Barry Gibb zieht Bee-Gees-Songs ein Countrykleidchen an

  • Country ist der Rock ’n’ Roll der älteren Männer, hat Heinz Rudolf Kunze mal gesagt.
  • Jetzt unterzieht Barry Gibb die Pop- und Discosongs der Bee Gees einem Countryanstrich.
  • Ein erster Song mit Jason Isbell ist Vorgeschmack auf das im Januar erscheinende Album „Greenfields: The Gibb Brothers’ Songbook Vol. 1“.
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„Country ist der Rock ’n’ Roll der älteren Männer“, hat Heinz Rudolf Kunze mal schmunzelnd gesagt, als auf dem fantastischen Doppelalbum „Tiefenschärfe“ seiner Zweitband Räuberzivil hübsch kantige Americana auszumachen waren. Dass Country aber auch der Discosound der älteren Herren ist, ist neu. Der letzte Überlebende der Bee Gees, Sixties-Pop- und Discoikone Barry Gibb, war aber angeblich schon immer ein großer Fan des Nashville-Sounds.

Spurenelemente gibt es tatsächlich in der Bee-Gees-Geschichte, die diese Behauptung untermauern. 1983 nahmen die Countrystars Kenny Rogers und Dolly Parton den ursprünglich für Soulmann Marvin Gaye geschriebenen Titel „Islands in the Stream“ von den Bee Gees auf. Noch 22 Jahre später wurde der Song in einer Umfrage zum besten Countryduett aller Zeiten gewählt.

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Einen Albumvorboten singt Barry Gibb mit Jason Isbell

Und jetzt nimmt der 74-jährige Gibb also ein ganzes Countryalbum auf. Dazu interpretiert er Hits und auch einige nicht allzu bekannte Songs aus dem Bee-Gees-Oeuvre neu. Bis zur Veröffentlichung von „Greenfields: The Gibb Brothers’ Songbook Vol. 1“ am 8. Januar 2021 wird zwar noch einige Zeit verstreichen – einen Vorboten aber gibt es schon mal: „Words of a Fool“, eine Ballade, die bislang noch nicht offiziell erschienen ist. Allein mit diesem Schmachter wird das Album zur Pflicht für Country- und Americana-Fans. Duettpartner ist kein Geringerer als 400-Unit-Frontmann Jason Isbell („Here We Rest“).

Von Stars der offiziellen und alternativen Countryszene lässt sich Gibb begleiten. Bei der Sixties-Ballade „I’ve Gotta Get a Message to You“ steht ihm Chartsgröße Keith Urban bei, die Bluegrass-Meisterin Alison Krauss, die schon mit Led-Zep-Sänger Robert Plant aufnahm, ist bei der Discoballade „Too Much Heaven“ an seiner Seite. Weitere Gaststars sind unter anderem Dolly Parton („Words“), Olivia Newton-John („Rest Your Love on Me“), Sheryl Crow („How Can You Mend a Broken Heart“) und Miranda Lambert („Jive Talkin'“).

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Gibb sieht die RCA-Studios als „magischen Ort“

„Barry ist ein Prinz!“, befand der schwer beeindruckte Isbell im Studio, Produzent David Cobb empfand es als „wahnsinnig große Ehre, mit einem meiner Helden arbeiten zu können“. Ein Kompliment, das Gibb zurückgab: „Vom ersten Moment an, als wir die RCA-Studios in Nashville betraten – jenen Ort also, wo so viel Magisches passiert ist, wo Elvis, Willie (Nelson, Anm. d. Red.), Waylon (Jennings), Roy (Orbison), die Everly Brothers und so viele andere Legenden ihre Meilensteine aufgenommen haben –, nahm dieses Album eine Art Eigenleben an.“

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Und mit ein wenig Wehmut erinnerte er an seine verstorbenen Bee-Gees-Brüder Robin und Maurice. Tief in seinem Inneren wisse er, dass den beiden das Album gefallen hätte. „Ich wünschte, wir hätten es gemeinsam einspielen können. Aber andererseits denke ich: In gewisser Weise haben wir das.“

PS: Von dem eingangs erwähnten Countrykönner Heinz Rudolf Kunze erscheint heute übrigens das Livealbum „Wie der Name schon sagt – Solo live“.

RND/big

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