Zentralinstitut: Corona-Impfdosen noch nicht für Jüngere reservieren

  • Das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung hält es nicht für sinnvoll, Impfdosen für Schüler zu reservieren.
  • Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte dies vorgeschlagen, um regulären Schulunterricht zu ermöglichen.
  • Laut Zentralinstitut würde das Zurückhalten des Vakzins für Jüngere die Impfkampagne zurückwerfen.
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Düsseldorf. Das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung bewertet den Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kritisch, Biontech-Impfdosen für Schüler zu reservieren. „Der Vorstoß ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht nachvollziehbar“, sagte Institutschef Dominik Stillfried dem „Handelsblatt“ (Mittwoch). „Ein Zurückhalten des Biontech-Vakzins für Jüngere würde die Impfkampagne rechnerisch um rund zwei Wochen zurückwerfen.“

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Kritisch sei das deswegen, weil Schülerinnen und Schüler ein niedrigeres Risiko hätten, an Corona schwer zu erkranken als die Impfgruppen, die noch ausstehen, sagte Stillfried. Diese Gruppen würden dann erst bis Mitte September eine Erstimpfung erhalten haben, sofern nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) geimpft würde. Die hatte entschieden, nur die Mittel von Biontech und Moderna für die unter 60-Jährigen zu empfehlen.

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Stiko behält sich Impfempfehlung vor

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Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern streben an, Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren bis Ende August ein Impfangebot zu machen - über die Umsetzung wollen am Donnerstag auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten beraten. Der Hersteller Biontech/Pfizer hat eine Zulassung seines Präparats ab zwölf Jahren bei der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) beantragt. Die Ständige Impfkommission (Stiko) behält sich aber eigene Klärungen für eine mögliche Impfempfehlung vor.

Auch deswegen sieht ZI-Chef Stillfried Spahns Vorschlag kritisch. „Sollte die Stiko den Impfstoff für Jüngere nur eingeschränkt oder gar nicht empfehlen, könnte dies zu erneuter Verunsicherung führen - so, wie wir es in der Debatte um den Impfstoff von Astrazeneca erlebt haben“, sagte er.

RND/dpa

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