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Run auf Corona-Selbsttests führt zu Lieferengpässen: Wo gibt es noch Schnelltests?

  • Der Ansturm auf die Corona-Selbsttests bereitet Schwierigkeiten: Discounter, Supermärkte und Drogerien leiden unter Lieferproblemen, die Tests sind schnell vergriffen.
  • Trotzdem ziehen noch immer Unternehmen nach, die ebenfalls Schnelltests anbieten wollen.
  • Die aktuelle Lage in Deutschland.
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Hannover. Parallel zur Lockerung von Beschränkungen setzt die Bundesregierung verstärkt auf Corona-Tests, deren Auswertung nicht im Labor erfolgt: Die Selbsttests für zu Hause helfen in konkreten Alltagssituationen, etwa bei Privatbesuchen. Wer unsicher ist, ob er sich womöglich mit dem Virus infiziert hat, entnimmt hierbei eine Probe aus dem vorderen Nasenbereich. Theoretisch hat jeder Laie die Möglichkeit, einen solchen Test zu erwerben, nicht nur in Apotheken, auch in Geschäften und online. Praktisch fehlt dafür jedoch vielerorts oft die Ware. Die Nachfrage ist groß, das Angebot noch klein.

Corona-Selbsttests bei Aldi und Lidl erfreuen sich großer Beliebtheit

Discounter wie Aldi und Lidl haben vorgelegt und die Corona-Selbsttests bereits am Samstag, 6. März, eingeführt. Trotzdem sei die Beschaffung noch immer eine Herausforderung, erklärt Christian Salmen, Sprecher von Aldi Nord: „Daher konnten wir in unseren Filialen zunächst nur eine sehr begrenzte Menge an Ware anbieten.“ Das machte sich schnell bemerkbar. Bereits nach kurzer Zeit waren die Tests ausverkauft. Aldi Süd wiederum gibt an, nahezu täglich neue Lieferungen zu erhalten. Nichtsdestotrotz: Auch hier komme es „aufgrund der nach wie vor hohen Nachfrage“ immer wieder zu leeren Regalen.

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Eine Erfahrung, die auch Konkurrent Lidl zum Start der Selbsttests gemacht hat: Im Onlineshop waren die Produkte im Handumdrehen ausverkauft. Und noch immer sind die Artikel auf der Website nicht verfügbar: „Sobald die Tests wieder verfügbar sind, werden wir unsere Kunden informieren“, sagt Sprecherin Isabel Lehmann. Außerdem arbeite das Unternehmen mit Hochdruck daran, das Angebot auf die Filialen auszuweiten.

Drogeriekette dm: „Genaues Lieferdatum für Selbsttests können wir nicht nennen“

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Ein Plan, den auch die Drogeriekette dm verfolgte: Anfang des Monats hatte das Unternehmen mit der Ankündigung, Covid-19-Tests bereits ab dem 9. März vor Ort in den Filialen anzubieten, für Schlagzeilen gesorgt. Als das nicht funktionierte, verschoben die Karlsruher den Termin auf Donnerstag, den 11. März. Doch auch dieser Versuch blieb letztlich erfolglos: „Die gelieferte Menge hat nicht ausgereicht, um die 2040 dm-Märkte angemessen zu versorgen“, erklärt der Vorsitzende der dm-Geschäftsführung, Christoph Werner. Allerdings: Online waren die Tests tatsächlich bereits am Donnerstag erhältlich – und nach einigen Stunden ebenfalls ausverkauft. Grund für die Engpässe seien Lieferschwierigkeiten der Hersteller. Wann die Selbsttests wieder erhältlich sind, lässt Werner offen: „Ein genaues Datum können wir derzeit leider nicht nennen.“

Ein Blick ins Nachbarland zeigt: Abhilfe schaffen in der Theorie auch öffentliche Testressourcen. In Österreich sind sowohl PCR-Tests als auch Antigen-Schnelltests breit verfügbar und teilweise auch gratis. „Dementsprechend hat sich der Bedarf reduziert, auf eigene Kosten einen privaten Test zu machen“, sagt der österreichische dm-Sprecher Stefan Ornig. Weder in den Filialen noch im Onlineshop kommt es zu Engpässen.

