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Wo ist der Lichtblick vor der Omikron-Welle?

Weihnachten feiern, ohne über Omikron nachzudenken, fällt schwer.

Liebe Leserinnen und Leser,

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zum Ende des Jahres reflektieren wir oft, was hinter uns liegt und was wir uns für die Zukunft vornehmen können. Ich muss zugeben: Es fällt mir schwer, eine Perspektive zu finden, die Lust auf 2022 macht. Geht es Ihnen ähnlich? Es ist ein niederschmetterndes Gefühl, dass uns nach fast zwei Jahren Pandemie eine Welle bevorsteht, die wahrscheinlich stärker als alle bisherigen ausfällt.

Auf bessere Zeiten kann man aber hoffen, wie uns diese Woche die Modelliererin Anita Schöbel vom Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik der Fraunhofer-Gesellschaft erklärte. Nach Omikron ist wahrscheinlich ein Großteil der Menschen entweder genesen oder geimpft oder beides. Das heißt also auch: Wenn Corona nicht mehr verschwindet und weitere besorgniserregende Varianten auftauchen, werden wir besser vorbereitet sein. Auf unsere Grundimmunität ist zu hoffen. Die nimmt der Pandemie nach und nach den Schrecken, auch wenn wir immer wieder in Kontakt mit dem Virus kommen.

Nicht mehr so schutzlos wie am Anfang

Nach zwei Jahren halte ich mich nun daran fest: Auch wenn Omikron so viel ansteckender ist als das Ursprungsvirus, sind wir nicht mehr so schutzlos wie in der ersten Welle. Und wir haben auch eine Menge gelernt. Etwa, wie wir Corona bei steigender Dynamik im Winter begegnen können, ohne uns komplett voneinander zu isolieren – mit Boostern, Masken, Frischluft, Testen und Treffen im engsten Kreis. Ohne Frage ist es kräftezehrend, dass die Ausnahme immer noch Alltag ist. Aber ein Gedanke trägt mich dann doch ins nächste Jahr: Es wird besser werden.

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Kommen Sie gut ins neue Jahr!

Saskia Heinze

P.S. Die nächste Ausgabe unseres Newsletters erscheint am 6. Januar.

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Erkenntnis der Woche

Weihnachten darf noch gefeiert werden. Ab dem 28. Dezember gelten dann aber wieder verschärfte Regeln. Private Kontakte werden auf zehn Personen beschränkt, Kinder bis 14 Jahre nicht mitgerechnet. Sobald eine ungeimpfte Person teilnimmt, gilt eine Beschränkung auf den eigenen Haushalt und höchstens zwei Personen eines weiteren Haushalts. Clubs und Diskos schließen, die Fußball-Bundesliga spielt wieder Geisterspiele.

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Fachleute bezweifeln, dass die Beschlüsse ausreichen, um die Omikron-Welle soweit einzudämmen, dass genügend Zeit für großflächiges Boostern bleibt. Auch wenn die Dynamik in der Zahl der täglichen Neuinfektionen noch nicht sichtbar ist: Der Anstieg der Infektionen wird sehr schnell erfolgen, weil sich die Ansteckungen nach bisherigen Erkenntnissen mit der neuen Variante alle drei Tage verdoppeln.

Auch wenn es nicht verboten ist: Wir sollten am besten schon jetzt die Kontakte so weit wie möglich einschränken. Darauf pocht das Robert Koch-Institut. Es braucht auch Durchhaltevermögen: Denn Modellierungen zeigen, dass der Höhepunkt der Omikron-Welle im Februar sein könnte.

 

Pandemie in Zahlen

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Alltagswissen

Alle Erwachsenen in Deutschland sollten sich boostern lassen. Denn bei der Omikron-Variante sind zweifach Geimpfte nicht mehr ausreichend geschützt. Bei der Auffrischung gehen Impfstoffexperten und -expertinnen davon aus, dass mit einem 75-prozentigen Schutz vor symptomatischer Infektion zu rechnen ist. Das bedeutet: Von 100 Geboosterten erkranken 75 nicht.

