Schauspielverband zu #allesdichtmachen: „Müssen um den besten Weg aus dieser Pandemie streiten“

Der Schauspieler Ulrich Tukur beteiligte sich an der Protestaktion #allesdichtmachen.
Quelle: Arne Dedert/dpa
Berlin. Nach der Internetaktion #allesdichtmachen hat sich der Bundesverband Schauspiel (BFFS) geäußert und unter anderem an die Menschen erinnert, die derzeit in Krankenhäusern arbeiten. „Manche unserer Kolleg*innen haben sich an dieser Aktion beteiligt, manch andere verurteilen sie aufs Schärfste“, teilte der Vorstand auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) am Freitag mit.
Dutzende Schauspieler hatten zuvor mit ironisch-satirischen Clips die Corona-Politik der Bundesregierung kommentiert. Es beteiligten sich unter anderem Jan-Josef Liefers, Ulrich Tukur, Volker Bruch und Meret Becker. Einige Kollegen reagierten darauf entsetzt.
Verband: „Sehnen uns verzweifelt nach einem Ende der Pandemie“
„Den meisten von uns geht es wie vielen in unserem Land: Wir sehnen uns verzweifelt nach einem Ende der Pandemie“, heißt es im Statement des Bundesverbands Schauspiel mit Sitz im Berlin. „Unsere Kinder leiden, unsere Angehörigen und Nachbarn leiden. In unserem Umfeld erkranken Menschen, manche sterben.“
Sie hätten wie viele andere im Land Existenzängste. „Wir haben Angst, selbst schwer zu erkranken, andere zu infizieren. Hinzu kommt die Angst, unsere Jobs zu verlieren, bei uns die Angst, nicht mehr besetzt zu werden, nie mehr fürs Publikum spielen zu dürfen, unsere Altersvorsorge, unsere Lebensgrundlage und unsere Hoffnung zu verlieren.“ Zwei Drittel bis drei Viertel von ihnen lebten von Gastverpflichtungen an Theatern, die aktuell nicht oder kaum arbeiten könnten.
„Wir sind allen Menschen zutiefst dankbar, die in den Krankenhäusern, Pflegestationen, Altenheimen, Schulen und Kitas sich der Seuche in aufopfernder Weise entgegenstellen“, erklärte der Bundesverband. „Auch sie werden Ängste haben und dennoch sind sie Tag für Tag, Überstunde um Überstunde für uns da - trotz schlechter Bezahlung -, auch wenn die Müdigkeit sie übermannt.“
#allesdichtmachen: 50 Schauspieler mit umstrittener Aktion gegen Corona-Maßnahmen
Die Kunst- und Kulturszene leidet: Nun geben Schauspieler mit ironisch-satirischen Clips persönliche Statements zur deutschen Corona-Politik ab.
Quelle: dpa
„Wir leben zum Glück in einer Demokratie und müssen um den besten Weg aus dieser weltweiten Pandemie ringen und streiten“, hieß es in der Stellungnahme. In diesen demokratischen Prozess werde sich der Verband mit seinen tausenden Mitgliedern zusammen mit anderen Gewerkschaften „konstruktiv und leidenschaftlich“ einbringen.
RND/dpa/nis














