Werbung verdoppelt Fastfood-Konsum bei Kindern - Verbände fordern Verbot

  • Eine Langzeit-Studie aus den USA besagt, dass Fastfood-Werbung einen großen Einfluss auf das Essverhalten von Heranwachsenden hat.
  • Mediziner und Wissenschaftler in Deutschland sehen deshalb die Industrie in der Verantwortung.
  • Nur durch ein Werbeverbot könnten Kinder geschützt werden.
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Berlin. Medizin- und Wissenschaftsverbände fordern ein Verbot von Fast-Food-Werbung für Kinder. Werbung erhöhe einer neuen Studie zufolge den problematischen Konsum solcher ungesunden Produkte bei Kindern deutlich, erklärte das Bündnis "Deutsche Allianz für Nichtübertragbare Krankheiten" am Freitag in Berlin.

Kinder, die Fast-Food-Werbung sehen, äßen dieses rund doppelt so häufig wie Kinder ohne derartigen Werbeeinfluss, auch wenn ihre Eltern selten Fast-Food konsumieren. Das geht aus einer Langzeit-Studie mehrerer US-Universitäten mit 624 Kindern hervor.

Werbung hat einen gesundheitsschädlichen Einfluss

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Werbung für ungesunde Produkte "konterkariert alle Bemühungen, Kindern gesunde Ernährung zu vermitteln", erklärte Barbara Bitzer, Sprecherin des Bündnisses und Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft. "Selbstverpflichtungen der Industrie haben sich hier als wirkungslos erwiesen", betonte Bitzer: "Daher hilft nur ein Verbot, um Kinder vor dem gesundheitsschädlichen Einfluss von Werbung zu schützen." Es sei nicht hinnehmbar, dass mit Werbung alle Bemühungen von Eltern und Pädagogen für eine gesunde Kinderernährung zunichtegemacht werden könnten.

Dem Bündnis gehören unter anderem die Deutsche Diabetes-Gesellschaft, die Deutsche Herzstiftung, die Deutsche Krebshilfe (Bonn), der Deutsche Hausärzteverband (Köln) und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte mit Sitz in Köln an.

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Für die Fastfood-Studie wurden Kinder begleitet

Für die Studie wurden Familien mit drei- bis fünfjährigen Kindern den Angaben zufolge ein Jahr lang begleitet. Die Eltern hätten regelmäßig Fragebögen ausgefüllt, welche TV-Sendungen ihr Kind wie lange gesehen hat, und Angaben zum Fast-Food-Konsum gemacht. Die Forscher hätten dies mit Programmaufzeichnungen abgeglichen und ermittelt, wie viel an Kinder gerichtete Fast-Food-Werbung der Nachwuchs wahrgenommen hatte.

RND/ epd

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