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Corona-Pandemie: Produzent Nico Hofmann sieht Filmbranche gefährdet

  • Auch in der Filmbranche kommen ganze Produktionen zum Erliegen.
  • Produzent Nico Hofmann sieht dadurch viele Existenzen gefährdet.
  • Für die Maßnahmen der Regierung hat er dennoch Verständnis.
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Auch in der Filmbranche merkt man die Auswirkungen der Corona-Krise. Produzent und UFA-Chef Nico Hofmann ist direkt davon betroffen und musste bereits einige seiner Produktionen vorübergehend aussetzen lassen, verriet er der “Bild” in einem Interview.

Aktuell habe er 20 laufende Produktionen wie “GZSZ”, von denen die Mehrzahl nun pausiere. “Die meisten wollen arbeiten, aber niemand nimmt die Situation leicht”, so Hofmann. Man halte sich auch in der Filmbranche an die behördlichen und gesundheitlichen Auflagen. “Wir haben da, wo es geht, Home-office angeordnet”, sagt der Produzent. Außerdem seien Notfallpläne aufgestellt worden.

An den Produktionen hängen ganze Existenzen

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Eine besondere Herausforderung sei allerdings die nicht einheitliche Regelung der verschiedenen Bundesländer, weshalb Hofmann an die Zuständigen aller Bundesländer geschrieben habe. Aktuell versuchen er und seine Teams, die Storylines vieler Produktionen umzuschreiben und Sets umzubauen. So sollen Abstände vergrößert und hygienische Standards verbessert werden.

Hofmann ist dennoch bewusst, dass die Branche unter Umständen nicht als systemrelevant eingestuft werden könnte. Doch wird ein Set geschlossen, stehen ganze Existenzen auf dem Spiel: “Dann sind mindestens 60 Menschen und ihre Familien davon betroffen”, so der UFA-Chef gegenüber der Bild.

Hofmann zeigt dennoch Verständnis für die Maßnahmen

Nach etlichen Gesprächen mit Medizinern ist ihm klar, dass die Zeitspanne immer größer wird. Der Zeithorizont gehe eher in Richtung 60 Tage – 14 Tage Stillstand werden aller Wahrscheinlichkeit nach nicht reichen. Doch der 60-Jährige zeigt Verständnis für die ergriffenen Maßnahmen der Politik: “Ich verstehe, dass die deutsche Politik auf die Medizin reagieren muss. Es geht ja nicht anders”. Auch die langfristigen Folgen der Krise behält er im Blick. Er ist sich sicher, man brauche hinterher ein starkes Solidarsystem. “Ohne Steuererhöhungen bei den Besserverdienenden, zu denen auch ich gehöre, wird es nicht wieder aufwärtsgehen”.

Der Produzent ist aber nicht nur beruflich schwer von der Krise betroffen. Auch privat musste er zurückstecken, verriet er der Bild. Dass er seine Eltern nicht sehen kann, schmerzt ihn am meisten. “Das Altenheim, in dem mein Vater lebt, ist geschlossen. Ich kämpfe gerade darum, dass er ein Telefon bekommt.”

RND/lth



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