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WHO gegen Auffrischungs­impfungen: Erst ärmere Länder mit Corona-Impfstoff beliefern

  • Die Weltgesundheitsorganisation ruft Pharmaunternehmen auf, Corona-Impfstoffe an ärmere Länder zu liefern.
  • Erst ein Prozent der Einwohner ärmerer Länder sei gegen das Coronavirus geimpft.
  • Der Großteil der Impfstoffdosen von Pfizer und Moderna ist für reiche Länder reserviert.
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Die Weltgesundheitsorganisation hat Pharmaunternehmen aufgerufen, Impfstoffe gegen das Coronavirus an arme Länder zu liefern, anstatt sie in reichen Ländern als dritte Impfdosis einsetzen zu lassen. Zunächst müsse es Priorität haben, Menschen gegen das Coronavirus zu impfen, die noch nicht geimpft worden seien, sagte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Montag. Die Unternehmen Pfizer und Moderna sollten das globale Impfprogramm Covax versorgen.

Der Großteil der Dosen der beiden Unternehmen ist für reiche Länder reserviert. Pfizer wollte am heutigen Montag über seinen Antrag bei der Aufsichtsbehörde FDA beraten, seinen Impfstoff für eine Auffrischungsdosis zuzulassen. Pfizer hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass eine dritte Dosis die Immunität erheblich verstärken könnte. Vorläufige Daten aus einer Studie deuteten darauf hin, dass die Antikörper-Werte von Geimpften nach einer dritten Dosis im Vergleich zur zweiten um das Fünf- bis Zehnfache anstiegen, sagte Mikael Dolsten von Pfizer.

Ein Prozent der Einwohner in armen Ländern gegen Corona geimpft

„An dieser Stelle ... gibt es keine wissenschaftlichen Beweise, die nahelegen, dass Auffrischungen definitiv benötigt werden“, sagte die Chefwissenschaftlerin der WHO, Soumya Swaminathan. Sollten reiche Länder eine dritte Dosis verteilen, anstatt den Impfstoff an Entwicklungsländer weiterzugeben, „werden wir verärgert zurückschauen und ich denke, wir werden beschämt zurückschauen“, sagte der Leiter der Notfallprogramme der WHO, Michael Ryan.

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Dass Auffrischungen vorgenommen werden könnten, wurde von Expertenseite als „moralisch abstoßend“ bezeichnet. Nur ein Prozent der Einwohner in armen Ländern habe eine Dosis erhalten, sagte der amtierende Geschäftsführer der Aktivistengruppe ONE, Tom Hart.

RND/AP

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