Weltweite Corona-Fallzahlen im Sinkflug: Entspannt sich die Situation?

  • Die weltweiten Corona-Fallzahlen sinken seit sechs Wochen kontinuierlich.
  • Für den WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Henri Kluge, ist dies eine erfreuliche Entwicklung.
  • Doch wie sich die Pandemie fortsetzt, hängt einmal mehr von den neuen Virusvarianten ab.
Laura Beigel
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Ein positiver Trend zeichnet sich bei den weltweit gemeldeten Corona-Fallzahlen ab: Seit sechs Wochen in Folge gehen die Inzidenzen zurück, heißt es in der neuesten Ausgabe des Covid-19 Weekly Epidemiological Updates der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der vergangenen Woche verzeichnete die WHO rund 2,4 Millionen neue Fälle – das sind 11 Prozent weniger als in der Vorwoche. Auch die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 ist in den vergangenen drei Wochen rückläufig gewesen.

Die WHO geht davon aus, dass der Rückgang der Fallzahlen das Ergebnis der angeordneten Schutzmaßnahmen ist. „Das Schlimmste liegt hinter uns“, sagte Hans Henri Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa, im Interview mit dem dänischen Staatssender DR. „Wir sollten hoffnungsvoll sein.“

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Britische Virusvariante in mehr als 100 Ländern festgestellt

Auch wenn die sinkenden Fallzahlen ermutigend sind, der entscheidende Faktor ist und bleibt die Ausbreitung der Coronavirus-Varianten. Die britische Virusvariante B.1.1.7 ist nach Angaben der WHO mittlerweile in 101 Ländern weltweit nachgewiesen worden. Die südafrikanische Mutante B.1.351 in 51 Ländern und die brasilianische Variante P.1 in 29 Ländern.

„Während in vielen Ländern weltweit derzeit ein Rückgang der Sars-CoV-2-Infektionen insgesamt zu verzeichnen ist, (...) gab es eine erhöhte Anzahl von Meldungen über Varianten, die Anlass zur Sorge geben“, heißt es im Covid-19 Weekly Epidemiological Update.

WHO-Regionaldirektor Kluge: 2022 könnte Pandemie beendet sein

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Besorgniserregend seien die Mutanten deshalb, weil sie sich rasch verbreiten, so Kluge. „Letztendlich ändern sie aber nichts an unserer Strategie – auch nicht an der Impfstoffstrategie.“ Es gehe jetzt darum, Fälle mit den Virusvarianten schnell zu detektieren. „Schnelligkeit ist unser bester Freund“, sagte der WHO-Regionaldirektor. Auch die Wirksamkeit der Corona-Vakzine gegen die Mutanten müsse man weiter im Blick behalten.

Der Berliner Virologe Christian Drosten schrieb auf Twitter, dass es „derzeit bei keiner bekannten Mutante Anzeichen für eine Abschwächung“ gebe. „Das wäre reine Spekulation.“ In Deutschland scheinen die Coronavirus-Varianten hingegen für einen leichten Anstieg der Fallzahlen zu sorgen. So meldeten die Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut bis Mittwochmorgen 8007 Neuinfektionen – rund 450 Fälle mehr als vor einer Woche. Virologen warnen schon seit Wochen vor einer dritten Welle, ausgelöst durch die Mutanten.

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So schnell, wie die Corona-Pandemie ausgebrochen ist, wird sie also nicht zu Ende gehen. 2021 werde ein weiteres Corona-Jahr, prophezeite Kluge. Wenn alles gut geht, könne aber Anfang 2022 die Pandemie beendet sein. „Das Virus wird immer noch da sein, aber ich glaube nicht, dass dann noch Einschränkungen nötig sein werden.“

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