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Dermot Kennedy: „Ich bin sieben Jahre als Straßenmusiker aufgetreten“

  • Der irische Singer-Songwriter Dermot Kennedy („Power over Me“) hat lange auf seinen musikalischen Durchbruch gewartet.
  • „Ich bin sieben Jahre als Straßenmusiker aufgetreten“, erzählt der Musiker im exklusiven Interview mit RND.de.
  • Es sei eine sehr gute Erfahrung gewesen, um seine Angst zu verlieren, vor fremden Leuten zu spielen.
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Am Sonntag sind Sie im Finale der neunten Staffel von „The Voice of Germany“ aufgetreten. Haben Sie früher auch mal an einer Castingshow teilgenommen?

Nein, das habe ich nie gemacht. Ich hätte beinahe mal bei „Britain’s Got Talent“ mitgemacht. Mein Vater hat mir gesagt: „Wer weiß, wen du da hinter den Kulissen triffst.“ Aber letztlich habe ich mich dagegen entschieden, und ich bin froh, dass ich nie an einer Castingshow teilgenommen habe.

Stattdessen haben Sie sich für den weitaus steinigeren Weg entschieden.

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Ich bin sieben Jahre als Straßenmusiker aufgetreten. Das habe ich aber nicht täglich gemacht, und zwischendurch habe ich auch mal ein Jahr pausiert. Es war aber eine sehr gute Erfahrung, um seine Stimme zu entwickeln und seine Angst zu verlieren, vor fremden Leuten zu spielen. Außerdem kann man ganz gut testen, wie die eigenen Songs sind. Wenn die Leute einfach weitergehen, ist ein Song vielleicht nicht gut genug. Wenn die aber stehen bleiben und zuhören, ist das ein ganz gutes Zeichen.

Ab welchem Zeitpunkt wussten Sie, dass Sie eines Tages von der Musik leben könnten?

Als ich mein erstes Konzert in London gespielt habe, kamen zwar nur einige. Aber von denen kamen nach dem Konzert viele zu mir und erzählten, dass sie meine Songs erst tagsüber bei Spotify gehört hatten und sich spontan Tickets für mein Konzert gekauft hatten. Als ich wieder zu Hause war, habe ich also zuerst meine Spotify-Liste überprüft und aktualisiert. Von da an hatte ich nicht mehr fünf Aufrufe pro Tag, sondern irgendwann 40.000 Aufrufe. Dieses Konzert war der Moment, an dem sich für mich was verändert hat. Da begann meine musikalische Karriere.

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Seitdem sind zahlreiche Auftritte hinzugekommen. Welches Konzert ist noch in besonderer Erinnerung geblieben?

Da gab es einige. Aber wahrscheinlich das „Electric Picnic“-Festival in Irland vor 50.000 Leuten, ohne dass ich ein Album veröffentlicht hatte. Das ist verrückt, dass so etwas heutzutage möglich ist. Aber ich bin natürlich froh, dass ich diese Möglichkeit hatte. Ich hatte ausverkaufte Veranstaltungsorte, ohne ein veröffentlichtes Album zu haben. Jetzt ist endlich mein erstes Album erschienen, und ich bin dankbar, weiterhin touren zu können und meine Songs zu spielen.

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Sie touren nun weltweit. Wann waren Sie das letzte Mal zu Hause?

Vor gut einem Monat. Aber nur für einen Tag. Dass ich länger als eine Woche zu Hause war, ist Jahre her. (lacht) Als ich mich entschied, Musiker zu werden, dachte ich, dass man ins Studio geht, Songs aufnimmt und danach auf Tour geht. Aber es steckt noch so viel mehr dahinter. Die Leute denken: Wenn man nicht auf Tour ist, sitzt man zu Hause auf seiner Couch. Aber da gehört noch so viel mehr dazu.

Werden Sie noch nicht mal Weihnachten zu Hause sein?

Doch. Aber nur, weil ich am 22. und 23. Dezember in Dublin auftrete. (lacht) Meine Crew besteht aus 20 Leuten, von denen 16 aus England und nur vier aus Irland sind. Wir wissen noch nicht, welche Auswirkungen der Brexit auf unsere Crew haben wird. Noch können wir problemlos nach Deutschland, Frankreich und überallhin reisen. Ich denke, nach dem Brexit könnte das um einiges schwieriger werden.

Was wollten Sie werden, bevor Sie den Wunsch hatten, Musiker zu werden?

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Als Kind wollte ich immer Fußballprofi werden. In Irland wollen alle Jungs nach England gehen und Fußballstars werden. Aber es ist ja offensichtlich so, dass das nur einer aus einer Million werden kann. In der Musik ist es zwar ähnlich, aber da hatte ich schon bessere Chancen als als Fußballer. Bis heute bin ich froh, dass ich mich für die Musik entschieden habe.

Warum haben Sie Ihr erstes Album „Without Fear“ genannt?

In erster Linie ist es eine Erinnerung für mich selbst, dass ich nicht vergesse, wie man leben, arbeiten und lieben soll. Man sollte nicht zu viele Bedenken und Ängste haben bei allem, was man tut.