Comeback von Abba: Das für fast 40 Jahre unterbrochene Lebenswerk geht weiter

  • Sie sind wieder da: Die Kultband Abba spielt nach fast 40 Jahren Pause ein neues Lied und kündigt sogar ein neues Album an.
  • Eine Konzertshow soll es außerdem geben – allerdings mit Abbataren, digitalen Abba-Ebenbildern.
  • Zahlreiche Andeutungen und Jahre später hat das Warten für die Abba-Fans endlich ein Ende.
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Zig Millionen Menschen auf der ganzen Welt haben lange, lange gewartet – seit der 1982 von Abba ausgerufenen „Pause“. Darauf, dass ihre Band noch einmal zurückkehrt. Seither gab es neben vielen „Neins“ auch manches „Vielleicht“ von Agnetha, Anni-Frid, Björn und Benny zu hören. Und am frühen Donnerstagabend (2. September) nun lüftete sich beim Streaming­dienst Youtube um 18.45 Uhr der Vorhang hinter der geheimnisvollen Ankündigung: Unter „Abba – Voyage“ (Abba – Reise) lief ein Countdown mit dem berühmten Bandlogo mit den einander abgewandten „B“s . Auf Abbas Twitter-Account gab’s dazu die verheißungsvolle Nachricht „Danke fürs Warten. Die Reise ist dabei zu beginnen.“

Und dann, nach einigem Hin- und Herspringen zwischen Fanmassen in New York und Berlin, Rejkjavik und Rio de Janeiro, hörte man tatsächlich den allerersten Abba-Song seit fast 40 Jahren: „I Still Have Faith in you“, eine Ballade, an deren Ende dann erstmals auch die „Abbatare“ zu sehen waren, die digitalen Abba-Ebenbilder, die in Bälde eine eigens für sie gebaute Konzert­halle in London mit einer Abba-Show bespielen sollen. Termine wurden noch nicht bekannt, aber der Karten­vorverkauf beginnt am 7. September.

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Benny Andersson und Björn Ulvaeus aus London zugeschaltet

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Dann wurden sie aus London zugeschaltet: Benny Andersson (74) und Björn Ulvaeus (74) verkündeten nicht nur die zwei versprochenen Songs, sondern „Voyage“ – ein komplettes Abba-Album voller neuer Lieder, stilistisch „ein Mix wie auf unseren früheren Platten“, das am 5. November erscheinen soll, „sogar mit einem kleinen Weihnachtssong drauf“, wie Benny verriet. Die Chemie stimmte. „Es war so wunderbar, wieder im Studio zu sein – nur wir vier.“ Agnetha Fältskog (71) und Anni-Frid Lyngstad (75) fehlten in London. „Sie hätten hier sein sollen“, räumte Benny ein. „Aber sie erfreuen sich an solchen Medien­sachen nicht so wie wir.“

Um ihre Avatare zu kreieren, waren die vier Schweden, die 1974 den damals in Deutschland noch als Grand Prix Eurovision de la Chanson firmierenden Eurovision Song Contest gewonnen hatten, für fünf Wochen in einem Motion-Capture-Verfahren gewesen. „Wir mussten uns dazu nur rasieren“, grinst Björn. Und Benny betont, dass dies natürlich nur für die Männer gegolten habe. Vor 160 Kameras hätten sie all die alten Abba-Hits und neuen Songs eingesungen. Wie die „Abbatare“ aussehen? Auf den ersten Blick fast zu perfekt. Am Ende der Präsentation wird in London noch der Song „Don’t Shut me down“ vorgestellt – der stark an „Dancing Queen“ erinnert.

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Andeutungen von Abba-Zukunftsplänen schon vor Jahren

Vor ziemlich genau vier Jahren, im September 2017, als Benny Andersson im 16. Stock des Hamburger Elbphilharmonie-Hotels sein Klavier­album „Piano“ vorstellte, gab er im Gespräch mit dem Redaktions­Netz­werk Deutschland Andeutungen zu Abba-Zukunfts­plänen. „Warum sollte jemand kommen und vier 70-Jährigen zusehen, die 40 Jahre alte Lieder aufführen?“, flachste er zunächst, ging dann aber auf die kursierenden Gerüchte über ein virtuelles Konzert­projekt ein, das das Quartett wieder zusammengebracht habe: „Wir arbeiten daran, alle vier“, sagte Andersson schon damals. „Wir werden da sein – aber als Hologramme oder als digitale Leinwandfiguren. Wenn du im Publikum sitzt, wirst du Abba sehen. Ich werde es sein – und auch nicht.“ Er lachte. „Denn eigentlich bin ich zu Hause in Stockholm und gehe Gassi mit dem Hund.“

Damals in Hamburg hatte man Benny Andersson die „Fernando“-Frage zum Lebenswerk gestellt: „If you had to do the same again …?“ Da lachte er: „Oh, ja, I would, my friend.“ Und jetzt geht dieses für fast 40 Jahre unterbrochene Lebenswerk weiter.

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