Diskussionen um riesige Vulva-Skulptur in Brasilien

  • Die riesige Vulva-Skulptur hat in Brasilien für großes Aufsehen gesorgt.
  • Die Künstlerin möchte mit ihrem Werk die männerdominierte Gesellschaft infrage stellen.
  • Anhänger des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro sind wenig begeistert.
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Santa Terezinha. Eine riesige Land-Art-Skulptur in Form einer Vulva im nordöstlichen Bundesstaat Pernambuco hat in Brasilien heftige Reaktionen ausgelöst. Neben Lob und Bewunderung häuften sich unter den Tausenden Kommentaren in sozialen Netzwerken am Mittwoch auch kritische und beleidigende Äußerungen gegenüber der brasilianischen Künstlerin Juliana Notari.

Viele stammten offensichtlich von Anhängern und Vertrauten des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro. So äußerte sich auch Olavo de Carvalho, der als Guru Bolsonaros gilt, abfällig. Statt schlecht über das Vulva-Kunstwerk zu reden, schlug er auf Twitter vor, es mit einem riesigen Penis zu konfrontieren.

„In ‚Diva‘ nutze ich die Kunst für einen Dialog mit Themen, die sich auf die Problematisierung von Geschlecht aus einer weiblichen Perspektive beziehen“, hatte Notari bei der Präsentation ihres Werkes geschrieben. „Diese Fragen werden heute immer dringlicher.“

Bolsonaro hat in der Vergangenheit mit seinen Äußerungen über Frauen immer wieder für Empörung gesorgt - und sich gegen Kunst positioniert, die er für links hält. Brasilianische Filme etwa wurden bei der Berlinale im vergangenen Jahr erstmals nicht von der Ancine unterstützt. Im Jahr zuvor hatte Bolsonaro die Abschaffung der staatlichen Filmagentur bewogen.

RND/dpa

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