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  • Weltärztepräsident Montgomery: Lockdown bei 20.000 Corona-Infektionen am Tag, Maskenpflicht-Ausweitung denkbar

Weltärztepräsident: Neuer Lockdown bei 20.000 Corona-Infektionen am Tag

  • Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hält einen neuen Lockdown bei 20.000 Corona-Infektionen am Tag für nötig.
  • Er spricht sich außerdem für eine Ausweitung der Maskenpflicht aus – und macht wenig Hoffnung auf eine schnelle Impfung der Bevölkerung.
  • „Bis die gesamte Bevölkerung geimpft ist, wird es zwei, drei Jahre dauern“, so Montgomery.
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Düsseldorf. Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hält einen neuen Lockdown für notwendig, wenn die Zahl der Neuinfektionen auf 20.000 am Tag ansteigt. „Bei 20.000 Neuinfektionen am Tag gerät die Lage außer Kontrolle. Dann wäre es für Gesundheitsämter nicht mehr möglich, die Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Dann droht uns ein zweiter Lockdown, weil sich das Virus anders nicht mehr bremsen lässt“, sagte Montgomery der „Rheinischen Post“. Am Donnerstag hatte das Robert-Koch-Institut einen Rekordwert von 11.287 Fälle binnen 24 Stunden vermeldet.

Lokale Lockdowns nach dem Vorbild von Berchtesgaden hält Montgomery für nötig: „Bei lokalen Ausbrüchen müssen wir konsequent reagieren. Darum ist es genau richtig, dass der Landkreis Berchtesgaden einen lokalen Lockdown verhängt hat. So sollten bundesweit alle Orte mit solchen Inzidenzwerten reagieren“, so Montgomery.

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Als weitere Maßnahme, um die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland einzudämmen, sieht der 68-Jährige eine Ausweitung der Maskenpflicht: „Eine bundesweite Maskenpflicht für alle Schulen, etwa ab Klasse drei, kann helfen, Schulschließungen zu verhindern.“ Und er forderte, die Bundeswehr mehr einzusetzen: „Viel testen hilft, Infektionsketten zu stoppen. Der Sanitätsdienst der Bundeswehr könnte noch viel stärker in Testzentren eingesetzt werden.“

Montgomery: Impfung der Bevölkerung dauert Jahre

Eine Impfung der Bevölkerung gegen das Coronavirus wird nach Ansicht des Weltärzte­präsidenten Jahre dauert. „Die Impfung ist kein Allheilmittel. Die Weltgesundheits­organisation rechnet mit einem Impfstoff Mitte 2021. Doch bis die gesamte Bevölkerung geimpft ist, wird es zwei, drei Jahre dauern“, sagte Montgomery der „Rheinischen Post“. Denn: „Für eine Impfung aller auf einen Schlag gibt es weder genug Dosen noch genug Personal.“

Deshalb müssten die Menschen „noch über Jahre mit dem Virus leben und damit umgehen: Abstand halten, Hände waschen, Masken tragen“. Einen normalen Sommerurlaub hält Montgomery deshalb auch 2021 nicht für möglich: „Das Virus bleibt ein Thema für die nächsten Jahre. Auch 2021 werden wir keinen Sommerurlaub wie früher haben. Auch Touristen müssen mit dem Virus leben.“

RND/seb

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