#allesdichtmachen: Webseite von Initiative wieder offline

  • Mit 53 Videos sorgten deutsche Schauspieler unter dem Hashtag #allesdichtmachen für Aufregung.
  • Darin forderten sie satirisch, das öffentliche Leben absterben zu lassen.
  • Nach einem Tag wurde die Webseite zur Initiative vom Netz genommen – die meisten Videos sind aber noch abrufbar.
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Noch nicht einmal 24 Stunden lang war die Webseite allesdichtmachen.de online, auf der 53 deutsche Schauspieler zu sehen waren, wie sie satirisch fordern, jetzt auch aufgrund der Corona-Pandemie die letzten Geschäfte zu schließen. Am Donnerstagabend gegen 22 Uhr erreichten erste Meldungen über die Aktion, bei der unter anderem Jan Josef Liefers, Ulrike Folkerts, Richy Müller, Heike Makatsch, Ulrich Tukur oder Kostja Ullmann mitmachen, die Nachrichtenseiten.

Und während am Freitagmorgen bereits andere namhafte Schauspieler wie Nora Tschirner und Christian Ulmen die Aktion kritisierten, war die provisorisch gebaute Webseite, hinter der laut Impressum die Münchner Produktionsfirma Wunder am Werk stehen soll, nicht mehr abrufbar. Sehr wohl sind die Youtube-Links und das dortige Konto #allesdichtmachen aber noch abrufbar.

Video
#allesdichtmachen – Wie 53 Schauspieler die Corona-Politik in Deutschland kritisieren
1:33 min
Die mehr als 50 Promis, die in ironischen Clips mit der Corona-Politik abrechneten, lösten eine große Diskussionswelle im Internet aus.  © RND

Sollen Spuren verwischt werden?

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Wer auf die Seite klickt, wird an eine IP-Adresse weitergeleitet, die für „localhost“ steht. Also versucht der Computer, die Webseite auf dem eigenen Server zu finden. Damit wurde die Webseite offline genommen. Gleichzeitig ist es so nicht mehr möglich zu sehen, wo die Domain liegt. Damit könnten Spuren des Urhebers verwischt werden. Der Link für das Impressum, das auf den Betreiber hinweist, ist bereits seit Freitagmorgen nicht mehr anwählbar.

Die erste Version von der Webseite, die im Internetarchiv Wayback-Machine, archiviert wurde, ist auf den Donnerstagnachmittag um 16.26 Uhr datiert. Das bedeutet, dass die Seite zu der Zeit schon online war – womöglich sogar schon früher.

Für die Aktion gab es harsche Kritik – aber auch Beifall, so unter anderem aus der Querdenker- und rechten Szene. So hat Heike Makatsch sich nach der Veröffentlichung und den Reaktionen von der Initiative, die für hohe Wellen in den sozialen Medien sorgte, distanziert: „Ich distanziere mich klar und eindeutig von rechtem Gedankengut und rechten Ideologien. Schon immer. Ohne Frage“, schrieb die Schauspielerin („Hilde“, „Tatsächlich ... Liebe“) bei Instagram. Dazu postete sie den Hashtag #womöglichgescheitert. Ihr Video wurde gelöscht.

Der mutmaßliche Betreiber der Webseite, Wunder am Werk, hat sich auf Anfragen bisher nicht zur Aktion geäußert.

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