Aber wann ist der richtige Zeitpunkt? Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Auffrischung inzwischen drei Monate nach der letzten Impfung. Wer das Janssen-Vakzin von Johnson & Johnson erhalten hat, dem rät die Stiko nach einem Abstand von mindestens vier Wochen zu einer weiteren Impfung mit einem mRNA-Impfstoff. Diese Kombination gilt als optimierte Grundimmunisierung. Auch für mit dem Mittel von Johnson & Johnson Geimpfte empfiehlt die Stiko also eine dritte Impfung als Booster.

Ausnahmen gelten etwa für Menschen mit einer schweren Immunschwäche wie Organtransplantierten. Sie sollten sich bereits ab vier Wochen nach der zweiten Impfung erneut eine Spritze mit einem mRNA-Impfstoff verabreichen lassen. Auch für Genesene gibt es – je nachdem, mit welchem Impfstatus sie sich infiziert haben – verschiedene Empfehlungen. Meine Kollegin Sarah Franke hat die wichtigsten Infos zusammengetragen.

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Zitat der Woche

Wir können nach wie vor nicht sicher einschätzen, ob Omikron weniger krank macht. Aber selbst wenn dies so wäre: Omikron ist extrem ansteckend und kann dem Immunsystem leichter entkommen.

RKI-Chef Lothar Wieler,

der unabhängig von der Krankheitsschwere mit einer schwierigen Corona-Lage in Deutschland rechnet.

 

Forschungsfortschritt

In den kommenden Wochen werden sich mehr Menschen mit der Omikron-Variante infizieren. Nebenher läuft aber auch noch die Delta-Welle. Um herauszufinden, mit welcher Variante man sich angesteckt hat, musste bisher die Probe des positiven PCR-Tests in einer zeitaufwändigen und kostspieligen Sequenzierung im Speziallabor untersucht werden.

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Die gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission empfiehlt nun aber eine neue Methode, mit der Labore anhand von Routine-PCR-Tests Omikron nachweisen und identifizieren könnten. Und das „ohne dass eine teure und zeitaufwändige Sequenzierung erforderlich ist“, wie es in einer Mitteilung heißt. Das „modifizierte Nachweisreagenz“ könne von den üblichen Anbietern von PCR-Tests bestellt werden und sei schnell einsatzbereit. „Jedes Labor, das heute PCR-Tests durchführt, wird sich schnell umstellen können“, betont die Forschungsstelle.

 

Pandemie im Ausland

In Großbritannien sind am Mittwoch erstmals an einem einzigen Tag mehr als 100.000 Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das Land ist bereits mit einer massiven Omikron-Welle konfrontiert. Trotzdem hatte Premierminister Boris Johnson eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen für den größten Landesteil England für die Festtage ausgeschlossen. Die Regierung will abwarten, bis klarer ist, ob mit dem starken Anstieg der Infektionen auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen steigt.

Expertinnen und Experten warnen jedoch, dass es dann schon zu spät sein könnte. Personalmangel in Krankenhäusern und im öffentlichen Verkehr bereiteten bereits zunehmend Schwierigkeiten, weil viele Mitarbeitende sich infizieren und in Selbstisolation gehen. Die Regierung kündigte daher an, die Dauer der Isolation von zehn auf sieben Tage zu verkürzen.

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Was kommt

Vorläufige Erkenntnisse zeigen, dass der Immunschutz wohl auch bei Geboosterten nach drei Monaten wieder deutlich abnehmen kann. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach geht deshalb davon aus, dass es mit den derzeit forcierten Booster-Impfungen nicht getan sein wird. „Ich persönlich würde von einer vierten Impfung ausgehen“, sagte er in dieser Woche.

