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Externe Expertise dringend notwendig

documenta-Gesellschafter wollen kritisierte Zeichnungen entfernen

Eine im Fridericianum im Rahmen der documenta fifteen auf den Boden projizierte Video-Installation der Initiative «Archives des luttes des femmes en Algérie» (»Archive der Frauenkämpfe in Algerien») zeigt Hände, die in der Broschüre mit dem Titel «Presence des Femmes» blättern. Die Broschüre enthält weitere als antisemitisch kritisierte Motive. Nach Angaben der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen (RIAS Hessen) hat ein Besucher der Weltkunstschau die entsprechenden Darstellungen im Museum Fridericianum bemerkt und RIAS Hessen gemeldet.

Eine im Fridericianum im Rahmen der documenta fifteen auf den Boden projizierte Video-Installation der Initiative «Archives des luttes des femmes en Algérie» (»Archive der Frauenkämpfe in Algerien») zeigt Hände, die in der Broschüre mit dem Titel «Presence des Femmes» blättern. Die Broschüre enthält weitere als antisemitisch kritisierte Motive. Nach Angaben der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen (RIAS Hessen) hat ein Besucher der Weltkunstschau die entsprechenden Darstellungen im Museum Fridericianum bemerkt und RIAS Hessen gemeldet.

Kassel, Wiesbaden. Die Gesellschafter der „documenta fifteen“ haben einen fehlerhaften Umgang mit den als antisemitisch kritisierten Zeichnungen des syrischen Künstlers Burhan Karkoutly eingeräumt. Sie gingen nun davon aus, dass die künstlerische Leitung die Zeichnungen bis zu einer angemessenen Kontextualisierung aus der Ausstellung nehmen werde, teilten die Stadt Kassel und das Land Hessen am Donnerstag in einer gemeinsamen Stellungnahme mit.

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Die Frage, ob bei den Zeichnungen Karkoutlys antisemitische Bildsprache vorliege, sei „leider lediglich intern bewertet“ worden und nicht von externen Experten. Der Umgang mit den Bildern zeige, „wie dringend notwendig die externe Expertise bei der Analyse von Werken auf antisemitische Bildsprache ist“.

Nach Angaben der Gesellschafter war die documenta-Leitung bereits vor drei Wochen von einer Besucherin auf die als Archivmaterial präsentierten Zeichnungen aufmerksam gemacht worden. Danach sei es versäumt worden, eine geeignete Kontextualisierung vorzunehmen und die Besucherin über das Ergebnis zu informieren. Diese Vorgänge hätten allerdings nicht unter der Verantwortung von Interimsgeschäftsführer Alexander Farenholtz stattgefunden, „der diese Versäumnisse nun nachholen möchte“.

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documenta wird seit der Vorbereitungsphase von Antisemitismus-Vorwürfen überschattet

Die Zeichnungen waren am Mittwoch unter anderem von der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen (RIAS) in Marburg und dem kulturpolitischen Sprecher der SPD-Bundestags-Fraktion, Helge Lindh, heftig kritisiert worden. Die Bilder griffen etwa die mittelalterlichen antisemitischen Stereotype der Juden als Kindermörder auf, sagte RIAS-Sprecherin Susanne Urban dem epd. Die Darstellungen verlagerten diese Stereotype auf den jüdischen Staat, dem damit das Existenzrecht abgesprochen werde.

Die documenta wird bereits seit der Vorbereitungsphase von Antisemitismus-Vorwürfen überschattet. Kurz nach Eröffnung der Ausstellung Mitte Juni wurde das Banner „People's Justice“ des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi wegen antisemitischer Motive abgehängt.

RND/epd

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