Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

West-Nil-Virus in Deutschland: Eine Epidemie ist nicht zu befürchten

Das West-Nil-Virus breitet sich in Deutschland aus.

Experten warnen seit Jahren davor, dass sich durch den Klimawandel neue Krankheitserreger in Europa ausbreiten werden. Einer davon könnte das West-Nil-Virus sein: Im vergangenen Jahr wurde erstmals festgestellt, dass sich Menschen in Deutschland damit infiziert hatten. Nun wurden weitere Fälle bestätigt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

West-Nil-Virus befällt vor allem Vögel

Das West-Nil-Virus wird von Stechmücken übertragen. Entdeckt wurde es zuerst in der West-Nil-Region in Uganda, verbreitet ist es aber auch in Asien und dem mittleren Osten – und seit einigen Jahren in Nord- und Mittelamerika. Schlagzeilen gemacht hatte das Virus zuletzt 1999: Damals waren im New Yorker Central Park massenhaft Krähen tot von den Bäumen gefallen. Eine Ärztin mit Erfahrung in der Tropenmedizin stellte einen Zusammenhang mit Erkrankungen bei Menschen fest, die rund um den Park lebten. Tatsächlich waren beide, Krähen und Menschen, mit dem West-Nil-Virus infiziert.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das West-Nil-Virus befällt vor allem Vögel, sie bilden ein „Reservoir“ für den Erreger. Mücken übertragen ihn zwischen den Vögeln hin und her, sie können es gelegentlich aber auch auf andere Tiere wie Pferde oder auf Menschen übertragen. Die vom West-Nil-Virus ausgelöste Krankheit nennt man West-Nil-Fieber. In den allermeisten Fällen verläuft eine Infektion bei Menschen hierbei unbemerkt oder mild, nur einer von fünf Infizierten entwickelt grippeähnliche Symptome. Bei einem von 100 bis 150 Infizierten kann sich daraus eine Hirnhautentzündung entwickeln. Tödliche Verläufe drohen vor allem älteren und immungeschwächten Menschen und nur etwa 0,1 Prozent der Infizierten.

Virus wird von heimischen Mückenarten übertragen

Dass sich das West-Nil-Fieber in immer mehr Regionen ausbreiten kann, hängt auch mit dem Klimawandel zusammen. Zwar wird das West-Nil-Virus nicht wie andere Erreger von eingeschleppten tropischen, sondern von heimischen Mückenarten übertragen. Bei höheren Temperaturen können sich diese Mücken und das Virus aber besser und schneller vermehren. Im südlichen Europa treten in den warmen Monaten regelmäßig Fälle bei Menschen auf, in Deutschland waren bereits 2018 und 2019 einzelne Menschen erkrankt. Laut RKI ist auch in den nächsten Jahren damit zu rechnen, dass Mücken in Deutschland das Virus übertragen, vor allem nach langen und warmen Sommern.

Eine Epidemie ist jedoch nicht zu befürchten: Schon deshalb, weil das Virus nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird. Der Mensch ist ein „Fehlwirt“ für das Virus, es vermehrt sich bei Vögeln viel stärker. Auch in den USA, wo das Virus vor über 20 Jahren zuerst nachgewiesen wurde, stagnieren die Infektionszahlen. 2019 wurden in den gesamten USA weniger als 1000 Fälle von West-Nil-Fieber gemeldet, 54 Menschen starben daran. Für die USA wie für Deutschland gilt: Die meisten Infektionen werden vermutlich gar nicht bemerkt, weil Symptome ausbleiben. In stärker betroffenen Regionen sollte man einer Ansteckung sicherheitshalber durch einen Mückenschutz vorbeugen.

Mehr aus Gesundheit

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.