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Dylan Farrow: Die Adoptivtochter von Woody Allen gibt ihr Literaturdebüt

  • Bislang sorgte Dylan Farrow mit Missbrauchsvorwürfen gegen ihren Adoptivvater Woody Allen für Schlagzeilen.
  • Jetzt gibt die 35-Jährige ihr Literaturdebüt.
  • Ihr Science-Fiction-Buch für junge Leser hat nur auf den ersten Blick wenig mit Farrows Familie zu tun.
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New York. Schon als Teenager hat Dylan Farrow ihr erstes Buch geschrieben. Als „500 Seiten reinen Müll“ beschrieb sie es kürzlich im Interview mit „Entertainment Weekly“. „Aber ich denke, dass diese Erfahrung mich geprägt hat, weil ich gemerkt habe, dass mir das Spaß macht und für mich kreativ Sinn macht.“ Seitdem habe sie gewusst, dass sie Schriftstellerin werden wolle, am liebsten im Fantasygenre, denn sie habe sich schon immer von „dunklen, magischen, zutiefst fehlerhaften Welten“ angezogen gefühlt.

Mit 35 hat Farrow dieses Ziel nun erreicht – und ihr im Oktober in den USA veröffentlichter Debütroman „Hush“ ist nun auch in deutscher Übersetzung erschienen. Das Buch ist für junge Leser ab 14 Jahren gedacht und handelt von dem Mädchen Shea, das im magischen Land Montane, das gerade von einer tödlichen Epidemie geplagt wird, den Mord an seiner Mutter aufklären will und sich dabei gegen mächtige Autoritäten auflehnt. „Diese ganze magische System aufzubauen hat mir als Autorin riesigen Spaß gemacht.“

Farrow wirft Woody Allen Missbrauch vor

Bislang hat Farrow hauptsächlich mit Missbrauchsvorwürfen gegen ihren Adoptivvater Woody Allen für Schlagzeilen gesorgt. Der Regisseur hatte sie Anfang der 80er-Jahre gemeinsam mit seiner damaligen Lebensgefährtin, der Schauspielerin Mia Farrow, adoptiert. Dylan Farrow wirft Allen vor, sie dann Anfang der 90er-Jahre sexuell belästigt zu haben. Allen bestreitet das.

Woody Allen 1983 mit seiner damaligen Frau Mia Farrow. Von seiner Adoptivtochter Dylan Farrow wird der Regisseur beschuldigt, sie 1992 als Siebenjährige auf dem Dachboden ihres Hauses missbraucht zu haben.
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Der Konflikt ist verhärtet und hat die Familie gespalten: Adoptivmutter Mia und Bruder Ronan halten zu Dylan Farrow und haben ebenfalls jeden Kontakt zu Allen abgebrochen. „Dass ich Dylan nicht aufwachsen sehen durfte, gehört zu den traurigsten Dingen meines Lebens“, schrieb Allen in einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Autobiografie, gegen deren Veröffentlichung Farrow, die verheiratet ist, eine Tochter hat und in der Nähe ihrer Mutter im US-Bundesstaat Connecticut lebt, heftigen Protest eingelegt hatte.

Diese Erfahrungen hätten ihr Leben geprägt, sagt Farrow – und deswegen stecken sie auch in „Hush“, auch wenn der Roman auf den ersten Blick nur wenig mit ihrem persönlichen Leben zu tun hat. Das Fantasygenre sei für sie schon immer eine Form des „Eskapismus“ gewesen, sagte sie dem „Time“-Magazin. „Vielleicht war dieser Eskapismus eine Form davon, mit meinem Trauma umzugehen.“

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Protagonistin in „Hush“ kämpft gegen mächtige Autoritäten

Die Protagonistin in „Hush“ lässt Farrow gegen mächtige Autoritäten ankämpfen, die sie zum Schweigen bringen wollen. Sie wolle damit zeigen, „wie Sprache und Propaganda eine Rolle dabei spielen können, wie junge Menschen ihre Sprache finden“. Auch ihre Familie sei von „einem mächtigen Individuum angegriffen worden, das unser Leben und unsere Glaubhaftigkeit ruinieren wollte“, sagt Farrow unter Bezug auf ihren Adoptivvater Allen.

Grundsätzlich solle sich das Buch aber nicht um sie selbst drehen, sondern ein Schritt in ein neues Leben sein, sagt Farrow, die bislang hauptsächlich Medienbeiträge zum Konflikt mit Allen geschrieben hat. „Dieses Buch fühlt sich ganz anders an als alles, was ich vorher geschrieben habe“, sagte sie dem Radiosender NPR. „Es stellt eine Seite von mir in den Vordergrund, die mir mehr Spaß macht. Die von einem Teil von mir kommt, den ich nicht hasse. Es fühlt sich einfach authentischer an.“

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Auf der Rückseite des Covers der deutschen Ausgabe wurde Farrow zunächst als „Adoptivtochter von Woody Allen und Mia Farrow“ vorgestellt, nach Kritik von Farrow und Beobachtern in den sozialen Medien entfernte der Verlag diesen Hinweis. „Ich bin enttäuscht, dass der deutsche Verlag den Namen meines Missbrauchers auf dem Buch und in Marketingmaterialien benutzt hat, ohne mich darüber zu informieren oder mich deswegen zu konsultieren“, schrieb Farrow bei Twitter. „Ich hätte das nie erlaubt und bin verstört, dass irgendjemand das angebracht finden könnte.“

Schritt von „Dylan, der Aktivistin“ hin zu „Dylan, der Autorin“

Sie wolle den Schritt von „Dylan, der Aktivistin“ hin zu „Dylan, der Autorin“ machen, sagt Farrow dem „Time“-Magazin. „Ob ihr es glaubt oder nicht, ich verbringe nicht meine ganze Zeit damit, über Menschen, die andere sexuell belästigen, auf Twitter herumzuschreien. Das ist natürlich ein Teil von dem, was ich mache, aber nicht alles. Ich freue mich, mich der Welt neu vorstellen zu können.“

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„Hush“ soll dafür nur der Auftakt sein. Ein zweiter Teil ist schon angekündigt, an dem Farrow gerade schreibt. „Der weicht nicht komplett von den Themen und Ideen des ersten Buchs ab, aber ist schon eine ganz andere Art der Reise. Es macht viel Spaß zu sehen, wie die Protagonisten wachsen und welche Leben sie führen.“

RND/dpa

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