Wo kommt das Coronavirus wirklich her? WHO sieht noch viele offene Fragen

  • Kommt Sars-CoV-2 aus Wuhan? War eine infizierte Fledermaus der Grund für den Ausbruch?
  • Laut WHO braucht es noch erheblichen Aufklärungsbedarf, um herauszufinden, woher das Virus wirklich kommt.
  • Außerdem dämpft die Organisation die Erwartungen an einen Impfstoff.
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Genf. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht noch erheblichen Aufklärungsbedarf bei den Fragen nach Herkunft und erster Verbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2. Es komme in China nicht nur Wuhan als erster Verbreitungsort infrage, sagte WHO-Experte Michael Ryan am Montag in Genf. “Es gibt Lücken in der epidemiologischen Landschaft.” Es seien noch viel umfassendere Untersuchungen nötig, um festzustellen, wo das Virus - in Wuhan oder anderswo - vom Tier auf den Menschen übergesprungen sei.

Zunächst die ersten Patienten finden - nicht die tierische Quelle

Zwar sei in der chinesischen Stadt Wuhan wegen der neuartigen Lungenentzündung zuerst Alarm geschlagen worden, das bedeute aber nicht notwendigerweise auch, dass es auch der Ort der ursprünglichen Verbreitung gewesen sei.

Erst wenn die ersten Patienten ausfindig gemacht worden seien, könne man daran gehen, nach der tierischen Quelle zu suchen. “Sonst ist es die Suche im Heuhaufen”, sagte Ryan. Entsprechende Studien seien von einem Zwei-Mann-Team der WHO zusammen mit chinesischen Experten nun vorbereitet worden. Sie dienten als Grundlage für das von der WHO angeführte internationale Team, das dann in China alle Fragen gründlich untersuchen solle.

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Chronologie des Coronavirus
2:47 min
Der Beginn des verheerenden Coronavirus war vermutlich ein Tiermarkt in Wuhan/China. In nur wenigen Wochen erreichte das Virus auch Europa.  © RND

WHO: Über 17 Millionen Menschen infiziert - hohe Dunkelziffer

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WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warb erneut für das Tragen einer Schutzmaske. Sie sei neben dem Schutz auch ein Zeichen der Solidarität. Er selbst habe einen Mund-Nasen-Schutz immer dabei und trage ihn immer, wenn mehr Menschen zusammenkämen. Nach jüngsten WHO-Angaben sind bisher weltweit 17,7 Millionen Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert worden, 681.000 Patienten sind nach offizieller Erfassung mit oder an Covid-19 gestorben. Experten schätzen die Dunkelziffer nicht erfasster Infektionen und Todesfälle allerdings als hoch ein.

Impf-Hoffnung bleibt mau - womöglich gibt es nie ein “Wundermittel”

Die WHO hat außerdem die Hoffnungen auf eine schnelle Bereitstellung und auch Wirkung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus gedämpft - trotz der weltweiten Bemühungen um einen Impfstoff. Derzeit existiere kein Wundermittel gegen das Virus, und möglicherweise werde es nie eines geben, betonte Ghebreyesus, am Montag in Genf. Ghebreyesus und Notfallkoordinator Mike Ryan sagten, der Weg zurück zur Normalität werde lang. Bereits zuvor hatte der WHO-Chef festgehalten, die Frage sei nicht, wann Wissenschaftler und Forscher einen Impfstoff entwickeln könnten, sondern ob das überhaupt möglich sei.

RND/dpa

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