WHO: Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht sind Lockdown vorzuziehen

  • Wegen steigender Infektionszahlen ordnen einige europäische Länder Lockdowns an.
  • Die Weltgesundheitsorganisation warnt jedoch vor den zahlreichen negativen Auswirkungen dieser Maßnahme.
  • Stattdessen seien Kontaktbeschränkungen und eine Maskenpflicht vorzuziehen.
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Kopenhagen. Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie vor vorschnellen kompletten Lockdowns gewarnt. Zwar wisse man, dass strikte Beschränkungen wie Anfang des Jahres die Übertragung von Krankheitserregern einschränken und dem Gesundheitssystem den dringend benötigten Raum zur Erholung gebe, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Donnerstag in Kopenhagen. „Wir wissen aber auch, dass komplette Lockdowns die Nachfrage nach psychischer Gesundheitsfürsorge steigern und zu einem Anstieg der häuslichen Gewalt führen wird.“ Zudem würden weniger chronisch Kranke in Krankenhäuser gehen, was zu vorzeitigen Todesfällen führen würde.

WHO empfiehlt Masken und Kontaktbeschränkungen

Darüber hinaus hätten die indirekten Auswirkungen eines Lockdowns negative Folgen für die Wirtschaft, Menschen würden in finanzielle Notlagen kommen. „Angesichts dieser Realitäten erachten wir nationale Lockdowns als letzte Möglichkeit.“ Vielmehr könnten Maßnahmen ergriffen werden, die Leben retteten und gleichzeitig die Lebensgrundlagen erhielten.

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Modelle des Instituts IHME der Universität Washington deuteten darauf hin, dass allein das Tragen von Masken bis zum 1. Februar in den 53 WHO-Mitgliedstaaten in der Region bis zu 266.000 Leben retten könnte, sagte Kluge. Des Weiteren könnten Home Office und Beschränkung großer Versammlungen einen großen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie und dem Erhalt der Lebensgrundlagen leisten.

Kluge sagte, Europa sei erneut im Mittelpunkt der Pandemie. In dieser Woche habe die Region Europa, zu der die WHO insgesamt 53 Länder zählt, die höchste wöchentliche Inzidenz von Covid-19-Fällen seit Beginn der Pandemie mit mehr als 1,5 Millionen gemeldeten Fällen in den letzten sieben Tagen registriert. Am Donnerstag habe die Region den Meilenstein von zehn Millionen Fällen überschritten.

RND/dpa

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