„Eldorado“ – Die Flüchtlinge und wir

Regisseur Markus Imhoof zeigt in seiner Dokumentation „Eldorado“ (Kinostart am 26. April) das Leben der Flüchtlinge im überfüllten Erstaufnahmelager. Und zeigt dem Zuschauer wie Wege zu neuer Versklavung beschritten werden. Ein Film, der wachrüttelt.

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Hannover. Knittrige Goldfolien als notdürftiger Schutz: Viel mehr bleibt den 1800 Geflüchteten nicht, die aus dem Mittelmeer gerettet werden. Doch was wird aus ihnen? Regisseur Markus Imhoof zeigt in seiner Dokumentation „Eldorado“ das Leben im überfüllten Erstaufnahmelager, wo die Asylsuchenden monatelang warten.

Wer abgelehnt wird, landet oft auf von der Mafia kontrollierten Tomatenplantagen. 30 Euro gibt es pro Tag, die Hälfte muss für Wasser und ein Sandwich wieder abgegeben werden. Wir unterstützen die Versklavung der Flüchtlinge, so Imhoofs Kommentar. Er hat noch weitere Beispiele dafür, wie Illegale für den Wohlstand Europas sorgen.

Regisseur Imhoof holt Migranten aus der Namenlosigkeit

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Der Schweizer Filmemacher analysiert die Strukturen und holt einzelne Migranten aus der Namenlosigkeit. Da ist der Bauer Ba Yero aus dem Senegal, der freiwillig in seine Heimat zurückkehrt und mit der Starthilfe (3000 Schweizer Franken) zwei Milchkühe anschafft. Er hat keine Chance, weil Brüssel den Milchexport aus Europa subventioniert. Wirtschaftliche Kolonialisierung heißt das bei Imhoof.

„Eldorado“ ist ein vielschichtiger Film, der den Bogen schlägt zum Privaten: Imhoofs Eltern nahmen im Zweiten Weltkrieg in der neutralen Schweiz das italienische Flüchtlingskind Giovanna auf. Nach dem Krieg musste Giovanna zurück und starb unterernährt in Mailand. Im Film tritt Imhoof mit Giovanna in einen imaginären Dialog über Migration und sorgt dafür, dass uns das Thema näher kommt, als uns lieb ist.

Von Claudia Palma / RND

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