Erstmals seit 30 Jahren: Vinyls bringen wieder mehr Umsatz als CDs

  • CD-Verkäufe fallen dreimal so schnell, wie die Vinyl-Verkäufe wachsen.
  • In diesem Jahr wird das Comeback der guten alten Schallplatte wohl einen vorläufigen Höhepunkt erreichen.
  • In den USA dürfte die Vinyl-LP die CD beim Umsatz überholen.
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New York. Die CD löste Anfang der Achtzigerjahre die gute alte Schallplatte ab. Doch diese Zeiten sind lange vorbei: Seit dem Aufkommen von Musik-Downloads in den 2000ern und Streamingdiensten vor ein paar Jahren stirbt auch der kleine, runde Silberling langsam vor sich hin.

Während sich die CD immer schlechter verkauft, erlebt die Vinyl-Schallplatte allerdings ein beachtliches Comeback. Neue Zahlen aus der Musikindustrie zeigen: Erstmals seit 1986 lässt sich mit der Vinyl-Schallplatte wieder mehr Geld machen als mit der CD.

Die Verkaufszahlen beziehen sich auf die USA und werden von der Industry Association of America (RIAA) erhoben. Ein Halbjahresumsatzbericht wurde jetzt im Branchenmagazin „Rolling Stone“ veröffentlicht.

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8,6 Millionen Vinyls im ersten Halbjahr 2019 verkauft

Dem Bericht zufolge sinken die Verkaufszahlen der CD so rapide, dass die Vinyl sie im Jahr 2019 mit ziemlicher Sicherheit beim Umsatz überholen dürfte. Bereits im Vorjahr hatte die RIAA mitgeteilt, dass CD-Verkäufe dreimal so schnell fallen, wie die Vinyl-Verkäufe wachsen.

Im ersten Halbjahr 2019 wurden laut dem Bericht 224,1 Millionen US-Dollar für Vinyl ausgegeben, was ungefähr 8,6 Millionen Einheiten entspricht. Im Vergleich dazu erzielten CDs mit 18,6 Millionen Exemplaren 247,9 Millionen US-Dollar. Aufgeschlüsselt nach dem prozentualen Wachstum stieg der Umsatz mit Vinyl im zweiten Halbjahr 2018 um 12,8 Prozent und im ersten Halbjahr 2019 um 12,9 Prozent.

Die Gewinne und Verkäufe von CDs schwankten in diesem Zeitraum kaum. Wenn sich der Trend fortsetzt, dürfte Vinyl also bis zum Ende des Jahres mehr umgesetzt haben als der kleinere Silberling.

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Insgesamt sind CDs und Vinyls kaum von Bedeutung

Nichtsdestotrotz: Sowohl Schallplatten als auch CDs haben in der Musikbranche nur noch ein Nischendasein.

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Denn die beliebteste Form des Musikkonsums ist das Streaming: Satte 62 Prozent des Gesamtumsatzes machen Spotify, Apple Music, Deezer und Co. aus. Vinyl hingegen schafft es im ersten Halbjahr 2019 hingegen nur auf 4 Prozent des Gesamtumsatzes.

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