„Inakzeptabel langsam“: Schleppende Corona-Impfungen ziehen laut WHO die Pandemie in die Länge

  • Seit rund drei Monaten laufen in Europa die Impfungen gegen das Coronavirus.
  • Trotzdem ist die Situation in Europa laut der Weltgesundheitsorganisation so besorgniserregend wie seit mehreren Monaten nicht mehr.
  • Das Europa-Büro der WHO macht die „inakzeptabel langsamen“ Corona-Impfkampagnen dafür verantwortlich.
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Kopenhagen. Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO moniert, dass die schleppenden Impfkampagnen die Corona-Pandemie in die Länge ziehen. Die Bereitstellung der Impfstoffe sei „inakzeptabel langsam“, teilte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge in Kopenhagen mit. „Lassen Sie es mich klar ausdrücken: Wir müssen den Prozess beschleunigen, indem wir die Produktion hochfahren, die Hindernisse für die Verabreichung der Impfstoffe verringern und jetzt jedes einzelne Fläschen gebrauchen, das wir auf Lager haben.“

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Solange der Umfang der Impfungen gering bleibe, müssten dieselben sozialen und gesundheitlichen Corona-Maßnahmen wie in der Vergangenheit Anwendung finden, um die Verspätungen der Impfpläne auszugleichen. Impfungen zusammen mit fortgesetzten Maßnahmen würden die Pandemie letztlich zu einem Ende bringen.

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Die WHO Europa rechnet insgesamt mehr als 50 Länder zur europäischen Region. In diesem Gebiet haben nach WHO-Angaben bislang nur rund 10 Prozent der Gesamtbevölkerung ihre erste Impfdosis erhalten, lediglich 4 Prozent sind vollständig geimpft.

WHO zu Corona-Neuinfektionen: Situation „so besorgniserregend wie seit Monaten nicht mehr“

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Eine Beschleunigung beim Impfen sei nun entscheidend. Die Zahl der Neuinfektionen in der europäischen WHO-Region nehme in jeder Altersgruppe mit Ausnahme der Über-80-Jährigen zu, erklärte Kluges Büro. Mit insgesamt 1,6 Millionen neuen Fällen und fast 24.000 damit in Verbindung stehenden Todesfällen habe man in der vergangenen Woche wieder in der Mehrheit der Länder eine Zunahme der Ansteckungen erlebt. Die Situation sei so besorgniserregend wie seit mehreren Monaten nicht mehr.

RND/dpa

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