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Geht der Filmnachschub aus? Kinos sehen bitterem Winter entgegen

  • Den Kinos in Deutschland könnte bald wegen verschärfter Corona-Bedingungen der Filmnachschub ausgehen.
  • Publikumshoffnungen wie „Caveman“ oder „Parallele Mütter“ sind bereits von den Startlisten genommen worden.
  • Den nach bald zwei Pandemiejahren schwer gebeutelten Kinos steht wieder ein bitterer Winter bevor.
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Noch scheint die deutsche Kinobranche sich nicht gänzlich entmutigen lassen zu wollen – verschärfte Corona-Regeln hin oder her: Steven Spielbergs „West Side Story“ steht gebucht für den 9. Dezember auf dem Plan, der nächste „Spider Man“ soll am 16. Dezember folgen, und am 23. Dezember wollen Keanu Reeves und Carrie-Anne Moss zum vierten Mal in die „Matrix“ abtauchen.

Allerdings befinden sich diese Filme auf einer globalen Startrampe. Ob da einzelne Märkte irgendwo auf diesem Planeten pandemiebedingt ausfallen, dürfte in internationalen Konzernzentralen kaum mehr überschaubar sein. Manche Werke sind auch schon so oft hin- und hergeschoben worden, dass sie endlich raus müssen.

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Verluste sind längst eingepreist. Nicht jeder findet einen so punktgenauen Slot wie Geheimagent James Bond im letzten Daniel-Craig-Abenteuer „Keine Zeit zu sterben“ Anfang Oktober. Damals hoffte die Filmindustrie inständig, das Schlimmste überstanden zu haben. Bonds Einspielerfolge machten Mut.

Doch nun hängen die Kinomacher hierzulande wieder mittendrin: besorgte Gesichter allüberall. Wie sollen Häuser wirtschaftlich betrieben werden, wenn wie etwa in Bayern nur 25 Prozent der Kinosessel besetzt werden dürfen? Oder wenn wie in diesen Tagen auch Geimpfte sich in Niedersachsen in lange Schlangen einreihen müssen, um einen tagesaktuellen Test an der Kinokasse vorzuweisen? Da kann die Testprozedur schon mal so lange dauern wie der abendfüllende Film, den man zu sehen hofft.

Die große Verschiebemaschinerie wird deshalb wieder angeworfen. Karoline Herfurths Beziehungskomödie „Wunderschön“ ist erst einmal auf unbestimmte Zeit vertagt worden – genauso wie Pedro Almodóvars bei der Premiere in Venedig gefeiertes Drama „Parallele Mütter“ mit Penélope Cruz. Das Unternehmen Constantin hat alle drei demnächst geplanten Titel auf Eis gelegt: die Komödie „Caveman“ mit Moritz Bleibtreu, Sönke Familiensatire „Der Nachname“ und die Romanze „Liebesding“ mit Elyas M‘Barek.

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Und das könnten nur der Anfang sein. Hinter vorgehaltener Hand erklären Branchenvertreter, dass sie sich kaum vorstellen können, dass unter den erschwerten Bedingungen Titel in ein schier hoffnungsloses Januar-Rennen geschickt werden. Die Besucherzahlen gehen gerade in den Keller. Nur ganz zuversichtliche Kinobetreiber hoffen, dass sich das vielleicht in den nächsten Tagen zurechtruckelt.

Wenn aber der Filmnachschub stockt, sind die Kinos verdammt dazu, ihre Türen erst mal wieder zu schließen. Branchenvertreter warnen bereits vor einer Insolvenzwelle. Und wie schon in den Corona-Wellen zuvor fehlt den Häuern eine Perspektive – auch wenn sie wie auch Theater und Konzertveranstalter beteuern, mit dem Infektionsgeschehen so gut wie nichts zu tun zu haben.

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Kollateralschäden sind längst zu beklagen: Der Europäische Filmpreis am 11. Dezember in Berlin ist komplett ins Internet verlegt worden: Die Nominierten kommen digital zusammen. Es darf also wieder gezoomt werden. Das prestigeträchtige Max-Ophüls-Festival Mitte Januar in Saarbrücken ist zu einer hybriden Angelegenheit mutiert.

Ein Fels in der Brandung steht noch: Die Berlinale hat gerade Gerüchte dementiert, wie im vorigen Februar wieder ins Virtuelle abwandern zu wollen. Sie hält an einer Präsenzveranstaltung Mitte Februar fest. Jedenfalls bislang.

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