frank (Frederic Linkemann) erklärend, bevor er sich an Edda ranmacht. Von den geselligen Zeiten damals schwärmt Hausmeister Rainer (Peter Kurth), der das ehemalige LPG-Gelände mit AK-47 bewacht. „Da niemanden interessiert, was wir hier machen, machen wir, was wir wollen“, sagt der selbst ernannte Gangsterboss Herrmann (Sascha Alexander Gersack) und greift als gehörnter Ehemann zu brachialen Rachemethoden.

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Den lakonischen Humor von „Wir können auch anders“ hat Buck zu einer rabenschwarzen Komödie entwickelt. Das kippt in die Klamotte, fängt sich aber immer wieder und erinnert in den besten Momenten an die surreal-blutigen Exkurse der Coens. Gekränkte Männlichkeit wird zum Motor einer unberechenbaren Handlung, die neben absurden Verstrickungen auch hellsichtige Einblicke in die Befindlichkeit der abgehängten Provinz bietet.

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„Wir können nicht anders“, bei Netflix, mit Kostja Ullmann, Alli Neumann, Sophia Thomalla, 105 Minuten

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