Youtube löscht zwei #allesaufdentisch-Videos – Anwalt droht mit rechtlichen Schritten

  • In mehr als 50 Videos befragten Teilnehmende der Aktion Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kritisch zu den Corona-Maßnahmen.
  • Weil einige Videos gegen die Youtube-Richtlinien verstoßen würden, hat die Plattform bereits vier davon gesperrt.
  • Der Anwalt der Initiatorinnen und Initiatoren droht nun, rechtliche Schritte einzuleiten.
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Berlin. Die Videoplattform Youtube hat zwei weitere Videos der umstrittenen Aktion #allesaufdentisch gelöscht. Das bestätigte ein Youtube-Sprecher am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur. Als Grund wurde ein Verstoß gegen eine Richtlinie des Unternehmens, in der es um Missinformation zur Corona-Pandemie geht, angeführt. Damit sind derzeit insgesamt vier Videos der Aktion gelöscht. Vor kurzem hatte Youtube bereits drei Clips gelöscht, eines davon aber nach einer erneuten Prüfung wieder hochgeladen.

Auch die nun gelöschten Videos verstoßen aus Sicht der Google-Tochter gegen die Richtlinien zu Inhalten über die Corona-Pandemie, wie ein Sprecher dem epd sagte. Bei den aktuellen Fällen geht es zum einen um das Video „Impfpflicht“ mit dem Rechtsanwalt Michael Brunner. Im Abstract des Videos auf der Website bezeichnet Brunner die Impfung als „experimentelles Gentherapeutikum“. In der Beschreibung des zweiten gelöschten Videos „Virusgefahr“ mit dem Arzt und Biologen Martin Haditsch heißt es, die Bürgerinnen und Bürger würden „direkt oder indirekt zu einem medizinischen Experiment gezwungen, nämlich sich ‚spiken‘ zu lassen“. Zudem seien die Impfungen mit einer „beispiellosen Zahl von Nebenwirkungen und Todesfällen behaftet“.

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Initiatorinnen und Initiatoren gehen juristisch gegen Youtube vor

Der Anwalt der Initiatorinnen und Initiatoren droht der Plattform nun mit rechtlichen Schritten. Er werde mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ ebenso vorgehen wie nach der Entfernung der ersten Videos am Wochenende, sagte Anwalt Joachim Steinhöfel dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag in Hamburg.

Es sei eindeutig, dass die Plattform sich über die Vorgaben des Landgerichts Köln hinweggesetzt habe. „Das zeigt eine Arroganz gegenüber rechtsstaatlichen Entscheidungen, die wir so nicht hinnehmen werden“, sagte der Jurist.

Kölner Landgericht genehmigte einstweilige Verfügung

Am Montag hatten die Initiatoren von #allesaufdentisch eine einstweilige Verfügung gegen die Löschung zweier Videos vor dem Landgericht Köln erwirkt. Das Gericht untersagte zudem eine Verwarnung wegen Verstößen gegen die Community-Richtlinien zu Corona-Fehlinformationen durch die Videoplattform. Am Dienstag war dann eines der zuvor gelöschten Videos wieder online. Youtube begründete dies mit einer erneuten Prüfung der Inhalte.

Das Gericht begründete, dass Youtube den Kanal-Betreibenden der Aktion nicht konkret genug mitgeteilt habe, welche Passagen ihrer Meinung nach gegen welche Vorschrift ihrer Richtlinie verstießen. Der Beschluss werde erst wirksam, wenn er Youtube zugestellt worden sei. Die Plattform, die zum Google-Konzern gehört, könne dann ebenfalls im Eilverfahren Widerspruch einlegen.

Kritik: #allesaufdentisch würde Verschwörungsideologien verbreiten

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Die Internetvideoaktion #allesaufdentisch, an der sich unter anderen auch die Schauspieler Volker Bruch und Wotan Wilke Möhring beteiligt haben, wurde Ende September gestartet. In vielen Videos, die im Netz hochgeladen wurden, werden unter anderem die Corona-Maßnahmen und die mediale Berichterstattung darüber kritisiert. Kritikerinnen und Kritiker werfen den Macherinnen und Machern vor, verschwörungsideologische Erzählungen zu bedienen.

Die Videoaktion erinnert an eine Aktion, die Monate davor Aufsehen erregt hatte: Damals hatten unter dem Hashtag #allesdichtmachen Menschen aus der Filmszene mit satirischen Videos den Umgang mit dem Coronavirus kritisiert. Bruch - bekannt aus der Fernsehserie „Babylon Berlin“ - war schon damals ein prominentes Gesicht der Aktion. Diese hatte in der Folge kontroverse Reaktionen hervorgerufen - manche warfen der Gruppe vor, das Coronavirus zu verharmlosen. Mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer distanzierten sich später.

RND/dpa/epd

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