„Zutiefst besorgt“ - Intensivmediziner fordern harten Lockdown

  • Mit dem Anstieg der Infektionszahlen kommen immer mehr Patienten auf die Intensivstationen deutscher Krankenhäuser.
  • Intensivmediziner warnen, dass die Betten zu knapp werden könnten.
  • Über Öffnungen könne derzeit überhaupt nicht nachgedacht werden.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Die Intensivmediziner in Deutschland äußern sich „zutiefst besorgt“ über die Corona-Lage. Die Situation sei „wirklich sehr dramatisch“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, am Freitag im „Morgenmagazin“ des ZDF. Bis Ende April werde sich die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen auf mehr als 5.000 erhöhen.

Nach Angaben der DIVI sind aktuell 4.474 Intensivbetten in deutschen Krankenhäusern mit Covid-19-Patienten belegt. Derzeit seien nur noch rund 2.000 sogenannte High-Care-Betten frei, die für schwer Covid-19-Erkrankte und andere Schwerkranke benötigt würden, sagte Marx. Das sei „wirklich, wirklich“ knapp.

Öffnungen machen überhaupt keinen Sinn

Anzeige

„Wir brauchen wirklich einen harten Lockdown“, sagte der DIVI-Präsident. Das Infektionsgeschehen müsse unbedingt unter Kontrolle gebracht werden, es mache überhaupt keinen Sinn, über Öffnungen nachzudenken.

„Wir sind ja auf der Zielgeraden, wir können ganz viel impfen“, sagte der Mediziner. Es gelte, die Menschen zu schützen, damit sie nicht noch kurz vor ihrer Impfung an Corona erkranken.

Am Freitagmorgen meldete das Robert Koch-Institut einen deutlichen Anstieg der Zahl der Corona-Neuinfektionen. Laut den Angaben der Gesundheitsämter für die zurückliegenden 24 Stunden haben sich 25.464 weitere Menschen mit dem Virus infiziert. Das waren 3.567 mehr als am Freitag vor einer Woche.

Starke regionale Unterschiede bei den Infektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz, die die Zahl der Neuansteckungen binnen der zurückliegenden Woche gerechnet auf 100.000 Einwohner angibt, stieg auf bundesweit 110,4. Es gibt starke regionale Unterschiede. 296 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus, so dass sich die Zahl der Corona-Toten in Deutschland insgesamt auf 78.003 erhöhte.

Das RKI weist weiterhin darauf hin, dass rund um Ostern weniger Menschen einen Arzt aufgesucht haben, weniger Tests gemacht wurden und zudem verzögerte Meldungen der Gesundheitsämter und Landesbehörden die Daten beeinflussen können.

RND/epd

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen