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“Die Branche braucht Geld”: Ulrich Matthes über den Deutschen Filmpreis ohne Gala

  • Am Freitag wird der Deutsche Filmpreis verliehen - wegen Corona ganz ohne Gala.
  • Für die Verleihung habe man eine schöne Mischung als “digital und anlog” gefunden, sagt Präsident Ulrich Matthes.
  • Doch der Filmbranche gehe es derzeit gar nicht gut.
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Berlin. Der Deutsche Filmpreis wird diesmal ohne Gala verliehen - stattdessen ist eine Fernsehsendung geplant. Mehrere Prominente sollen am Freitag (24. April) aus ihren Wohnzimmern zugeschaltet werden.

“Wir wollten ein Zeichen setzen der Zuversicht, der Solidarität”, sagt Schauspieler Ulrich Matthes (60), Präsident der Deutschen Filmakademie, in einem Interview mit der Deutschen Presseagentur (dpa). “Es gibt natürlich auch in der Filmbranche viele Ängste, viele ökonomische Verwerfungen. Es besteht die Gefahr, dass kleinere Produktionsfirmen die Krise nicht überstehen, dass Kinos eingehen. Dass das am Freitag nicht so glamourös mit Tschingderassabum und rotem Teppich verliehen werden wird, liegt auf der Hand”, so der Schauspieler.

Für die Verleihung habe man eine schöne Mischung als “digital und analog” gefunden", erklärt Matthes. “Und ich hoffe, dass wir zumindest in diesen zwei Stunden ein bisschen Freude in die Branche hineintragen können. Sie hat es - wie viele andere auch - dringend nötig.”

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Filmbranche braucht Geld

Während der Verleihung sollen viele Prominente zugeschaltet werden. Sein eigenes Wohnzimmer will Matthes hingegen nicht zeigen. “Ich bin ganz analog im Studio mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters und werde die Lolas für die drei besten Filme verleihen. Aber die Nominierten werden per Stream nägelkauend zuhause sitzen. Man muss halt improvisieren und hoffentlich eine gute Balance aus Ernsthaftigkeit und Humor finden”, so der Schauspieler.

Die Filmbranche brauche jetzt in der Coronakrise vor allem eins: Geld. “Monika Grütters ist da engagiert. Sie arbeitet mit Sicherheit von früh bis spät, um die Pleiten so gering wie möglich zu halten. Es gibt das Problem der kurzzeitig befristeten Angestellten: Sehr viele Filmschaffende fallen im Moment total durchs Raster. Und ich bitte dringend darum, dass die Politik sich darum kümmert. Auch die Kinolandschaft ist hochgefährdet, auch das weiß die Politik. Für viele geht es einfach um finanzielle Unterstützung. Und natürlich um die Frage: Wann können wir wieder drehen?”

RND/dpa/msc

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