Wegen Coronavirus: Diese Konzerte werden abgesagt

  • Nach Geisterspielen im Fußball werden nun auch vermehrt Konzerte wegen der Coronakrise abgesagt.
  • Madonna hat ihre Auftritte in Paris abgesagt, in Deutschland fallen diverse Kulturveranstaltungen aus.
  • Eine Übersicht über aktuelle Absagen.
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Hannover. Nach Geisterspielen im Fußball kommen nun die Geisterkonzerte in der Kultur – oder Absagen von Konzerten. Weltstars wie Madonna und Miley Cyrus haben ihre Konzerte bereits wegen der Coronakrise abgesagt, auch in Deutschland sind einige Auftritte gecancelt.

Carlos Santana sagt Europa-Termine seiner Tour ab

Stargitarrist Carlos Santana (72) hat die Europa-Termine seiner “Miraculous 2020 World Tour” abgesagt. Der Künstler habe mitgeteilt, dies sei die Folge gesundheitsbehördlicher Entscheidungen und lokaler Reisebeschränkungen, teilte der Veranstalter Live Nation am Dienstag in Frankfurt mit. Damit entfallen auch die geplanten Santana-Konzerte am 22. März in München und einen Tag später in Köln in der Lanxess-Arena. Die Tour solle 2021 nachgeholt werden, Termine stünden aber noch nicht fest, erklärte der Veranstalter.

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AnnenMayKantereit-Konzert in Flensburg behördlich verboten

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Die Kölner Band AnnenMayKantereit sollte eigentlich am Dienstagabend (10. März) in der Freiburger Sick-Arena spielen. Doch der Krisenstab der Stadt hat am selben Tag beschlossen, Großveranstaltungen zu verbieten. Und das trifft auch das AMK-Konzert. Ein Ersatztermin ist geplant.

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Rostock sagt alle Veranstaltungen ab: Konzert von Johannes Oerding fällt aus

Mittwochabend (11. März) sollte Deutsch-Sänger Johannes Oerding ein Konzert in der Rostocker Stadthalle geben. 5500 Karten waren bereits verkauft. Am selben Tag kündigte die Stadt ihr generelles Veranstaltungsverbot an. Auch Oerding ist betroffen. Ob und wann das Konzert nachgeholt wird, ist derzeit noch offen.

Mehr Informationen dazu bekommen Sie bei der Ostsee-Zeitung.

Andrea Berg sagt Konzerte ab

Sechs Konzerte der “Mosaik”-Arena-Tour von Andrea Berg müssen aufgrund des Coronavirus abgesagt werden, teilt die Musikerin via Instagram mit. Betroffen sind die Konzerte in Erfurt (13.03.), Nürnberg (14.03.), Braunschweig (15.03.), Magdeburg (20.03.), Bremen (21.03.) und Dortmund (22.03.). Weitere Absagen seien nicht ausgeschlossen. “Ich bin sowas von traurig”, schreibt Andrea Berg auf Instagram. Auch für sie und den Tourveranstalter Global Event & Entertainment sei die aktuelle Lage nicht einschätzbar.

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Dieter Nuhr darf nicht auftreten und ärgert sich über Veranstaltungsverbot

Wegen der immer weiter steigenden Anzahl der Coronavirus-Infektionen hat Ministerpräsident Armin Laschet am Dienstag verkündet, dass landesweit “bis auf Weiteres” keine Veranstaltungen mit mehr als 1000 erwarteten Besuchern stattfinden sollen. Die Entscheidung trifft auch Dieter Nuhr, der am Samstag (14. März) in der König-Pilsener-Arena in Oberhausen mit seinem Programm “Dieter Nuhr – Kein Scherz” auftreten sollte.

Der Komiker versteht diese Entscheidung allerdings nicht - und offenbarte seinen Frust bei Twitter. Dort bekam er allerdings Kritik für seine Aussage.

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Richard Marx tritt nicht mehr in Europa auf

Der US-Sänger und Songwriter Richard Marx hat wegen des neuartigen Coronavirus seine Konzerte in Europa abgesagt. Es bestehe die Gefahr, dass er wegen des Virus in einem Land feststecke und seine Tour deshalb nicht fortsetzen könne, sagte der 56-Jährige in einem Instagram-Post. Wegen dieser “unvorhersehbaren Reisebedingungen” angesichts der aktuellen globalen Gesundheitskrise wird die “Limitless”-Tour auf Herbst 2020 verschoben, wie das Musikunternehmen BMG am Dienstag mitteilte. Am Montag (16.3.) wollte Marx seine Deutschland-Tour in Hamburg beginnen. Die Absage betrifft alle europaweit geplanten Konzerte. Deutschlandweit sind sechs Konzerte betroffen – Hamburg, Berlin, Düsseldorf, München, Frankfurt und Leipzig. Bei der Suche nach Ersatzterminen solle die neue Tour weitestgehend ähnlich geplant werden, versprach Marx auf Instagram.