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Auch in Deutschland sollten Corona-Schnelltests als erster Weg aus dem Lockdown dienen. So hatte es Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bereits vor ihren Beratungen mit den Ministerpräsidenten angekündigt: „Eine intelligente Öffnungsstrategie ist mit umfassenden Schnelltests, gleichsam als Freitesten, untrennbar verbunden.“ Die Realität sah anders aus. Zum Start der kostenlosen Schnelltests vor einer Woche hat es in Deutschland vielerorts noch Engpässe gegeben. Wie Abfragen in mehreren Bundesländern ergaben, waren Apotheken und Arztpraxen zum Wochenbeginn noch nicht oder nur unzureichend auf die Testungen in der Fläche vorbereitet. Auch viele Fragen waren offen – etwa, wie genau die kostenlosen Tests erfasst werden sollen, um Mehrfachtests einer Person pro Woche zu verhindern.

Kaufland und Rewe wollten ursprünglich am 15. März nachziehen

Ist die Nachfrage groß, das Angebot aber klein, sind Unternehmen auf kreative Lösungen angewiesen – das haben die Maßnahmen rund um den Toilettenpapierkauf im Frühjahr 2020 gezeigt. Und auch in Sachen Selbsttests gibt es für Kunden vielerorts Grenzen. „Wir haben die Abgabemenge auf eine Packung pro Person limitiert“, sagt etwa Aldi-Nord-Sprecher Salmen. Ähnlich verhielt sich dm anlässlich des Runs. „Die Abgabemenge ist zunächst auf fünf Stück pro Einkauf begrenzt“, heißt es in einer Mitteilung der Drogeriekette.

Das Interesse daran, die Corona-Schnelltests anzubieten, sinkt trotz der Lieferschwierigkeiten nicht: Weiter versuchen Discounter und Supermärkte, auf den Zug aufzuspringen. So planten etwa Kaufland und Rewe, ab dem 15. März ebenfalls Corona-Selbsttests anzubieten. Geklappt hat das wegen der Engpässe bei den Zulieferern allerdings nicht: Auf RND-Anfrage erklärt Kaufland-Sprecherin Alisa Götzinger, die Tests seien „nicht wie geplant ab dieser Woche erhältlich“. Wann es stattdessen losgeht, teilt das Unternehmen dabei nicht mit. Rewe hingegen zögert laut der „Rundschau für den Lebensmittelhandel“, weil das Unternehmen plant, auf Tests zu setzen, die sicher eine Zulassung haben.

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Corona-Selbsttest und -Schnelltest: Die Unterschiede

Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen herkömmlichen Corona-Schnelltests und sogenannten Laientests. Die Zusage des Bundes, dass jedermann pro Woche Anspruch auf einen Test hat, bezieht sich auf die herkömmlichen Schnelltests: Sie dürfen nur von medizinischem Personal oder besonders geschulten Personen vorgenommen werden. Möglich sind solche Tests in Arztpraxen, in Testzentren, in Apotheken, Pflegeheimen oder Krankenhäusern. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei den Laientests zumeist um Schnelltests, bei denen ein Abstrich im vorderen Nasenraum ausreicht. Diese dürfen von jedermann gekauft und zu Hause ohne Aufsicht angewendet werden.

Die Qualität der Selbsttests ist abhängig von der Spezifität und Sensitivität, die beschreiben, wie zuverlässig der Test infizierte und nicht infizierte Personen erkennt. So wies beispielsweise der Test „Aesku.Rapid Sars-CoV-2“ der Firma Aesku.Diagnostics in einer Studie eine Sensitivität von 100 Prozent und eine Spezifität von 98 Prozent auf. Durch ähnlich hohe Werte zeichnet sich der „Clinitest Rapid Covid-19 Self-Test“ aus, den Siemens Healthcare Diagnostics Products vertreibt. Aber auch die anderen zugelassenen Schnelltests zur Eigenanwendung weisen hohe Spezifitäts- und Sensitivitätsraten auf.

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