Zahl der Organspenden bleibt trotz Corona-Krise stabil

  • Trotz der Corona-Pandemie gingen Organspenden in Deutschland im Vergleich zu 2019 nur leicht zurück, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation mitteilt.
  • Die Stabilität sei auf das weiterhin hohe Engagement in den Entnahmekrankenhäusern zurückzuführen.
  • In anderen Ländern war der Rückgang deutlich stärker, vor allem in Spanien.
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Frankfurt am Main. Die Organspenden in Deutschland sind im vergangenen Jahr durch die Corona-Pandemie nur geringfügig beeinflusst worden. Die Zahl der Organspenden nach dem Tod ging gegenüber 2019 um 1,8 Prozent auf 2941 Organe zurück, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte. Die Zahl der Spender nach dem Tod sank laut dem Jahresbericht 2020 um zwei Prozent auf 913.

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In Spanien sanken spenden um 23 Prozent

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In anderen europäischen Ländern hingegen habe es im vergangenen Jahr starke Einbrüche bei den Organspenden gegeben, teilte die Stiftung mit. In Frankreich sanken sie um 21 Prozent, in Spanien um 23 Prozent. Die Länder des Verbunds Eurotransplant verzeichneten ohne Deutschland im Durchschnitt einen Rückgang bei den Organspenden um 13 Prozent.

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Engagement in den Entnahmekrankenhäusern blieb hoch

Das relativ stabile Aufrechterhalten der Organtransplantationen in Deutschland während der Pandemie liegt nach Angaben der DSO zum einen am unveränderten Engagement in den Entnahmekrankenhäusern. Diese hätten im vergangenen Jahr 2,5 Prozent mehr Kontakte zur DSO wegen einer möglichen Organspende aufgenommen (3099).

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Zum anderen sei in Deutschland durch die Ausstattung des Gesundheitswesens, flexible Reaktionen der Krankenhäuser und passende politische Rahmenbedingungen eine Überforderung der Intensivstationen vermieden worden. In Sachsen etwa, dem Bundesland mit der höchsten Zahl von Covid-19-Patienten im Verhältnis zur Einwohnerzahl, habe es sogar eine Steigerung der Organspenden um 0,5 Prozent gegeben.

Niere- und Leberspenden gingen zurück

Die Zahl der Organspenden von Lebenden, die Niere und Leber betreffen, ist nach Angaben der DSO allerdings in Deutschland wie im Eurotransplant-Durchschnitt im vergangenen Jahr um 13 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Lebendspender sank um diesen Prozentsatz auf 502. Das könne zum Teil mit einer pandemiebedingten Einschränkung von Operationen zu tun haben, zum Teil aber auch mit dem langfristig sinkenden Trend.

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Am häufigsten werden Nieren benötigt

Auf der Warteliste benötigten Ende des vergangenen Jahres Patienten 9463 Organe, am häufigsten eine Niere (7338). Im Vergleich über zehn Jahre hinweg hat die Zahl der benötigten Organe deutlich abgenommen. Bei Leber (891) und Lunge (279) wurden Ende 2020 weniger als halb so viele Organe benötigt wie 2011, beim Herzen (700) ein Drittel weniger. Hingegen nahm die Zahl der benötigten Nieren (7338) und Bauchspeicheldrüsen (255) im Vergleich nur leicht ab.

RND/epd

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