„Das Kapital im 21. Jahrhundert“: Geld negiert die Welt

  • Thomas Pikettys Bestseller „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ kommt als Doku ins Kino.
  • Die Mischung aus Expertenwissen und szenischen Einfällen macht den Film spannend.
  • Eine Erkenntnis: Mehr Wachstum bedeutet nicht unbedingt sozialen Fortschritt.
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Ein Sachbuch verfilmen? Ist das nicht todlangweilig? 2013 schrieb der französische Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty den Bestseller „Das Kapital im 21. Jahrhundert“. Es wurde zu einem der meistdiskutierten Sachbücher der Gegenwart. Piketty ist angetreten, die Missstände im westlichen kapitalistischen System aufzudecken und zu zeigen, dass mehr Geld und mehr Wachstum nicht unbedingt sozialen Fortschritt bedeuten müssen.

Regisseur Justin Pemberton hat aus diesem Stoff eine packende Dokumentation gemacht. Pemberton nimmt seine Zuschauer mit auf eine Reise, die im vorrevolutionären Frankreich des 18. Jahrhunderts beginnt.

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Geld heiratet Geld, nur wenige Menschen genießen Reichtum, der Großteil der Bevölkerung ist arm – und Armut ist ein Todesurteil. Auf der Reise durch zweieinhalb Jahrhunderte zeichnen Piketty und Pemberton nach, wie die Allgemeinheit zu mehr Wohlstand kam und die soziale Zufriedenheit wuchs.

Neue soziale Spannungen zeichnen sich ab

Heute, im 21. Jahrhundert, nähern wir uns für Piketty und andere befragte Experten wieder dem 18. Jahrhundert an. Wenige Menschen haben unglaublich viel Geld, während unglaublich viele wenig besitzen. Wir sind heute an einem Punkt, an dem es einer großen Zahl junger Menschen schlechter gehen wird als ihren Eltern. Was zu neuen sozialen Spannungen führt.

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Die Erkenntnisse des Films sind nicht immer neu, aber die Mischung aus Expertenwissen und wunderbar ausgewählten Sequenzen und auch der Musik macht die Doku zu einem spektakulären Akt der Kapitalismuskritik – und führt zu der Erkenntnis: Nein, ist nicht langweilig.

„Das Kapital im 21. Jahrhundert“, Regie: Justin Pemberton, 103 Minuten, FSK 12

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