„Yeah! Yeah! Yeah!“: Jetzt kann man die Beatles an der Uni in Liverpool auch studieren

  • Die Universität Liverpool ehrt ihre wohl bekanntesten Söhne – mit einem eigenen Master-Studiengang.
  • Das Programm wendet sich an angehende Künstler, aber auch an Studenten, die ihre Zukunft in Tourismus oder in Museen und Galerien sehen.
  • Erforscht werden soll unter anderem der bis heute anhaltende Einfluss der Band auf die Musik.
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Zweifelsohne sind die Beatles bis heute die Royals unter den Bands der Welt. Von Herbst 1962 („Love Me Do“) bis Frühjahr 1970 („Let It Be“) waren sie Maßstab und Messlatte der Pop- und Rockmusik weltweit. 13 Alben, zahllose Songs, von denen sich viele danach in Klassiker verwandelten. Bis heute hat das Quartett aus John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr Einfluss auf die Popmusik. Wie groß dieser ist, kann man jetzt in der Heimatstadt der Fab Four richtig studieren – im Masterprogramm „The Beatles: Musikindustrie und Vermächtnis“ an der Universität Liverpool.

Beatles-Studiengang ist kein Kneipenquiz

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Holly Tessler, Leiterin des Studiengangs und Beatles-Expertin, will sich damit sowohl an Studenten wenden, die eine Karriere im Musikbusiness planen, als auch an Menschen, die sich beruflich eher in Richtung Museen, Galerien oder Tourismus orientieren. Zuerst aber muss Tessler mit Vorurteilen aufräumen: „Die Leute hören das Wort Beatles und denken, dass es wie ein Kneipenquiz ist oder dass wir „Sergeant Pepper“ hören und uns erzählen, wie toll das Lied ist“, sagt die Amerikanerin im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Dafür braucht niemand einen Studienabschluss.“

Der Dozentin geht es um mehr. Ziel sei, das vorherrschende Denken über die Band in Frage zu stellen – umso mehr, da Zeitzeugen älter werden. Von den vier Beatles leben noch zwei: Der geniale Songschreiber Paul McCartney wird nächstes Jahr 80, Drummer Ringo Starr 82. Experten erzählen hinter vorgehaltener Hand, die Erinnerung der Bandmitglieder ändere sich durchaus je nach Tagesform oder Laune.

„Was diesen Masters-of-Arts-Studiengang einzigartig macht, ist, dass er sich auf die Beatles auf zukunftsträchtige Weise fokussiert“, sagt Tessler. Im weiteren Sinn sei er auch ein Studiengang über das kulturelle Vermächtnis der Stadt und ganz Großbritanniens.

Mike Jones von der Beatles Legacy Group, die über den ökonomischen Wert des Beatles-Tourismus für die Stadt forscht, sagte: „Liverpool sollte nicht nur als Geburtsort der Beatles gelten, sondern auch als Ort ihrer Prägung. Was die Beatles in die Welt hinaustrugen, war – zum Teil – Liverpools einzigartige Kultur.“

„Wir freuen uns darauf, die ersten Studenten des Master-of-Arts-Studiengangs Beatles im Jahr 2021 zu begrüßen“, sagte Professorin Catherine Tackley, Leiterin des Fachbereichs Musik an der Universität Liverpool.

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Liverpool hat viele Beatles-Kultstätten – vom Denkmal für die Titelfigur aus dem Song „Eleanor Rigby“ bis zum Cavern Club, in dem die Karriere der Band Fahrt aufnahm. Auf Touren (vorzugsweise bucht man sich einen Platz in einem gelben Magical-Mystery-Tour-Bus) geht es zu den Orten, an denen die Bandmitglieder aufwuchsen. Und mit etwas Glück kommt einem ein blitzsauberes Feuerwehrauto entgegen, wenn man in die „Penny Lane“ einbiegt – wie im Song.

Tourismusbranche setzt Hoffnungen in Beatles-Studiengang

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Die Kulturdezernentin Liverpools, Claire McColgan, jubilierte über den neuen Studiengang: „Das zieht internationale Studenten an, es ist fantastisch für die Stadt.“ Hoffnungen in das erweiterte Studienangebot der Universität Liverpool setzt man auch in der Tourismusbranche. „Die Beatles zu studieren, bedeutet nicht, nur etwas über eine Rock‘n‘Roll-Band zu lernen“, stellte Roag Best, Eigentümer eines Beatles-Museums und Stiefbruder des ersten Beatles-Drummers Pete Best, klar.

Die Band habe damals der ganzen Kultur eine neue Richtung gegeben: „Die Beatles haben diese Grenze überschritten.“ Außerdem machte Best klar, die Ansicht, nur Liverpool habe von Beatles profitiert, sei einseitig: „Liverpool machte die Beatles konkurrenzfähig, machte sie wettbewerbshärter.“

RND/big/dpa/Teleschau

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