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  • Corona: Konzertverband für 3G-Regel – Freedom-Day ab 1. Dezember gefordert

Konzertverband spricht sich für 3 G aus – und fordert Freedom Day ab 1. Dezember

  • Bei Großveranstaltungen wie Konzerten gelten derzeit in den Bundesländern unterschiedliche Regelungen.
  • Der Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft „BDKV), Jens Michow, baut auf eine bundesweit einheitliche 3G-Regelung ohne Kapazitätsbeschränkung.
  • Doch gehen seine langfristigen Pläne noch weiter: „Wir fordern einen Freedom Day ab dem 1. Dezember“, sagt er im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).
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Eigentlich hatte die Rockband Die Ärzte vor, ab Ende Oktober mit ihrem neuen Album im Gepäck in 15 Städten in Deutschland, der Schweiz oder Österreich auf Konzerttournee zu gehen. Doch sagten sie diese mit Verweis auf viele unterschiedliche Corona-Maßnahmen in den einzelnen Bundesländern ab. Eine „so große Tour wie die von uns geplante mit derart viel Unsicherheit der Genehmigungslage“ sei so nicht möglich, hieß es auf der Webseite der Musiker. Damit sind Die Ärzte nicht allein.

Jens Michow, Präsident des Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, kennt diese Problematik nur zu gut. „Derzeit herrscht in Deutschland bei den Corona-Maßnahmen ein kompletter Flickenteppich. In manchen Ländern kann man mit 2 G, in manchen mit 3 G ohne Kapazitätsbeschränkungen planen. Und dann gibt es noch zahlreiche unterschiedliche Sonderauflagen“, kritisiert er im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) die derzeitigen Corona-Maßnahmen.

3G-Modell als bundeseinheitliche Lösung?

„Wir brauchen eine bundesweit einheitliche Lösung für Großveranstaltungen, damit wir überhaupt Tourneen durchführen können. Diesen Appell haben wir auch an Bundesgesundheitsminister Spahn gerichtet“, so Michow weiter. Wer eine Tour unproblematisch planen wolle, dürfe diese nur in Schleswig-Holstein veranstalten, so Michow scherzend. Denn dies sei das einzige Bundesland, in dem es so gut wie keine Restriktionen mehr gebe.

Auch liefert Michow gleich einen Entwurf für eine solche einheitliche Regelung: „Wenn es eine einheitliche Lösung gibt, präferieren wir klar eine 3G-Lösung, sofern sie uns eine Vollauslastung ermöglicht“, erklärt Michow. Denn sollte die 2G-Regel einheitlich angewandt werden, müsse ein großer Teil des Publikums ausgeschlossen werden. Das gelte umso mehr, wenn bereits Tickets verkauft worden seien oder ein Konzert nachgeholt werde. Einen klaren zeitlichen Rahmen hat Michow ebenfalls: Im Herbst solle, wenn es nach Forderungen des BDKV geht, die 3G-Regelung ohne Kapazitätsbeschränkungen durchgesetzt werden. Nur dann seien die Veranstalter wieder in der Lage, ihr eigenes Geld zu verdienen und nicht mehr von staatlichen Hilfen abhängig zu sein. Auch müssten alle internationalen Künstler wieder problemlos ein- und ausreisen können.

BKDV fordert Freedom Day

Doch gehen die langfristigen Plänen des Verbands noch weiter: „Wir fordern einen Freedom Day ab dem 1. Dezember“, sagt Michow im Gespräch deutlich. Als Freedom Day wird der Wegfall aller Corona-Restriktionen verstanden. Dänemark, Schweden, Norwegen und Großbritannien haben dies beispielsweise bereits eingeführt. „Uns muss doch allen klar sein, dass wir nie Zero Covid erreichen. Und wir werden auch nie eine hundertprozentige Impfquote erreichen. Worauf warten wir also noch?“, sagt der Verbandspräsident zur Begründung.

Derzeit aber sind Corona-Maßnahmen noch Ländersache. Auf neue Regelungen wie 2G- oder 3G-Optionsmodelle können Veranstalter nicht kurzfristig reagieren. „Zurzeit sind noch viele Veranstaltungen mit Schachbrettmuster-Besetzung im Verkauf. Selbst wenn nun seit Kurzem unter Anwendung der 3G-Regel Vollauslastung möglich ist, ist es den Veranstaltern unmöglich, innerhalb von wenigen Wochen noch mal die doppelte Anzahl von Karten zu verkaufen“, erklärt Michow.

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