Hersteller wie Biontech und Moderna arbeiten bereits an Impfstoffanpassungen auf Omikron. Weil in Zukunft aber noch weitere Varianten folgen könnten, verfolgen Forschende eine weitere Idee: einen Impfstoff gegen möglichst viele Corona-Varianten auf einmal zu entwickeln. Womöglich sogar gegen alle existierenden Coronaviren – und solche, die noch gar nicht existieren, aber die nächste Pandemie auslösen könnten.

Erste vielversprechende Studien zu solchen Universalimpfstoffen sind unter anderem in den USA bereits angelaufen. Forschende um den US-Immunologen Anthony Fauci haben Mitte Dezember in der Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ veröffentlichten Beitrag bereits deutlich gemacht: „Wir müssen unsere Bemühungen in der Coronavirus-Vakzinologie stark beschleunigen.“ Das habe jetzt Priorität.

 

Was die Pandemie leichter macht

Seltsames Gefühl, aber sicherer als ohne: Beim Treffen mit Verwandten kann man auch Maske tragen, um sich vor Ansteckungen zu schützen.

Seltsames Gefühl, aber sicherer als ohne: Beim Treffen mit Verwandten kann man auch Maske tragen, um sich vor Ansteckungen zu schützen.

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Wie sicher das Weihnachts- oder Silvestertreffen ist, hängt in diesem Jahr erstmals auch am Impf- und Teststatus. Am besten ist es, wenn alle schon ihre Boosterdosis erhalten haben. Vorher sollte man sich überlegen, mit wie vielen Menschen, die nicht zum eigenen Hausstand gehören, ein Treffen wirklich notwendig ist, betont auch das Robert Koch-Institut (RKI).

Der Virologe Marco Binder, der am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg zu Corona forscht, empfiehlt vor diesem Hintergrund: „Wenn sich jeder vorab selbst testet, kann die Sicherheit für alle – insbesondere die älteren Verwandten – noch einmal deutlich erhöht werden.“ Aber Vorsicht: Gerade wer geimpft und geboostert ist, könnte – wenn denn trotzdem eine Infektion stattfindet – einen asymptomatischen Verlauf haben. „Die Aussagekraft eines negativen Befundes in diesen Personengruppen ist limitiert“, heißt es auf der RKI-Homepage.

Fällt der Schnelltest positiv aus, sollte man direkte Kontakte zu anderen sofort einzuschränken und sich isolieren. Ein PCR-Test in der hausärztlichen Praxis wird über die Feiertage schwierig. Man kann deshalb auch den ärztlichen Bereitschaftsdienst kontaktieren – unter der Telefonnummer 116 117. Man kann auch selbst im Internet schauen, ob das Testzentrum um die Ecke oder Apotheken an Weihnachten geöffnet sind. In Notfällen wie akuter Atemnot sollte direkt die Notfallnummer 112 angerufen werden. Aber nur dann, und nicht um einen PCR-Test zu machen.

 

Was sonst noch wichtig ist

Nicht jeder verbringt Heiligabend im Kreis der Familie. Vor allem alleinstehende ältere Menschen haben oft niemanden mehr, der mit ihnen feiert. Das kann Krisen auslösen. Im Fall der Fälle ist man damit aber nicht alleine. Es gibt Gesprächsangebote für Menschen, die zu den Feiertagen an Einsamkeit leiden:

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  • Die Telefonseelsorge, rund um die Uhr erreichbar: per Telefon 0800 / 111 0111, 0800 / 111 0222 oder 116 123 und per Mail und Chat online.telefonseelsorge.de.
  • Kein Krisentelefon, aber ein Gesprächsangebot für ältere alleinstehende Menschen ist der „Telefonbesuch“ der Malteser. Unter der Telefonnummer 0221 / 9822 9506 kann ein Telefon­besuch angefragt werden, außerdem wird für viele Orte eine Einkaufs­hilfe angeboten.
 

Falls Sie Anregungen oder Kritik haben, melden Sie sich gerne direkt bei unserem Redaktionsteam: magazin@rnd.de Wir freuen uns!

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