• Startseite
  • Kultur
  • Brexit: Pianist Julius Drake zu Visaregeln: „London wird musikalisch verarmen“

Pianist Drake zu Brexit-Regeln: „London wird musikalisch verarmen“

  • Der britische Pianist Julius Drake kritisiert die neuen Visaregeln für Kunstschaffende.
  • Sie seien ein „Albtraumszenario“, die internationale Karriere würde sterben.
  • Durch die neuen, brexitbedingten Regeln sind für Künstler Genehmigungen notwendig, die zeitaufwendig und kostenintensiv sind.
Anzeige
Anzeige

London. Der renommierte britische Pianist Julius Drake hat die neuen Brexit-Visaregeln für Kunstschaffende als Alptraumszenario kritisiert. „Wenn man nicht reisen kann, stirbt die internationale Karriere“, sagte Drake der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Niemand kann seinen Lebensunterhalt nur in Großbritannien verdienen.“

Es gebe zu wenige Auftrittsmöglichkeiten. Und auch der britischen Kulturlandschaft drohe ein Einbruch. „Ich kann mir keine Welt vorstellen, in der in Großbritannien nur britische Künstler zu sehen sind“, sagte Drake. „Wenn in London nicht die besten Talente aus dem Ausland auftreten können, wird London musikalisch verarmen.“

Britische Künstler brauchen spezielle Erlaubnisse für Auftritte in der EU

Monatelange Tourneen, aber auch Gastauftritte und Festival-Teilnahmen sind nach dem Brexit schwieriger geworden. Um sich länger in der EU aufzuhalten und dort zu arbeiten, sind für Briten nun spezielle Erlaubnisse notwendig und umgekehrt. Das gilt sogar für das musikalische Equipment und bedeutet insgesamt bürokratischen und finanziellen Aufwand.

Anzeige

Die Briten und die EU schieben sich gegenseitig die Schuld dafür in die Schuhe, keine großzügigeren Regeln gefunden zu haben. In einer Petition fordern britische Musikerinnen und Musiker eine Einigung.

Freie Orchester und Ensemble besonders betroffen

Anzeige

Derzeit herrsche große Verwirrung, sagte der weltbekannte Opernsänger Ian Bostridge der dpa. Am schwersten betroffen seien Ensembles und Orchester, vor allem solche, die von Tourneen lebten und keinen festen Standort hätten. Bostridge betonte, die Künstlergemeinschaft müsse auf die Politik einwirken. „Wir dürfen nicht in Depression versinken“, sagte der Tenor. „Wir sind enge Nachbarn, wir teilen dieselbe Kultur. Es ist lächerlich, dass es einfacher sein soll, in Russland aufzutreten als in Teilen der EU.“

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen