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Newsletter „Die Pandemie und wir“

Wiederholt sich die Geschichte?

Nach knapp zwei Jahren ist die Maskenpflicht zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Spanien Vergangenheit. Seit Mittwoch gilt sie nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Altenheimen und Gesundheitseinrichtungen.

Liebe Leserinnen und Leser,

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in den vergangenen zwei Jahren haben wir uns an einen gewissen Zyklus gewöhnt. Das Jahr beginnt mit schlechten Nachrichten, hohen Fallzahlen, alarmierten Stimmen. Dann kommt der Frühling, und der harte Winter ist vergessen. „Jetzt ist es aber wirklich ausgestanden“, denken wir und versuchen, die Mahner und Warner zu ignorieren, die schon wieder einen schlimmen Herbst voraussagen.

Auch dieses Jahr ist es wieder so. Es wird Frühling, die Corona-Lage scheint sich zu entspannen – inzwischen liegt die Inzidenz wieder bei unter 1000. Doch die Warnungen von Lauterbach, Drosten und Co. sind ebenfalls schon zu vernehmen. Der Gesundheitsminister führt gar eine von ihm so genannte „Killervariante“ ins Feld. (Mehr dazu lesen Sie in unserer Rubrik „Erkenntnis der Woche“).

Erst der Herbst wird zeigen, ob die Mahner und Warner auch dieses Mal Recht behalten werden. Ob sich die Geschichte auch im dritten Jahr wiederholen wird. Bis dahin genieße ich gern den hoffentlich weitgehend coronafreien Sommer. Sie auch?

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Bleiben Sie stark!

Anna Schughart

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Erkenntnis der Woche

Ein Mann der heiteren und schönen Prognosen war Karl Lauterbach auch vor seiner Zeit als Gesundheitsminister nie. Auch seine aktuelle Voraussage ist ausgesprochen düster: Im Interview mit der „Bild am Sonntag“ warnte Lauterbach vor einer erneuten Infektionswelle im Herbst – und der Entstehung einer neuen „Killervariante“. Einer Corona-Spielart, die hochansteckend (wie Omikron), aber auch wieder tödlicher (wie Delta) sein könnte. Doch wie realistisch ist das wirklich?

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Meine Kollegin Laura Beigel hält fest: Das Virus war in dieser Pandemie immer gut für Überraschungen. Und absolut niemand kann voraussagen, welche Variante im Herbst dominieren wird. Dabei muss es sich nicht unbedingt um einen Subtypen von Omikron handeln, es könnten auch Kombinationen aus verschiedenen Varianten entstehen. Genauso ist es möglich, dass eine ganz neue Variante entsteht. Die gute Nachricht ist: Gänzlich unbrauchbar werden die Corona-Vakzine wohl nicht werden. Vorausgesetzt, das Spikeprotein, welches die Grundlage und der Angriffspunkt für die Wirkstoffe ist, verändert sich nicht übermäßig.

 

Pandemie in Zahlen

Corona-Zahlen 21. April 2022

Corona-Zahlen 21. April 2022

 

Alltagswissen

Die Corona-Warn-App leuchtet rot, der Arbeitskollege meldet sich krank – und plötzlich geht das Raten los: Wenn wir uns am Freitag getroffen haben, er am Samstag positiv getestet wurde, wie lange muss ich dann warten, bis ich mir sicher sein kann, nicht infiziert zu sein? Die Zeitspanne, die zwischen einer Ansteckung mit einem Erreger und dem Beginn der Symptome vergeht, nennt man Inkubationszeit. Sie kann für verschiedene Erreger unterschiedlich lang sein.

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Im Falle von Sars-CoV-2 wird die Inkubationszeit im Mittel auf fünf bis sechs Tage geschätzt. Rund 95 Prozent der Menschen hatten einer Metaanalyse aus dem Jahr 2020 zufolge spätestens am zwölften Tag Symptome. Bei solchen Angaben handelt es sich jedoch um Mittelwerte. Das heißt, wer an Tag vier mit einer laufenden Nase aufwacht oder an Tag 13 plötzlich Husten bekommt, sollte eine Infektion mit Sars-CoV-2 in Betracht ziehen.

Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass bei Omikron die Inkubationszeit kürzer ist. Das legte beispielsweise eine Studie aus Norwegen nahe: Dort konnten Forschende des Norwegian Institute of Public Health (NIPH) für einen größeren Ausbruch mit Omikron-Infizierten nachweisen, dass die Inkubationszeit im Mittel drei Tage dauerte (RND+).

 

Zitat der Woche

Zudem beobachten wir einen lockereren Umgang mit Corona, nicht alle mit Erkältungssymptomen lassen sich testen, Geimpfte testen sich kaum noch und 3G gilt nur noch in wenigen Bereichen.

Johannes Nießen,

Vorsitzender des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienste (BVÖGD), erklärt die hohe Dunkelziffer bei den Corona-Fallzahlen

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Forschungsfortschritt

Das Coronavirus belastet bei vielen Infizierten außer der Lunge auch weitere Organe – darunter das Gehirn. Folglich treten bei einer Covid-19-Erkrankung häufig auch Kopf­schmerzen auf. Was zunächst nach einem eher milden Symptom klingen mag, belastet manche Betroffene sehr lange. Je nach Erhebung beklagten sich bis zu 15 Prozent der Corona-Patientinnen und -Patienten auch nach ihrer Covid-19-Erkrankung über Kopf­schmerzen. Teilweise berichten Long-Covid-Betroffene auch noch nach mehr als einem Jahr von diesen und anderen Beschwerden, erklärt Ben Kendal (RND+).

