Corona-Kunst: Banksy wirbt in London fürs Maskentragen

  • In einer U-Bahn-Station in London hat der Streetart-Künstler Banksy Ratten gemalt und wirbt damit für das Tragen von Masken während der Corona-Krise.
  • Ein Video von seinem neuesten Einsatz teilte er auf Instagram.
  • Dazu schrieb er: "Wenn du keine Maske trägst, kapierst du es nicht".
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London/Rom. Der geheimnisvolle Streetart-Künstler Banksy hat in einer U-Bahn in London mit Ratten-Bildern für das Tragen von Masken in der Corona-Krise geworben. Auf einem auf Instagram verbreiteten knapp einminütigem Video soll Banksy selbst zu sehen sein - mit Maske, weißem Schutzanzug, blauen Handschuhen und einer orangefarbenen Warnweste. Passagiere erkennen ihn nicht, weil sie ihn wohl für einen Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe halten. Das Video wurde bis Dienstagabend mehr als 1,7 Millionen Mal angeklickt.

Auf dem Video ist zu sehen, wie der Künstler mit Hilfe von Schablonen Ratten auf die inneren Wände und Fenster der Waggons malt. Ein Tier segelt zum Beispiel mit einem Mundschutz als Fallschirm herab, ein anderes - ohne Maske - niest viel Farbe an ein Fenster. Für seine Bilder benutzte Banksy auch Spraydosen und ein Drucksprühgerät.

Banksy: “Wenn du keine Maske trägst, kapierst du es nicht”

Zum Schluss des Videos spielt Banksy auf den Hit "Tubthumping" der Band Chumbawamba an, in dem es unter anderem heißt: "I get up again" (etwa: Ich stehe wieder auf). Als Kommentar hinterließ Banksy auf Instagram: "Wenn du keine Maske trägst, kapierst du es nicht."

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Die britische Regierung gab am Dienstag bekannt, dass vom 24. Juli an eine Maskenpflicht in Supermärkten und anderen Geschäften in England gelte. Jeder Landesteil in Großbritannien entscheidet über seine eigenen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. Eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln wurde im Juni in England eingeführt.

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Zeitgleich: Italien gibt aus Bataclan gestohlene Banksy-Tür an Frankreich zurück

Ebenfalls am Dienstag hat Italien die sogenannte Banksy-Tür, die aus der Pariser Konzerthalle Bataclan gestohlen wurde, an Frankreich zurückgegeben. Die Behörden wählten für die Übergabe des Werks, das von dem britischen Streetart-Star Banksy stammen soll, den französischen Nationalfeiertag. Zum Festakt am Dienstag in der französischen Botschaft in Rom hatte die italienische Polizei eingeladen. Auf der Ausgangstür des Clubs ist eine traurige Frau mit Schleier zu sehen. Die Tür war im Januar 2019 in Paris abmontiert worden. Erst im Juni 2020 hatten Ermittler das gestohlene Kunstwerk in einem Landhaus in der Region Abruzzen aufgespürt.

Die Hintergründe des Kunst-Krimis sind noch nicht voll bekannt. Ermittler hatten Ende Juni sechs Verdächtige in Frankreich geschnappt. Sie kamen nach Behördenangaben in Untersuchungshaft. Die Kulturschutzpolizei in Italien hatte zuvor von einer “Reise” gesprochen, die das Werk hinter sich habe.

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Bataclan-Club ist seit dem Terroranschlag 2015 ein symbolträchtiger Ort

Nach Angaben des Chefs der Kulturschutzpolizei, Roberto Riccardi, vom Dienstag wird auch in Italien gegen zwei Personen ermittelt, darunter gegen den Besitzer des Hauses bei Teramo in den Abruzzen. Die Tür werde "aus technischen Gründen" noch etwas im Land bleiben und dann zurück nach Paris gehen, sagte er.

Das Bataclan ist für die französische Hauptstadt symbolträchtig: Dort waren am 13. November 2015 bei einem Terroranschlag 90 Menschen getötet worden. Das düstere Bild der Frau war danach auf der Außentür aufgetaucht. Es soll ein Tribut Banksys an die Terroropfer sein. Unzweifelhaft gesichert ist das zwar nicht, aber der Künstler hatte es auf seinem Instagram-Account 2018 veröffentlicht. Banksy ist der wohl prominenteste Streetart-Künstler. Sozialkritisch kommentiert er als großes Mysterium der Kunstwelt immer wieder gesellschaftliche Entwicklungen. Seine Identität ist nur wenigen Vertrauten bekannt.

RND/dpa

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