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ARD zu „Tatort“-Darstellern bei #allesdichtmachen: „Allen steht das Recht zu, ihre Meinung zu äußern“

  • Schaut man sich die Videos der Aktion #allesdichtmachen an, sind dort einige „Tatort“-Darsteller beteiligt.
  • Einige haben ihre Clips schon wieder gelöscht, andere wehren sich öffentlich gegen die Kritik.
  • Und was sagt der Arbeitgeber, die ARD, dazu?
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Unter den 53 Film- und Fernsehschauspielern, die an der umstrittenen Internetaktion unter dem Motto #allesdichtmachen mitgemacht haben, tummeln sich auch einige „Tatort“-Kommissarinnen und -Kommissare. Offenbar ist den TV-Spürnasen das Gespür abhandengekommen, denn die Videoaktion hat für viel Wirbel – und nicht nur positiven – gesorgt.

„Künstler und Künstlerinnen sprechen für sich“

Jan Josef Liefers, Ulrich Tukur, Ulrike Folkerts, Felix Klare, Wotan Wilke Möhring, Meret Becker oder Richy Müller haben ihre Clips mit persönlichen Statements zur Corona-Politik der Bundesregierung auf Youtube verbreitet. Die Videos sind alle nach der gleichen Machart: Die beteiligten Prominenten tun so, als unterstützten sie die Maßnahmen und wollten noch strengere, machen sich dann darüber lustig – sie enthalten Botschaften, wie man sie zum Teil von „Querdenker“-Demonstrationen kennt.

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Und was sagt der Arbeitgeber, die ARD quasi als TV-Bundespolizeibehörde, zu dem befremdlichen Format? Nur so viel: „Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler sprechen für sich selbst auf ihrer eigenen Plattform. Allen steht das Recht zu, ihre Meinung zu äußern“, heißt es auf Anfrage des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Einige der TV-Ermittler rudern nun auch zurück. So gibt Meret Becker auf Instagram zu: „Diese Aktion ist nach hinten losgegangen.“ Sie werde das Video runternehmen lassen, gleichzeitig entschuldigte sie sich dafür, dass „das falsch verstanden werden könnte.“

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Auch Jan Josef Liefers hat auf die Reaktionen zu seinem Video auf Twitter reagiert – gleich mehrfach. „Ich setze mich kritisch mit den Entscheidungen meiner Regierung zu Sars-CoV-2 und Covid-19 auseinander“, schrieb der Schauspieler, „besonders wegen der in Kauf genommenen Verluste in Kultur und Kunst und der Veranstaltungsbranche.“ Sein Video solle ein „ironischer Kommentar über Prioritäten von Medien“ sein.

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Video
#allesdichtmachen: 53 Schauspieler mit umstrittener Aktion gegen Corona-Maßnahmen
1:41 min
Die Kunst- und Kulturszene leidet: Nun geben Schauspieler mit ironisch-satirischen Clips persönliche Statements zur deutschen Corona-Politik ab.  © dpa

Und der TV-Gerichtsmediziner macht noch eine Aussage: Er wehre sich gegen die Vereinnahmung durch AfD, Rechtsradikale, Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker. „Eine da hinein orakelte, aufkeimende Nähe zu ‚Querdenkern‘ und Ähnlichen weise ich glasklar zurück.“ Es gebe keine Partei, der er ferner stehe als der AfD, versichert der 56-Jährige und schiebt schnell noch hinterher, dass das auch für Reichsbürger, Verschwörungstheoretiker, Corona-Ignoranten und Aluhüte gelte.

hma/RND

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