Muss man nach einem Zeckenbiss sofort ins Krankenhaus?

  • Steigen die Temperaturen, verbringen die Menschen mehr Zeit im Freien.
  • Wer sich dabei viel in der Natur aufhält, ist ein potenzielles Ziel von Zecken.
  • Wir erklären, wie man eine Zecke am Körper entfernt, und wann ein Arztbesuch nötig ist.
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Im Frühjahr und Sommer laden Wälder und grüne Wiesen zu Ausflügen ein. Dort lauern aber auch Gefahren: Zecken warten meist im hohen Gras auf Wirte und können nach einem Biss Krankheiten übertragen.

Wo sind Zeckenbisse am wahrscheinlichsten?

Nach einem Aufenthalt im Freien ist es wichtig, dass der ganze Körper gecheckt wird. Besondere Aufmerksamkeit sollte hier Hautfalten, Achselhöhlen, Kniekehlen, dem Bauchnabel und behaarten Körperstellen geschenkt werden. Denn an diesen Stellen saugen sich die kleinen Blutsauger besonders gerne fest.

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Zeckenbiss: Was tun?

Wer von einer Zecke erwischt worden ist, sollte sie schnell entfernen, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Die besten Hilfsmittel sind Zeckenkarten oder -zangen. Das Tier sollte möglichst nah am menschlichen Körper angepackt, also nah an den Mundwerkzeugen, und dann langsam und senkrecht herausgezogen werden.

Wichtig: Die Zecke darf nicht gequetscht und nicht gedreht werden. „Alle Teile der Zecke müssen entfernt werden, um eine Entzündung und Infektion durch den Zeckenbiss zu vermeiden“, so informiert das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Website. Außerdem sollten Betroffene keinen Nagellack oder andere angebliche Hausmittel verwenden – dadurch steigt das Infektionsrisiko. Die Hautstelle sollten Betroffene mehrere Tage im Blick haben. Ein gezogener Kreis mit einem Kugelschreiber um die Bissstelle herum hilft dabei. Wenn eine Veränderung festgestellt wird, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

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Zeckenzange: Drehen oder ziehen?

Weil Zecken sich aber beim Stich mithilfe kleiner Widerhaken an ihrem Stechrüssel in der Haut verankern, muss beim Herausziehen ein gewisser Widerstand überwunden werden. Das gelingt zum Beispiel mit einer speziellen Zeckenpinzette oder -schlinge aus der Apotheke. Damit greift man die Zecke möglichst knapp über der Haut und zieht sie in einer kontrollierten Bewegung senkrecht heraus – beherzt, aber dennoch vorsichtig. Mit der Pinzette kann es etwas leichter gehen, wenn Betroffene vorsichtig etwas hin und her rütteln, bevor sie ziehen.

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Wer eine Zecke mit einer Zeckenkarte entfernen will, muss nicht aktiv ziehen, sondern entfernt sie mit einer Schiebebewegung. Dafür sollte die Karte mit dem Schlitz möglichst nah auf der Haut unter das Tier geführt und dann vorsichtig weitergeschoben werden, bis die Zecke sich löst.

Beim Entfernen einer Zecke sollte der Blutsauger möglichst knapp über der Haut gefasst werden.

Zecke entfernt, doch ein Teil bleibt stecken

Trotz vorsichtigem Entfernen kann es passieren, dass ein Teil der Zecke in der Haut stecken bleibt: Dabei handelt es sich, wie fälschlicherweise oft angenommen, nicht um den Kopf, sondern um Teile der Mundwerkzeuge. Diese sind nicht gefährlich und werden in den meisten Fällen von der Haut abgestoßen.

Wanderröte – was ist das?

Wenige Tage und Wochen nach einem Zeckenbiss kann im Falle einer Borrelioseinfektion eine ringförmige, zunächst etwa handtellergroße Hauterscheinung, die sogenannte chronische Wanderröte (Erythema chronicum migrans) auftreten. Diese wird in der Regel antibiotisch behandelt.

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Borrelien können sich über das Blut verteilen und lösen grippeähnliche Beschwerden aus. Bei Verdacht auf eine Borrelioseinfektion nach einem Zeckenbiss sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Antibiotika sollten immer nur vom Arzt verordnet eingenommen werden.

Borreliose lässt sich mit Medikamenten heilen, Frühsommer-Meningoenzephalitis, besser bekannt als FSME, dagegen nicht. Gegen die durch das FSME-Virus ausgelöste Erkrankung gibt es aber eine Schutzimpfung. Zumindest wer in einem Risikogebiet lebt oder Urlaub macht, sollte sich über eine Impfung beim Hausarzt informieren.

Zeckenbiss – muss ich sofort ins Krankenhaus?

Bei der Borreliose dauert es mehrere Tage, bei FSME ein bis zwei Wochen, bis die Symptome auftreten. „Es bringt also nichts, nach dem Zeckenstich sofort ins Krankenhaus zu gehen”, erklärt Susanne Glasmacher vom Robert Koch-Institut (RKI). Zunächst sei es wichtig, die Zecke möglichst schnell zu entfernen und Ruhe zu bewahren. „Wenn man grippeähnliche Symptome oder eine ringförmige Hautrötung bei sich feststellt, dann sollte man zum Arzt gehen”, so die Expertin.

RND/do

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