WHO: Jeder zehnte Mensch in Europa ist oder war mit Coronavirus infiziert

  • Bis Ende der Woche wird jede zehnte Person in Europa eine nachgewiesene Corona-Infektion hinter sich haben.
  • Darüber informierte Hans Kluge, Regionaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
  • Die Maßnahmen gegen die Delta-Variante seien auch gegen Omikron hilfreich.
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Kopenhagen. Jeder zehnte Europäer wird nach Angaben des Europa-Büros der Weltgesundheitsorganisation WHO bis Ende dieser Woche eine nachgewiesene Corona-Infektion hinter sich haben. Das sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Dienstag auf einer aus Kopenhagen übertragenen Online-Pressekonferenz. Die Neuinfektions- und Todesfallzahlen hätten sich in den vergangenen zwei Monaten mehr als verdoppelt. Zugleich bleibe die Zahl der Todesfälle deutlich unter vorherigen Höchstständen, unterstrich Kluge. Ohne die Impfungen gegen Covid-19 wäre die Sterblichkeit erheblich schlimmer gewesen.

Die WHO zählt 53 Länder zur Region Europa, darunter neben der EU auch weiter östlich gelegene Staaten wie Russland, die Ukraine und Türkei. Den jüngsten WHO-Zahlen zufolge sind fast 90 Millionen Infektionen in dieser Region nachgewiesen worden, es gab fast 1,6 Millionen damit in Verbindung stehende Todesfälle. Die Zahl der Neuinfektionen steigt laut Kluge in allen Altersgruppen, während die höchsten Zahlen derzeit in der Gruppe der Fünf- bis 14-Jährigen beobachtet werden.

Omikron auf dem Vormarsch, Delta weiter Problem

Kluge berichtete, dass es bis Montag 432 bestätigte Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus in insgesamt 21 Mitgliedstaaten der Region gegeben habe. „Omikron ist in Sicht und auf dem Vormarsch, und wir sind zurecht besorgt und vorsichtig“, sagte der Belgier. Das jetzige Problem sei jedoch die weiterhin dominierende Delta-Variante.

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„Wie wir heute gegen Delta erfolgreich sind, ist ein Sieg über Omikron morgen“, sagte Kluge. Es gehe jetzt vor allem darum, die Lage in der Pandemie zu stabilisieren – und dies bedeute, nicht nur gegen eine Variante, sondern gegen alle Varianten auf einmal vorzugehen. Impfraten müssten gesteigert, Auffrischdosen verabreicht werden.

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Mehr Masken müssten in Innenräumen getragen, Räume gelüftet werden. Kluge wies zugleich darauf hin, dass Pflichtimpfungen nur „ein absoluter letzter Ausweg“ seien, wenn alle machbaren Optionen zur Verbesserung der Impfzahlen ausgeschöpft seien.

Zwischen Dezember 2020 und November 2021 seien in der Region Europa mindestens 469.186 Menschen direkt durch eine Impfung vor dem Tod bewahrt worden, erklärte Kluge weiter. Zu diesem Ergebnis sei eine Studie des WHO-Regionalbüros und des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten gekommen. Kluge bezeichnete das Resultat als überwältigende Bestätigung des Wertes der Impfungen. Der belgische Mediziner rief die 53 Länder der WHO-Region Europa auf, die Impfkampagnen auszuweiten und Auffrischungen zu verabreichen.

RND/dpa/epd

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