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Begeisterung für junge Dichterin Amanda Gorman: „Ich war nie stolzer“

  • Einen bewegenden Auftritt bei der Amtseinführung von US-Präsident Joe Biden legt die 22 Jahre alte Poetin Amanda Gorman hin.
  • Sie trägt ein Gedicht vor, in dem sie ihre eigene Lebensgeschichte mit der harten sozialen Realität Amerikas verwebt.
  • Die Begeisterung ist groß.
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Washington. Der Vortrag der 22-jährigen schwarzen Lyrikerin Amanda Gorman hat der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden eine besondere Note gegeben. Der von Biden beschworenen Abkehr von der groben Rhetorik seines Vorgängers Donald Trump, dem Aufruf zur Überwindung der politischen Gräben und zur Einigkeit, verlieh Gorman Nachdruck in ihrem Gedicht „The Hill We Climb“ - „Der Berg, den wir ersteigen“.

„Even as we grieved, we grew“ - „Selbst als wir trauerten, wuchsen wir“, trug Gorman eindringlich vor, und: „Wir haben uns nicht darauf vorbereitet gefühlt, die Erben von solch einer erschreckenden Stunde zu sein. Aber mittendrin fanden wir die Kraft, ein neues Kapitel hervorzubringen, uns selbst Hoffnung und Lachen zu bieten.“

Gorman ist von allen Dichterinnen und Dichtern bei weitem die jüngste, die bei Amtseinführungen von US-Präsidenten auftrat. John F. Kennedy lud 1961 David Frost ein, Maya Angelou und Elizabeth Alexander sind weitere Vorgängerinnen. Als Tribut an Angelous Memoiren „Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt“ trug sie Ohrringe und einen Ring mit einem Vogel im Käfig. Gorman hatte sie von Oprah Winfrey erhalten, einer engen Freundin der 2014 verstorbenen Autorin.

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Lob von Oprah Winfrey und Lin-Manuel Miranda

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Winfrey zeigte sich begeistert über Gormans Vortrag. „Ich war nie stolzer, eine weitere junge Frau aufsteigen zu sehen“, twitterte die TV-Legende. „Brava Brava @TheAmandaGorman! Maya Angelou jubelt - und ich auch“.

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Großes Lob spendete auch „Hamilton“-Autor Lin-Manuel Miranda, der einfach twitterte: „YES @The AmandaGorman!!!“ Die antwortete kurz darauf selbstbewusst: „Thx @ Lin_Manuel! Hast du die beiden @HamiltonMusical Anspielungen im Amtseinführungsgedicht mitbekommen? Ich konnte nicht widerstehen!“

Unter den Inspirationen aus dem Musical sind: „History has its eyes on us“ („die Geschichte schaut auf uns“) - eine Variation des „Hamilton“-Songs „History Has Its Eyes On You.“

Amanda Gorman nimmt Bezug auf Sturm des Kapitols

Der Sturm des Kapitols durch aufgestachelte Trump-Anhänger am 6. Januar habe ihr einen zweiten Schub gegeben, ihr Gedicht zu vollenden, sagte Gorman der Nachrichtenagentur AP. Die Bezugnahme ist in diesen Zeilen unmissverständlich:

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„Wir haben eine Kraft gesehen, die unsere Nation eher erschüttert als an ihr teilzuhaben, die unser Land zerstören würde, wenn es bedeuten würde, Demokratie zu verzögern. Und diese Anstrengung hätte beinahe Erfolg gehabt. Obwohl aber Demokratie regelmäßig verzögert werden kann, kann sie niemals permanent besiegt werden.“

Gorman wurde von Bidens Frau Jill eingeladen, bei der Amtseinführung mitzuwirken. In sehr persönlichen Worten erklärt sie in dem Gedicht: „Wir, die Erben eines Landes und einer Zeit, in der ein dünnes schwarzes Mädchen, abstammend von Sklaven und aufgezogen von einer alleinerziehenden Mutter, davon träumen kann, Präsidentin zu werden, nur um sich wiederzufinden, für einen (Präsidenten) zu rezitieren.“

RND/AP

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