Daniel Craig: “Ich bin schrecklich sensibel”

  • Er ist der Inbegriff der Lässigkeit und doch gibt es Dinge, die Daniel Craig zur Weißglut bringen.
  • Im Kino spielt er demnächst einen Detektiv und – letztmalig: Agent 007.
  • Im Interview spricht er über seinen Abschied und sein Image als cooler Gentlemen.
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Hallo, Mister Bond, Pardon, Blanc. Haben die beiden Figuren Ihrer nächsten Filme “Keine Zeit zu sterben” und “Knives Out” etwas gemeinsam?

Nein. Blanc ist eher der Hercule Poirot aus einem Agatha-Christie-Krimi.

Ist es Zufall, dass Ana de Armas in “Knives Out” mitspielt und auch das nächste Bond-Girl ist?

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Ja und nein. Als wir am Bond-Film arbeiteten, kam Regisseur Cary Fukunaga auf mich zu und fragte: “Kennst du Ana? Ich möchte sie für unseren Film haben.” Ana und ich hatten gerade “Knives Out” gedreht, und da lag es auf der Hand, dass ich für sie stimmte.

Hätten Sie privat auch die Gabe, mit Detektivspürsinn und Logik Verbrechen aufzuklären?

Bisher sind mir Gott sei Dank noch keine Morde untergekommen, die ich aufklären musste. (lacht)

In “Knives Out” geht es um Familienkonflikte. Wie gehen Sie solchen aus dem Weg?

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Der beste Weg, um Konflikte zu lösen, ist, die betroffenen Parteien in einen Raum zu stecken und darüber zu reden. Nur so kannst du sie lösen. Man muss sich dabei in die Augen schauen können, dann klappt es.

Sie kommen immer sehr cool und gelassen rüber. Was lässt Sie aus der Haut fahren?

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Ungerechtigkeit. Da geht mir der Hut hoch. Wenn Leute sich nicht gegenseitig unterstützen, sondern andere ans Messer liefern, sie verraten, dann fahre ich aus der Haut.

In “Knives Out” streiten die Geschwister um das Erbe ihres Vaters. Sie haben eine ältere Schwester, gab es da manchmal auch Reibereien?

Ich glaube, das haben wir alle schon mal erlebt. Das Problem ist, wenn man seiner Familie ein Erbe hinterlässt. Das spaltet die Hinterbliebenen, selbst wenn es um kleinere Summen geht. Ich finde, wer als reicher Mensch stirbt, der hat versagt!

Wie meinen Sie das?

Ich finde eine Erbschaft irgendwie geschmacklos. Man sollte nichts hinterlassen, wenn man diese Welt verlässt. Man sollte seinen Besitz weggeben, bevor man stirbt.

Sie werden also Ihren Kindern keinen Cent hinterlassen?

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Sorry, solche Fragen beantworte ich grundsätzlich nicht!

Dann Themawechsel. Was machen Sie als Erstes, wenn Sie am Ende eines langen Filmdrehs wieder daheim sind?

Urlaub! Am liebsten ist es mir, mich einfach an den Strand zu legen und nichts zu tun. Ich habe vor drei Wochen Bond abgedreht. An einem Freitagabend. Und am Montag lag ich im Sand.

Das Kapitel Bond ist für Sie wirklich abgeschlossen?

Ja! In Zukunft muss das ein anderer machen!

007 war ein großer Teil Ihres Berufslebens. Was steht als Nächstes auf Ihrer Wunschliste?

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Ich habe keine. Ich bin in der glücklichen Situation, wo man mir Drehbücher schickt und mir ganz verschiedene Rollen anbietet. Mein einziger Plan ist es, mit guten und netten Leuten zusammenzuarbeiten.

Haben Sie Interesse, vielleicht auch mal selbst irgendwann Regie zu führen?

Um Gottes willen, nein! Ich will nach Hause kommen, was essen und dann ins Bett gehen. Wenn du Regisseur bist, dann bist du nachts noch mit den Produzenten, Drehbuchautoren und was weiß ich alles am Telefon – und musst dann nach zwei Stunden Schlaf wieder hoch und zum Set. Nein, danke!

Sie haben aus dem coolen Bond einen Mann mit Gefühlen gemacht. Sind Sie privat eher tough oder eine sensible Seele?

Ich bin schrecklich sensibel. (lacht) Wenn ich in der richtigen Stimmung bin, dann öffnen sich sogar bei einer gut gemachten Fernsehwerbung die Emotionsschleusen, und ich heule. Wenn Dinge gut ausgehen, wenn Menschen sich tolle Gefallen tun oder so etwas.

Wenn man älter wird und dazu auch Vater ist, ändert das die persönliche Einstellung zum Leben?

Wie meinen Sie das?

Zum Beispiel, dass man die Welt, in der man lebt, seinen Kindern besser hinterlassen will, als man sie vorgefunden hat.

Niemand kann allein die Welt verändern. Auch mir ist das nicht möglich. Allerdings versuche ich schon, in wichtige Dinge involviert zu sein. Auf meine eigene Weise zu helfen. Wir als Menschen müssen uns zusammentun und für Dinge wie Klimaschutz kämpfen. Am Ende ist es aber immer noch Aufgabe von Regierungen, die richtigen Maßnahmen gegen Probleme wie Klimawandel zu ergreifen.

RND/Dierk Sinderman

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