WHO-Experten beraten über weiteren Umgang mit Astrazeneca-Impfstoff

  • Eine aktuelle Studie zeigt, dass der Astrazeneca-Wirkstoff nur minimal vor der in Südafrika vorherrschenden Virusvariante B.1.351 schützt – das Land stoppte daraufhin geplante Impfungen.
  • Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wollen daher Beratungen über den weiteren Umgang einleiten.
  • Es seien „beunruhigende Nachrichten“, so WHO-Chef Ghebreyesus.
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Genf. Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben am Montag über den weiteren Umgang mit dem Astrazeneca-Impfstoff beraten. Südafrika hatte geplante Impfungen mit dem Vakzin wegen Zweifeln an dessen Wirksamkeit gegen die dort vorherrschende Coronavirus-Variante vorläufig gestoppt. „Das sind auf jeden Fall beunruhigende Nachrichten“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montagabend in Genf. Die Entwicklung zeige, dass Vakzine schnell produziert und zu den Menschen gebracht werden müssten.

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„Wir wissen, dass Viren mutieren, und wir wissen, dass wir bereit sein müssen, Impfungen anzupassen, damit sie wirksam bleiben“, sagte der WHO-Chef weiter. Tedros will sich am Dienstag mit den Experten der Strategie-Gruppe der WHO (SAGE) treffen, um Empfehlungen im Umgang mit dem Impfstoff zu besprechen, den Astrazeneca zusammen mit der Universität Oxford entwickelt hat. Er appellierte an die Staatengemeinschaft, jede neu entdeckte Virusmutation an die WHO zu melden. Nur so könne die Organisation die Entwicklung beobachten und entsprechend reagieren.

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100.000 Menschen impfen und beobachten lassen

„Wir haben eine geringere Wirkung erwartet, aber nicht in diesem Ausmaß“, sagte Salim Abdool Karim, Leiter des Corona-Beratungskomitees der südafrikanischen Regierung. Der neue Ansatz der Regierung sei, 100.000 Menschen mit dem Astrazeneca-Vakzin zu impfen und darauf zu achten, wie viele trotzdem in ein Krankenhaus eingeliefert werden müssen. „Wir wollen am Ende nicht Millionen Menschen geimpft haben, wenn die Impfung nicht effektiv ist.“

Eine aktuelle Studie zeigt, dass eine Impfung mit dem Astrazeneca-Wirkstoff nur minimal vor leichten und moderaten Erkrankungen nach einer Infektion mit der in Südafrika vorherrschenden Virusvariante B.1.351 schützt. Die noch nicht in einem Fachmagazin erschienene und von unabhängigen Experten begutachtete Untersuchung wurde von den Universitäten Oxford in Großbritannien und Witwatersrand in Südafrika veröffentlicht. Weil der Astrazeneca-Impfstoff verhältnismäßig günstig und leicht zu lagern ist, galt er als große Hoffnung für Entwicklungs- und Schwellenländer.

RND/dpa

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