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Ehrung folgt auf Frankfurter Buchmesse

Friedenspreis des Buchhandels für den ukrainischen Autor Serhij Zhadan

Serhij Zhadan stellt am 16.10.2015 sein Buch "Mesopotamien" auf dem Blauen Sofa der Buchmesse Frankfurt vor. (Archivbild)

Frankfurt/Main. Der ukrainische Schriftsteller, Übersetzer und Musiker Serhij Zhadan erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2022. Das teilte der Stiftungsrat am Montag in Frankfurt am Main mit. Geehrt werde der Autor „für sein herausragendes künstlerisches Werk sowie für seine humanitäre Haltung, mit der er sich den Menschen im Krieg zuwendet und ihnen unter Einsatz seines Lebens hilft“, hieß es zur Begründung.

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Der 47-jährige Zhadan gehört zu den wichtigsten Stimmen der ukrainischen Gegenwartsliteratur. Er lebt nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels bis heute in Charkiw.

Zhadan im Gebiet Luhansk geboren

In seinen Romanen, Essays, Gedichten und Songtexten führe er in eine Welt, die große Umbrüche erfahren habe und zugleich von der Tradition lebe, hieß es in der Begründung des Stiftungsrates. „Seine Texte erzählen, wie Krieg und Zerstörung in diese Welt einziehen und die Menschen erschüttern.“ Dabei finde er eine eigene Sprache: „Nachdenklich und zuhörend, in poetischem und radikalem Ton“ erkunde Zhadan, „wie die Menschen in der Ukraine trotz aller Gewalt versuchen, ein unabhängiges, von Frieden und Freiheit bestimmtes Leben zu führen“.

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Zhadan wurde am 23. August 1974 in Starobilsk im Gebiet Luhansk geboren. Er studierte in Charkiw Literaturwissenschaft, Ukrainistik sowie Germanistik und promovierte 1996. Seit Anfang der 1990er-Jahre organisiert er Literatur- und Festivals und veröffentlicht Romane, Gedichte, Erzählungen und Essays. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar leistet er verstärkt humanitäre Hilfe.

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Zhadan dankt für Zeichen der Solidarität

Zhadan hat die Verleihung des Friedenspreises an ihn im laufenden Krieg als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine gewertet. „Ich danke den deutschen Verlegern und Buchhändlern für den diesjährigen Friedenspreis. Es ist sehr wichtig, dass die Ukraine im deutschen Informationsraum präsent ist“, schrieb der 47-Jährige am Montag bei Facebook.

Für ihn sei es zudem wichtig, dass die Ukraine durch die Verleihung auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober Gegenstand der Diskussion bleiben wird. „Wir fordern Waffen, doch verlangen wir auch die informationelle Unterstützung“, betonte der aus dem umkämpften Luhansker Gebiet stammende Zhadan. Jede Unterstützung der ukrainischen Kultur würde zum ukrainischen Sieg gegen Russland beitragen. Sein Land müsse gewinnen, um die eigene Zukunft zu verteidigen.

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Preisverleihung auf Frankfurter Buchmesse

Die angesehene Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert. Gewürdigt werden damit Persönlichkeiten, die in Literatur, Wissenschaft oder Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen haben. Im vergangenen Jahr wurde die Autorin und Filmemacherin Tsitsi Dangarembga aus Simbabwe ausgezeichnet.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Berufsorganisation der Verlage und Buchhandlungen, vergibt den Preis seit 1950. Die Ehrung wird zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse überreicht. Diese findet in diesem Jahr vom 19. bis 23. Oktober statt.

RND/dpa

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