Eine eindeutige Antwort, wie es zu solchen Kopfschmerzen kommen kann, gibt es noch nicht. Als gesichert gilt jedoch, dass das Virus Sars-CoV-2 auch das Gehirn angreifen und neuro­logische Probleme verursachen kann – darunter Kopfschmerzen, aber auch Symptome wie Gedächtnisverlust oder Verwirrtheit. Eine mögliche Erklärung könnten Entzündungsmoleküle, die sogenannten Zytokinen, sein. Das legt eine Studie aus dem Februar nahe.

 

Pandemie im Ausland

Menschen aus Shanghai in einem provisorischen Krankenhaus, das im Nationalen Ausstellungs- und Kongresszentrum errichtet wurde, um coronapositive Menschen unter Quarantäne zu stellen.

Menschen aus Shanghai in einem provisorischen Krankenhaus, das im Nationalen Ausstellungs- und Kongresszentrum errichtet wurde, um coronapositive Menschen unter Quarantäne zu stellen.

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Der massive Lockdown in Shanghai sorgt seit Wochen für Schlagzeilen. Nun haben die Behörden in der Finanzmetropole die strengen Corona-Beschränkungen immerhin für vier Millionen der insgesamt 25 Millionen Menschen gelockert. Sie dürfen wieder ihre Häuser verlassen. Vielleicht ist das eine Reaktion auf die zunehmende Kritik in den chinesischen sozialen Medien?

Denn tatsächlich könnte die strikte Null-Covid-Strategie für Chinas Regierung zu einer Bedrohung werden, schreibt RND-Korrespondent Fabian Kretschmer. Die Geduld der Shanghaier sei längst am Ende. Nach wie vor berichten Anwohner und Anwohnerinnen von Nahrungs­mittel­eng­pässen und der katastrophalen Kommunikation der Regierung. Noch hält diese mit ihrem dystopischen Zensurapparat dagegen, doch wie sehr die Lügen­fassade in China standhält, werde sich zeigen müssen, so Kretschmer.

 

Was kommt

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet damit, dass ein an die Omikron-Variante angepasster Corona-Impfstoff ab September eingesetzt werden kann. „Wir besorgen Impfstoff, der vor den Omikron-Varianten schützt. Den erwarten wir im September“, sagte Lauterbach der „Bild am Sonntag“. Die entscheidende Frage ist jedoch am Ende: Wie effektiv sind die neuen Omikron-Impfstoffe? Da entsprechende Daten noch fehlen, raten Expertinnen und Experten, sich lieber mit den jetzt vorhanden Vakzinen impfen und boostern zu lassen, als auf die angepassten Omikron-Impfstoffe zu warten.

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Was die Pandemie leichter macht

In der Regel atmen wir unbewusst und intuitiv. Doch wer mehr Power haben will, muss lernen, richtig zu atmen. Wie Sie Ihre Atmung richtig einsetzen und welche Übungen helfen können, erklärt Sportmediziner Ingo Froböse. Dazu sollte man sich unter anderem bewusst machen, dass die Bauchatmung effizienter ist als die Brustatmung: „Wollen Sie Ihr ganzes Lungen­volumen ausschöpfen, atmen Sie bevorzugt in und aus dem Bauch heraus. Atemzüge in die Brust sorgen dafür, dass Sie deutlich weniger Luft einatmen, als Ihr Atemvolumen eigentlich hergeben würde.“

Um mithilfe der richtigen Atmung stressige Alltagssituationen zu entschärfen, kann man die Ausatmung forcieren, erklärt Froböse: „Strecken Sie diese über fünf, sechs oder sieben Sekunden, beruhigt das Ihren Herzschlag, und Sie bringen sich in einen entspannten körperlichen und geistigen Zustand.“ Außerdem hilfreich: mehr durch die Nase als durch den Mund atmen.

 

Was sonst noch wichtig ist

Es reicht also schon eine geringe Temperaturabweichung aus, um in Lebensgefahr zu kommen, sagt Gunga.

Es reicht also schon eine geringe Temperaturabweichung aus, um in Lebensgefahr zu kommen, sagt Gunga.

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Viele Menschen überschätzen, wie anpassungsfähig ihr Körper ist. Tatsächlich ist der Spielraum für Menschen sehr gering – und wird durch die Folgen des Klimawandels immer enger. Hanns-Christian Gunga erforscht, wie sich die extreme Situation auf die Gesundheit von Menschen auswirkt. Er warnt im RND-Interview (RND+): „Wenn die Erde immer unbewohnbarer wird, finden die Menschen keinen Platz, wohin sie flüchten könnten.“

Die heißen Sommer seien die Naturkatastrophen der Neuzeit. „Die gesundheitlichen Folgen reichen vom Sonnenstich über den Hitzekollaps bis hin zum Hitzeschlag. Allein 2018 sind in Deutschland etwa 20.200 Rentnerinnen und Rentner an Hitzestress gestorben.“ Das Zeitfenster, so Gunga, sei klein: „Wir müssen dringend auf erneuerbare Energiequellen setzen – um den CO₂-Ausstoß so klein wie möglich zu halten.“

Falls Sie Anregungen oder Kritik haben, melden Sie sich gerne direkt bei unserem Redaktionsteam: magazin@rnd.de Wir freuen uns!

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