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Absagen drohen: Konzertveranstalter fürchten um ihre Existenz

  • Nach dem Aufruf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Events mit mehr als 1000 Teilnehmern wegen des Coronavirus abzusagen, wächst der Druck auf Konzertveranstalter.
  • Eine generelle Absage dürfte für viele nicht in Frage kommen – zu viel steht auf dem Spiel.
  • Sollte es zu einer entsprechenden behördlichen Anordnung kommen, sieht der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft die gesamte Branche in Gefahr.
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Hannover. “Deutsche Konzert- und Tourneeveranstalter bangen um ihre Existenz”: Bereits vor Tagen hatte der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) mit eindringlichen Worten vor den Folgen des Coronavirus für die Branche gewarnt. Jetzt könnten die schlimmsten Befürchtungen wahr werden: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn empfahl am Sonntag, alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern vorerst abzusagen – davon wären auch zahlreiche Konzerte betroffen. Doch wie reagieren die Veranstalter?

Für den Konzertveranstalter Hannover Concerts kommt eine Absage seiner Shows nicht in Frage. “Solange uns die Behörden nicht vorschreiben, die Shows abzusagen, werden wir daran festhalten”, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Sonntagnachmittag. In den kommenden Tagen stehen in Hannover unter anderem Auftritte von Gil Ofarim, James Blunt und Gregory Porter auf dem Programm.

Für die Konzertveranstalter steht viel auf dem Spiel

Andere Konzertveranstalter stehen vor der selben Frage – absagen oder nicht? Am Montag etwa tritt Blunt in Berlin auf, in Köln soll Morrissey auf der Bühne stehen, Lordi in München – abgesagt sind die Konzerte bislang nicht. Andere Auftritte wurden dagegen schon gestrichen, etwa das Konzert der Band Seventeen am Dienstag in der Mercedes-Benz Arena in Berlin. “Aufgrund der aktuellen Entwicklungen des Coronavirus haben wir uns entschlossen, die Welttournee von Seventeen im Februar und März abzusagen, um Gesundheit und Sicherheit von Künstlern und Fans zu gewährleisten”, heißt es in einem Statement des Veranstalters.

Klar dürfte sein: Solange es keine offizielle Anordnung zur Absage von Veranstaltungen gibt, werden die meisten Konzerte stattfinden – zu viel steht für die Veranstalter auf dem Spiel. “Wir beobachten bereits seit einigen Tagen einen erheblichen Einbruch bei den Kartenverkäufen und Inhaber von Karten versuchen zunehmend, diese gegen Erstattung des Eintrittsgeldes zurückzugeben”, wird BDKV-Präsident Jens Michow in einer bereits Ende Februar veröffentlichen Mitteilung zitiert. “Sofern wir zukünftig Veranstaltungen aufgrund behördlicher Anordnungen ausfallen lassen müssen, droht zahlreichen Veranstaltungsunternehmen der wirtschaftliche Kollaps.”

Zumindest am Sonntag stand das noch nicht im Raum. Gesundheitsminister Spahn betonte aber, oberstes Ziel sei es, die Ausbreitung des neuartigen Virus zu verlangsamen. “Denn je langsamer sich das Virus verbreitet, desto besser kann unser Gesundheitssystem damit umgehen”, so der CDU-Politiker. Um das zu erreichen, scheinen auch Verbote von Großveranstaltungen nicht mehr ausgeschlossen.

Mit dpa

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