Coronavirus: Verband rechnet mit hohen Verlusten für Kinobetreiber

  • Die Ausbreitung des Coronavirus führt zu Verschiebungen von Blockbustern, wie zum Beispiel von den Filmen “James Bond” oder “Fast & Furious“.
  • Kinobetreiber halten sich bereits an strikte Sicherheitsvorkehrungen.
  • Trotzdem sorgen sie sich um hohe Verluste im Millionenbereich.
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Gemeinsam mit Freunden oder der Familie einen Film im Kino anschauen – in Deutschland ist das eine sehr beliebte Freizeitgestaltung. Im letzten Jahr gingen 18,6 Millionen Besucher in deutsche Kinos – so wurden mehr als eine Milliarde Euro erwirtschaftet. Doch es wird immer deutlicher: Die rasante Verbreitung des Coronavirus hat fatale Folgen für Kinobetreiber.

Problematisch sind besonders die Verschiebungen der großen Blockbuster, wie beispielsweise von dem Actionfilm “James Bond – Keine Zeit zu sterben”. In einer Pressemitteilung am Donnerstag beschreibt der Hauptverband Deutscher Filmtheater große Probleme: “Bereits jetzt sehen wir uns angesichts abgesagter Neustarts mit weitreichenden Folgen für die deutschen Kinos und alle anhängigen Wirtschaftsunternehmen konfrontiert.”

Verluste im Millionenbereich

Der Verband sorgt sich aber nicht nur um die Verschiebung von Filmpremieren, sondern auch um eventuelle Schließungen von Standorten: “Sollten die Filmtheater flächendeckend schließen müssen, wird dies für die deutsche Kinowirtschaft jede Woche zu Verlusten in Höhe von 17 Millionen Euro führen.”

In diesem Fall hoffen die Kinobetreiber auf politische Unterstützung: “Wir werden akute Soforthilfe benötigen und sehr schnell auf die zahlreichen Mittel, die der Bund jetzt beginnt bereitzustellen, zurückgreifen müssen.”

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Strikte Sicherheitsvorkehrungen in Kinos

Schon jetzt reagieren die Kinobetreiber mit strikten Vorsichtsmaßnahmen auf die Gesundheitskrise. Vertreter des Unternehmens Vue, dem Mutterkonzern der über 30 Cinemaxx-Kinos in Deutschland, bestätigte gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), dass die Lage evaluiert wird. “Wir beobachten die Entwicklungen rund um das Coronavirus sehr genau.” Wichtig für Vue ist, dass die Mitarbeiter und Besucher geschützt werden. “Die Sicherheit unserer Kunden und Mitarbeiter ist für uns von größter Bedeutung, daher halten wir uns in dieser Situation eng an die offiziellen Richtlinien.” Sobald sich die Richtlinien aber ändern, werde man entsprechend reagieren.

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Die Pressesprecherin der CineStar-Kinobetreiber weist gegenüber dem RND darauf hin, dass sich jeder Theaterleiter an die speziellen Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes halten muss. Darüber hinaus sei in jedem Kino schon seit Wochen der durch das Robert-Koch-Institut empfohlene Katalog an Präventivmaßnahmen durchgesetzt worden.

Maximal 150 Plätze in einem Kinosaal

Zusätzlich werden weitere Schritte getan. Laut CineStar zum Beispiel die “Reduzierung der kaufbaren Sitzplatzkapazitäten unserer Kinos auf 50 Prozent der vorhandenen Plätze” und die “Beschränkung der Sitzplatzkapazitäten pro Kinosaal auf maximal 150 Plätze”, falls es keine anderen lokalen Bestimmungen gibt.

Sogar die Filmvorstellungen werden so organisiert, dass die Ansammlung von Gästen in den Foyerbereichen auf ein Minimum reduziert werden, so CineStar.

Erst 2019 konnte sich laut “Statista” die deutsche Kinolandschaft von dem vorherigen schwachen Jahr wirtschaftlich erholen. Es bleibt abzuwarten, wie sich das in diesem Jahr entwickeln wird.

RND/am



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