Plácido Domingo sagt Auftritt an der Staatsoper Hamburg ab

Der spanische Opernsänger Plácido Domingo hat seine für März und April geplanten Auftritte im Rahmen der “Italienischen Opernwochen” an der Hamburger Staatsoper wegen des neuartigen Coronavirus abgesagt. “Die Absage erfolgt aufgrund von medizinischen Empfehlungen bezüglich Alter und Komorbidität, was ein hohes Risiko im Falle einer Infektion mit Covid-19 bedeutet”, teilte die Staatsoper am Dienstag in Hamburg mit. Der 79 Jahre alte Domingo gilt demnach als gesundheitlich angeschlagen. Er hätte in der Oper “Simon Boccanegra” am 22. und 26. März sowie am 2. April auftreten sollen. Sein Auftritt stand zuletzt bereits nach Vorwürfen zahlreicher Frauen wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe gegen ihn infrage. Domingo hatte sich daraufhin bei den Frauen entschuldigt. Die Opern sollen dem Konzerthaus zufolge trotz der Absage Domingos aufgeführt werden.

James Blunt spielt Elbphilharmonie-Konzert vor leeren Rängen

Popsänger James Blunt hat am Mittwoch (12. März) in der Hamburger Elbphilharmonie Geschichte geschrieben. Als erster Musiker überhaupt spielte der 46-jährige Brite im Großen Saal ein Konzert ohne Publikum. Wegen des Coronavirus war am Nachmittag entschieden worden, den „Telekom Street Gig“ von Blunt vor leeren Rängen stattfinden zu lassen. Das Konzert konnte aber als Livestream kostenlos im Internet verfolgt werden.

„Ohne euch wäre es nur eine Probe“, richtete Blunt, lässig in T-Shirt, Jeans und Turnschuhen bekleidet, das Wort an die Zuschauer an den Bildschirmen. Der Musiker legte sich mit seiner vierköpfigen Begleitband ordentlich ins Zeug, sang eindringlich Hits wie „You’re Beautiful“ und „Goodbye My Lover“, spielte druckvoll Akustikgitarre und sprang auf sein Klavier. Von den Songs seines aktuellen Studioalbums „Once Upon A Mind“ stach besonders die emotionale Ballade „Monsters“ für seinen erkrankten Vater hervor.

Statt Jubel gab es zwischen den Liedern Stille und eine dunkle Bühne. Außenaufnahmen der bunt beleuchteten Elbphilharmonie wurden eingeblendet. Blunt selbst hatte offensichtlich Spaß: Schweißnass und strahlend schickte er immer wieder ein „Dankeschön“ raus in die Welt. Am Ende des gut anderthalbstündigen Auftritts applaudierten er und seine Band sich selbst.

Kölner Gürzenich-Orchester spielt Geisterkonzert

Erst Geisterspiele, nun auch noch Geisterkonzerte: Das Kölner Gürzenich-Orchester spielt wegen der Ausbreitung des Coronavirus ein Konzert ohne Publikum. Grund sei der Erlass der Landesregierung zur Absage von Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern, teilte die Orchesterleitung am Dienstagnachmittag mit. Das für den Abend geplante Konzert mit Werken von Hector Berlioz und Charles Ives werde aber trotzdem in der Kölner Philharmonie stattfinden – und per Livestream im Internet übertragen. “The music must go on!”, schrieben die Musiker auf ihrer Website. “In diesem Sinne freuen wir uns auf unser erstes Geisterkonzert mit Ihnen!” In das Konzerthaus passen mehr als 2000 Besucher.

Bayerische Staatsoper überträgt Stücke im Netz

Die Bayerische Staatsoper will während der Schließung wegen des Coronavirus ausgewählte Stücke trotzdem auf die Bühne bringen – vor leeren Rängen. Zuschauer könnten die Aufführungen live übers Internet verfolgen, sagte ein Sprecher am Dienstag in München. Livestreams seien unter anderem geplant von dem Akademiekonzert am 16. März und von der Premiere des Balletts “Schwanensee”. Zudem werde die Oper einzelne Vorstellungen als Video-on-Demand anbieten. Ein entsprechender Onlinespielplan soll in Kürze im Internet veröffentlicht werden. Von der Schließung betroffen ist auch die Uraufführung “7 Deaths of Maria Callas” der Performance-Künstlerin Marina Abramovic am 11. April. Die Proben liefen trotzdem weiter, sagte der Opernsprecher. Ob und wann die Zuschauer das Stück erstmals sehen können, dazu machte er noch keine Angaben. Man werde aber einen Weg finden.

RND/dpa

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